Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Wirtschaft

Wie der Sieg von Apple im Patentstreit die Börsen bewegt

27.08.2012 | 12:19 Uhr
Der Sieg des amerikanischen Computerherstellers Apple im Patentstreit mit Samsung sorgt für Bewegung an den Börsen.Foto: dapd

Frankfurt/San José/Essen.  Nach der juristischen Niederlage von Samsung im Patentstreit mit Apple sind die Finanzmärkte in Bewegung. Die Aktie des koreanischen Konzerns stürzte am Montag ab, das Apple-Papier hingegen schoss in Frankfurt auf ein Rekordhoch. Auch der finnische Handy-Bauer Nokia profitiert von der Samsung-Schlappe, die Apple-Chef Tim Cook als "wichtigen Tag für den Konzern und für Erfinder in der ganzen Welt" feiert.

Der Sieg des amerikanischen Computerherstellers Apple im Patentstreit mit Samsung bewegt die Börsen: Während die Aktie des unterlegenen koreanischen Konzerns am Montag um 7,5 Prozent absackte und das Unternehmen damit zwölf Milliarden Dollar an Börsenwert verlor, markierten Apple-Anteile im Frankfurter Handel ein Rekordhoch von 547,89 Euro. Samsung hatte vor einem US-Gericht bei einem Mammutprozess eine viel beachtete Niederlage erlitten und muss nun 1,05 Milliarden Dollar (838 Millionen Euro) Schadenersatz zahlen.

Auch das Unternehmen Nokia hat am Montag von der Samsung-Niederlage gegen Apple profitiert. Der Kurs des finnischen Handyherstellers stieg im frühen Geschäft um sechs Prozent auf 2,64 Euro.

"Das ist ein gewaltiger Sieg von Apple", kommentierte Peter Misek vom US-Broker Jefferies das Urteil. Nun sei damit zu rechnen, dass Apple auch gegen andere Smartphone-Hersteller vorgeht, die Googles Handy-Betriebssystem Android nutzen - das sind etwa 65 Prozent aller Smartphones weltweit. Nordea-Analyst Sami Sarkamies schrieb in einem Kommentar: "Neben Apple halten wir Microsoft und Nokia für die größten Profiteure dieses Urteils". Die auf dem Microsoft -Betriebssystem "Windows8" basierenden Smartphones von Nokia liefern sich einen heftigen Konkurrenzkampf mit den Android-Smartphones von Samsung.

Video
Seoul, 27.08.12: Nach der Gerichtsniederlage im Patentstreit mit Apple hat der südkoreanische Technologiekonzern Samsung am Montag zwölf Milliarden Dollar an Börsenwert eingebüßt. Die Aktie rutschte in Seoul um rund sieben Prozent in die Tiefe.

Apple-Chef Tim Cook schrieb in einem Blog, dass das Urteil die klare Botschaft aussende, dass Diebstahl nicht richtig sei. Er sprach von einem wichtigen Tag für den Konzern und für Erfinder in der ganzen Welt.  In dem Prozess sei es um Wichtigeres als Geld und Patente gegangen, so Cook. Apple schätze Originalität und Innovation und bemühe sich, die besten Produkte der Welt herzustellen. "Und das tun wir, um unsere Kunden zu erfreuen, nicht damit unsere Wettbewerber schamlos kopieren."

Samsung reagierte verschnupft

Samsung reagierte entsprechend verschnupft. "Das Urteil sollte nicht als ein Sieg für Apple, sondern als Verlust für den amerikanischen Verbraucher betrachtet werden", teilte das in Seoul ansässige Unternehmen in einer ersten Reaktion mit. So werde es zu weniger Auswahl, weniger Innovationen und möglicherweise zu höheren Preisen führen.

Es sei "bedauerlich, dass das Patentrecht so manipuliert werden kann, dass ein Unternehmen ein Monopol über Rechtecke mit abgerundeten Ecken bekommt", fügte es am Samstag hinzu. Gleichzeitig gab sich Samsung kämpferisch. "Dies ist nicht das letzte Wort in diesem Fall oder Auseinandersetzungen, die vor Gerichten und Tribunalen weltweit ausgefochten werden", erklärte der Konzern.

