Das aktuelle Wetter NRW 10°C
Arbeitsmarkt

Minijobber dürfen künftig 450 Euro verdienen

19.09.2012 | 17:34 Uhr
Funktionen
Minijobber dürfen künftig 450 Euro verdienen
Minijobber sollen künftig 450 Euro im Monat steuer- und abgabenfrei verdienen dürfen.Foto: dapd

Berlin.  Minijobber dürfen künftig mehr verdienen. Das Bundeskabinett hat beschlossen, dass in Zukunft 450 Euro im Monat steuern- und abgabenfrei verdient werden können. Bislang liegt die Grenze bei 400 Euro. Sozialdemokraten und Gewerkschafter kritisieren das Vorhaben: So würden mehr Billigjobs geschaffen.

Minijobber dürfen künftig mehr verdienen. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch beschlossen, die Einkommensgrenze von 400 auf 450 Euro anzuheben. Union und FDP im Bundestag sollen nun auf Basis der Vorlage von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) einen Gesetzentwurf erarbeiten . Die SPD und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierten, das Vorhaben schaffe mehr Billigjobs.

Wer derzeit weniger als 400 Euro monatlich verdient, muss keine Steuern und Abgaben zahlen. Künftig soll die Schwelle bei 450 Euro liegen. Vorgesehen ist zudem, dass Minijobber künftig einen Rentenversicherungsbeitrag zahlen sollen, zusätzlich zu den Arbeitgeberbeiträgen. Wer dies nicht möchte, kann sich davon befreien lassen, bislang ist es umgekehrt.

SPD und Gewerkschaften warnen vor der Vernichtung regulärer Jobs

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles kritisierte die Pläne. "Statt den Missbrauch von Minijobs zu bekämpfen, ermuntert Frau von der Leyen dazu, reguläre Beschäftigung in schlecht bezahlte und nicht abgesicherte Jobs umzuwandeln" , bemängelte Nahles. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte über Altersarmut sei eine Ausweitung der Minijobs sinnlos.

DGB-Vorstandmitglied Annelie Buntenbach sprach von einer "arbeitsmarktpolitischen Sackgasse, die vor allem für Frauen in Altersarmut endet". Anders als vielfach behauptet, seien Minijobs "kein Sprungbrett für gute Arbeit". Sie verwies darauf, dass Minijobber im Schnitt zu einem Stundenlohn von acht Euro arbeiteten und "eine Erhöhung der Minijobmauer" einzig und allein dazu führe, dass künftig noch mehr Arbeitnehmer zu Niedriglöhnen arbeiteten.

FDP hält Minijobs für unkomplizierte Möglichkeit zum Nebenverdienst

Die Neuregelung geht auf den Koalitionsvertrag zurück. CDU, CSU und FDP hatten darin vereinbart, "die Erhöhung und die Dynamisierung der Grenze sozialversicherungsfreier Minijobs" zu prüfen. Vor allem die FDP hatte sich für eine Ausweitung der Minijobs ausgesprochen.

Minijobs
Minijobber sollen nun 450 Euro verdienen dürfen

Die neue Regelung gilt ab dem Jahr 2013. Auch „Midijobber“ können 50 Euro mehr einstreichen. Ein entsprechendes Gesetz soll nach der Sommerpause in...

Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Heinrich Kolb begrüßte die Vorlage aus dem Kabinett. "Minijobs sind ein positiver Beitrag auf dem Arbeitsmarkt, denn die meisten Minijobber wollen sich einfach etwas unkompliziert hinzuverdienen", betonte er. Er widersprach Befürchtungen, die Neuregelung könne zu einer Zunahme der Minijobs führen. Dies sei nicht zu erwarten, "denn die meisten Beschäftigungsverhältnisse entstehen heute voll sozialversicherungspflichtig".

Minijobs sind auch innerhalb der Bundesregierung umstritten

Ministerin von der Leyen selbst gilt nicht als Befürworterin der geplanten Änderung. So erklärte sie im vergangenen Jahr etwa in der "Zeit", sie sei "eine entschiedene Gegnerin der Ausweitung der Minijobs" . Wie aus dem Umfeld des Familienministeriums verlautete, hatte sich auch Familienministerin Kristina Schröder (CDU) gegen eine Ausweitung der Minijobs ausgesprochen. Dies führe "gleichstellungs- und arbeitsmarktpolitisch in die falsche Richtung", hieß es demnach in einem Schreiben an ihre Kabinettskollegin. Sie stimme dem Vorhaben "nur mit Blick auf die im Koalitionsvertrag getroffene Vereinbarung zu". 8dapd)

Kommentare
24.10.2012
14:33
Minijobber dürfen künftig 450 Euro verdienen
von birne111 | #14

Bei einem Std. von 5.10 euro und man darf in der Woche weniger als 15 Std. arbeiten. Wie soll man da auf 450 euro im Monat kommen?

23.10.2012
07:32
Minijobber dürfen künftig 450 Euro verdienen
von B.Schmitz | #13

Und wieder einmal wird zugunsten von Arbeitgebern entschieden. Aber so lange es noch Menschen gibt die das mitmachen, wird sich nichts ändern. Es werden 400,00€ Jobs angeboten ohne das man Urlaub bekommt. Man bekommt nur Geld wenn man anwesend ist, das gleiche gilt bei Krankheit. Bei solchen Machenschaften sollten diejenigen, den Job haben wollen von vornherein nein sagen. Damit die Ausbeutung der Menschheit ein Ende hat. Aber leider gibt es genug Menschen die das mit sich machen lassen. Bei einem 400,00 € Job steht einem der gesetzliche Urlaub zu sowie auch Bezahlung bei Krankheit.

