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Gerhard Cromme wird 70 – Stahlmanager mit Nehmerqualitäten

24.02.2013 | 18:39 Uhr
Gerhard Cromme wird 70 – Stahlmanager mit Nehmerqualitäten
Bald 70 Jahre alt und kein Ruhestand in Sicht: Thyssen-Krupp Aufsichtsratschef Gerhard Cromme.Foto: Kai Kitschenberg/WAZ-FotoPool

Essen.   Gerhard Cromme, Chefaufseher von Thyssen-Krupp und Siemens, feiert am Montag seinen 70. Geburtstag. Der Stahlmanager bewies Nehmerqualitäten, als er als Krupp-Stahlchef unbeeindruckt von aufgebrachter Öffentlichkeit die Hütte in Rheinhausen schloss.

Gerhard Cromme hat die Stahlbranche im Ruhrgebiet geprägt wie kaum ein anderer. Wenn er am Montag seinen 70. Geburtstag im Kreis der Familie und fernab der Industrieschlote feiert, wird der Aufsichtsratschef der Industriegiganten Siemens und Thyssen-Krupp sicherlich nicht an seinen Ruhestand denken.

„Ich bin keiner, der vor Verantwortung wegläuft“, hat Cromme jüngst gesagt, als die wahren Ausmaße des Milliardendebakels von Thyssen-Krupp in Brasilien bekannt wurden. Nehmerqualitäten zeigte er auch, als er als Krupp-Stahlchef unbeeindruckt von aufgebrachter Öffentlichkeit und wütenden Mitarbeitern die Hütte in Rheinhausen schloss. Er hat die Fusion der einstigen Widersacher Krupp und Hoesch vorangetrieben und mit der Androhung einer feindlichen Übernahme die Ehe mit dem gewichtigeren Wettbewerber Thyssen angebahnt.

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Thyssen-Krupp will mehr als 2000 Jobs streichen. Es geht auch um die Standorte Duisburg und Dortmund. IG Metall-Chef Knut Giesler fordert: „Die Rechnung für vergangenes Missmanagement darf jetzt nicht den Beschäftigten ausgestellt werden.“ Die Gewerkschaft will Kündigungen verhindern.

Rücktrittsforderungen prallen an ihm ab

Dass Rücktrittsforderungen – wie von Aktionärsvertretern vor einigen Wochen erhoben – an ihm abprallen, passt zu Crommes Biografie. Der Fünf-Milliarden-Verlust bei Thyssen-Krupp, Fehlinvestitionen und Korruption bringen diesen norddeutschen Hünen nicht ins Wanken. Zumal er sich der Rückendeckung durch den mächtigen Krupp-Stiftungschef sicher sein kann. „Cromme bleibt“, hatte Berthold Beitz im Dezember auf dem Höhepunkt der jüngsten Thyssen-Krupp-Krise gesagt.

Und es soll wohl auch dabei bleiben, dass Cromme irgendwann Beitz, der am 26. September 100 Jahre alt wird, als Stiftungschef folgt. In diesem Amt könnte Cromme seine Machtposition bei Thyssen-Krupp noch einmal stärken. Er würde seine Industriemanager-Karriere krönen.

Jurastudium und Promotion

Dabei schien Cromme diese makellose Laufbahn gar nicht in die Wiege gelegt zu sein. Als Sohn eines Studienrats für Lateinisch und Griechisch wuchs er im niedersächsischen Vechta auf und schloss sein Jurastudium mit der Promotion ab. Von der französischen Unternehmensgruppe Compagnie des Saint-Gobain wechselte Cromme 1986 zu Krupp. Bundesweit bekannt wurde der Manager, als er von 2001 bis 2008 die Regierungskommission leitete, die für mehr Offenheit, Transparenz und gute Unternehmensführung werben sollte. Aufgaben, die auch bei Thyssen-Krupp ganz oben auf der Agenda stehen.

Frank Meßing



Kommentare
25.02.2013
22:40
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Name von Moderation entfernt | #2

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25.02.2013
11:30
Gerhard Cromme wird 70 – Stahlmanager mit Nehmerqualitäten
von lass_mal_laufen | #1

Norddeutscher Hühne, Nehmerqualitäten, Chefaufseher, Industriemanger-Karriere?
Was ist das für ein Bericht? Die Ode an den Cromme?
Der Mann hat ein Stahlwerk geschlossen. Toll! So etwas zu würdigen, ja zum Heldentum heraufzuschreiben erachte ich als widerwertig! Er hat auch ein Werk bauen lassen bzw. dem Bau zugestimmt. Was ist denn damit? Ah, passt nicht in die Ode...
Der Mann hat auch eine Regierungskommision geleitet und die Ergebnisse alles andere als in seinen Laden getragen. Bei TK hat er gepennt. Bei Siemens übrigens auch! Aber das wollen wir doch am Tages der Lobhudelei nicht offen verkünden.
Ach ja, da war doch noch was. Er soll mal dem Hrn. Beitz nachfolgen. Nun ja, das werden wir alle früher oder später einmal tun. Ob man damit seine Karriere "krönt" wage ich mal zu bezweifeln!

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