Jobs Innovationen

Nach Ansicht der Geschworenen im kalifornischen San José hat Samsung geistige Eigentumsrechte des Konkurrenten verletzt. Sie fällten ihr Urteil am Freitag nach nur zweieinhalb Tagen der Beratungen. Es fiel vernichtend für die Südkoreaner aus. Sie kamen mit keiner ihrer Forderungen gegen den Konkurrenten durch.

Apple hingegen gewann auf ganzer Linie. Demnach erhalten die Amerikaner zwar weniger als die Hälfte der eingangs geforderten Summe von 2,5 Milliarden Dollar. Doch die Jury sah es als erwiesen an, dass Samsung bei der innovativen Technologie von iPhone und iPad abkupferte. Die Forderung der Südkoreaner in Höhe von 399 Millionen Dollar wurde daher rundheraus abgewiesen.

Deutschland, Großbritannien, Australien

Apple ist das wertvollste Unternehmen der Welt , Samsung der weltgrößte Smartphone-Hersteller. Der US-Prozess zwischen den zwei Giganten ist nur einer von vielen, die beide Konzerne gegeneinander führen. Andere werden in Deutschland, Großbritannien oder Australien ausgetragen. (dapd/Reuters)



Kommentare
27.08.2012
13:55
Wie der Sieg von Apple im Patentstreit die Börsen bewegt
von wenjuckts | #1

Die auf dem Microsoft -Betriebssystem "Windows8" basierenden Smartphones von Nokia liefern sich einen heftigen Konkurrenzkampf mit den Android-Smartphones von Samsung.
Herrlich... wieviele Windows 8 Smartphones gibt es denn schon? Oder anders gefragt.. seit wann gibt es denn offiziell Windows 8 für Smartphones?
Es liefert sich also ein Produkt einen heftigen Konkurenzkampf mit Android, welches es noch garnicht gibt?
Und das es auch noch andere Smartphone Herrsteller gibt die Android benutzen ist in Eure Apple Welt hier auch noch nicht vorgedrungen?
Unglaublich....

Aus dem Ressort
Vermögensverwaltung ist für jeden Geldbeutel möglich
Vermögensbildung
Dem Vermögensverwalter haftet etwas Elitäres an. Doch längst ist ein Verwalter nicht mehr nur für die höheren Gesellschaftsschichten tätig. Inzwischen kümmert er sich auch um mittlere Guthaben. Verbraucher können ihr Erspartes aber auch selbst managen.
Warum sich ein Bankenwechsel lohnen kann
Service
Bankkunden sollten gut überlegen, welches Konto für sie das richtige ist und die Konditionen der Geldinstitute genau vergleichen. Das kann viel Geld sparen. Markus Fleck, Bankjurist der Verbraucherzentrale Düsseldorf, gibt Tipps rund um das Thema Kontoführungsgebühren.
Bezahlen mit dem Handy - So geht’s
Verbraucher
In ausgewählten Geschäften ist es schon möglich: Vodafone-Kunden können das bargeldlose Zahlen in Deutschland als Erste testen. Noch reagiert der Handel eher verhalten. Doch Apple will das mit seinem neuen iPhone ändern und das neue Bezahl-Verfahren etablieren. Zunächst allerdings in den USA.
Sparkassen planen bei Konto-Überziehung Dispo-Warnung
Dispo-Zinsen
Einige Sparkassen der Region wollen künftig Kunden, die regelmäßig ihr Giro-Konto überziehen, per Kontoauszug informieren und Alternativen anbieten. Die Sparkassen Essen und Duisburg schaffen den Überziehungszins ab. Auch in Siegen, Hagen, Bochum und Dortmund werden die Themen diskutiert.
Mehr als 16 000 Beschwerden von Bankkunden über Beratung
Bankberatung
Viele Bankkunden sind offenbar weiterhin nicht mit der Beratung über Finanzprodukte zufrieden. Mehr als 16.000 Beschwerden gingen seit Ende 2012 bei der Finanzaufsicht Bafin ein. Die Grünen fordern deshalb, dass Geldinstitute bei schlechter Beratung mit Bußgeldern belegt werden.
Fotos und Videos
"Das schnelle Geld"
Bildgalerie
Fotostrecke
USA droht Herabstufung
Video
Staatsverschuldung
Was Dax-Bosse verdienen
Bildgalerie
Fotostrecke
Geld für die Urlaubskasse
Bildgalerie
Fotostrecke