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Generalstreik

Generalstreik gegen Sparpolitik lähmt Portugal und Spanien

14.11.2012 | 08:12 Uhr
Mit einem koordinierten Generalstreik protestieren Beschäftigte in Spanien und Portugal am Mittwoch gegen die Sparpolitik ihrer Regierungen.Foto: ap/dapd

Madrid/Lissabon.  Gewerkschaften haben in Spanien und Portugal dazu aufgerufen, den öffentlichen Verkehr lahmzulegen. Grund ist ein Generalstreik gegen die Sparpolitik der beiden südeuropäischen Länder. Auch in anderen EU-Staaten soll es Proteste zum sogenannten Tag der Aktion und der Solidarität geben.

Aus Protest gegen neue Sparmaßnahmen im Zuge der Finanzkrise haben Generalstreiks das öffentliche Leben in Spanien und Portugal am Mittwoch erheblich beeinträchtigt. Die von den Gewerkschaften organisierten Arbeitsniederlegungen, die insbesondere den Verkehr betrafen, wurden von Demonstrationen in zahlreichen Städten begleitet. In Spanien sollten nur etwa 30 Prozent der Regional- und nur ein Fünftel der Fernverkehrszüge fahren. Viele Menschen, auch Demonstranten, warteten an Bus- und U-Bahn-Haltestellen.

Demonstranten entrollten Flaggen der Gewerkschaften UGT und CCOO, in Barcelona verbrannten sie Reifen vor einem Großmarkt. Bei Demonstrationen wurden mehrere Menschen festgenommen, zudem wurde von Verletzten berichtet. Der Streik richte sich gegen "die Regierung der Arbeitslosigkeit und des Elends", sagte CCOO-Generalsekretär Ignacio Fernández Toxo. Es handelte sich um den zweiten Generalstreik in Spanien in diesem Jahr.

Alle Verbindungen von und nach Deutschland des Thalys waren gestrichen

In Portugal fuhren U-Bahnen und Züge nicht , die portugiesische Fluggesellschaft TAP annullierte fast die Hälfte ihrer Flüge. In Krankenhäusern legten bis zu 90 Prozent der Beschäftigten die Arbeit nieder. Auf Spruchbändern forderten Demonstranten "Raus mit der Troika", um gegen die Sparvorgaben der internationalen Geldgeber Portugals zu protestieren. Der Gewerkschaftsbund CGTP hatte Proteste in etwa 40 Städten angekündigt. Die Aktion sei ein starkes Signal des Unbehagens, sagte CGTP-Generalsekretär Armenio Carlos.

Auch Verbindungen mit dem europäischen Hochgeschwindigkeitszug Thalys wurden bestreikt. Alle Verbindungen von und nach Deutschland waren am Mittwoch gestrichen. Auch der Verkehr zwischen Belgien und Frankreich sowie den Niederlanden sei unterbrochen, teilte die Thalys-Gesellschaft mit.

Video
Lissabon, 01.11.12: Mit entblößten Hintern haben einige Demonstranten in Portugals Hauptstadt am Mittwochabend ihrem Ärger Luft gemacht. Zusammen mit Tausenden anderen protestierten sie vor dem Parlament gegen die Sparmaßnahmen der Regierung.

Mit den Streiks wollen die Gewerkschaften gegen die harten Sparmaßnahmen zur Bekämpfung der Finanzkrise protestieren. Spaniens Regierung will bis zum Jahr 2014 etwa 150 Milliarden Euro mittels Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen einsparen. Portugal setzt im Genezug für internationale Finanzhilfen von 78 Milliarden Euro den Rotstift an.

Auch in Griechenland wurde zum Streik aufgerufen, jedoch nicht mit einer regen Beteiligung gerechnet. Proteste gegen rigide Sparmaßnahmen und eine übermäßige Belastung der Arbeitnehmer soll es auch in Deutschland, Italien, Frankreich, Belgien und Polen geben. (afp)

Kommentare
26.12.2012
12:17
#5 Schuld der Deutschen war es diesen Ländern Kredit zu geben
von meigustu | #7

#6 ihren Ratschlag halte ich für richtig. Wenn dabei die private Altersvorsorge vieler Europäer drauf geht lernt die heutige Generation wenigstens,...
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Generalstreik gegen Sparpolitik lähmt Portugal und Spanien
Generalstreik gegen Sparpolitik lähmt Portugal und Spanien
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http://www.derwesten.de/wirtschaft/generalstreik-gegen-sparpolitik-laehmt-portugal-und-spanien-id7291230.html
2012-11-14 08:12
Generalstreik,Portugal,Spanien,Sparpolitik,Regierungen,Aktionstag
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