20.10.2012
12:54
Minijobber dürfen künftig 450 Euro verdienen
von wimmel | #12

Wenn es Alg 2 Minijobbern nicht paßt, dass sie für 4-6 Euro die Std. arbeiten sollen und Sie den Job dann nicht antreten, werden Sie und das ist ein weiterer Skandal, von der Argentur sanktioniert, weil sie ja jeden Job annehmen müssen.
Das wird dann noch großartig gefeiert, das ist doch eine Art Mafia die hier wirkt.
Menschen werden einerseits mit konstruierten Verfehlungen mit ihrem " nicht Überleben können" bedroht und sanktioniert, anderseits werden Menschen die die Millarden von Euros politisch veruntreut haben noch mit Millarden abgefunden.
Wie weit sind wir eigentlich noch von der Leibeigenschaft des Mittelalters entfernt ?

1 Antwort
Minijobber dürfen künftig 450 Euro verdienen
von wimmel | #12-1

Es muß natürlich "Millionen abgefunden" heissen !

18.10.2012
10:42
Minijobber dürfen künftig 450 Euro verdienen
von Subversion | #11

Minijobber gibt es gar nicht, denn die Menschen, die als Minijobber eingestellt werden, müssen genau wie andere Teilzeit -oder Vollzeitkräfte auch acht Stunden arbeiten! Kriegen aber nicht einmal die Hälfte bezahlt! Und wenn ihnen das nicht passt, werden sie entlassen. Mehr Menschenverachtung gibt es vielleicht in Kenia, wo Kinder umsonst arbeiten gehen müssen. Das müssen Hausfrauen oder Rentner hier auch...im Reinigungssektor oder in der Pflege.

10.10.2012
18:32
Minijobber dürfen künftig 450 Euro verdienen
von wimmel | #10

Typisch v.d.Leyen, mit ener Hand geben und mit der Anderen nehmen !
Da bleiben von 50 Euro Erhöhung, 38 Euro überig, da wird dann zu Lasten der Minijober und Arbeitslosen wieder abkassiert. Diese Dame hat doch erst 2010 die Rentenbeiträge für Hartzer abgeschafft. Wie kann diese Dame eigendlich noch in den Spiegel schauen.
Na die kommt ja auch aus Hannover :-))

27.09.2012
20:35
Minijobber dürfen künftig 450 Euro verdienen
von tusemfan100 | #9

Die Minijobs gehören abgeschafft!
Wann werden die Dummköpfe der Koalition gescheit
und begreifen endlich mal das man mit 450,- Euro
nicht seinen Lebensunterhalt bestreiten kann.
Und wir brauchen einen Mindestlohn von 10,- bis 12,- Euro
für alle Bereiche wo es keinen Tarifvertrag gibt.
Damit diese gering Verdiener nicht ausgebeutet werden.

20.09.2012
16:34
Minijobber dürfen künftig 450 Euro verdienen
von TVtotal | #8

100 Std plus X für 450 €...und im Rentenalter dann in den Genuss von ca 370 monatlich kommen...ich liebe dieses Land....

20.09.2012
13:56
Minijobber dürfen künftig 450 Euro verdienen
von wohlzufrieden | #7

..und im Alter dann die Mini-Rente...und daher den Minijob weiter machen bis zum Tod.

20.09.2012
11:16
Minijobber dürfen künftig 450 Euro verdienen
von buttsche | #6

Brotkrumen für die Armen, Kaviar für die Reichen! Weiter so Frau von der Leyen, so bekommt man sicher Wählerstimmen!!

20.09.2012
00:43
Minijobber dürfen künftig 450 Euro verdienen
von fogfog | #5

lieber harz 4 als einen minijob.der arbeitgeber der mit diesen abietet kann mir den buckel runterrutschen,

Aus dem Ressort
Duisburger überstürzen Hauskauf wegen Steuererhöhung
Wohnen
Ab Januar steigt in Duisburg die Grunderwerbssteuer. Viele Hauskäufer wollen den Kaufvertrag deshalb noch schnell in diesem Jahr unterzeichnen.
Noch schnell heiraten - Ansturm auf Standesämter im Dezember
Steuervorteil
Viele Paare lassen sich noch schnell am Jahresende trauen, um sich finanzielle Vorteile zu sichern. Doch lohnt sich der Weg zum Standesamt wirklich?
Einlagensicherung bei privaten Banken sinkt ab Januar
Verbraucher
Geht eine Bank pleite, ist das für Kunden erstmal ein Schock. Allerdings sind Einlagen in der Regel geschützt. Dafür gibt es die Einlagensicherung....
Sparen oder ausgeben? – Das Weihnachtsgeld richtig einsetzen
Zulagen
Am Ende des Jahres sieht die Gehaltsabrechnung bei vielen Beschäftigten gut aus. Denn dann wird oft das Weihnachtsgeld gezahlt. Wer das...
Zinsen zu gut – LBS in NRW will Tausenden Kunden kündigen
Bausparen
Nicht jeder Bausparer will den Traum einer eigene Immobilie verwirklichen. Manche sind vor allem an guten Zinsen für ihr Erspartes interessiert....
Fotos und Videos
"Das schnelle Geld"
Bildgalerie
Fotostrecke
USA droht Herabstufung
Video
Staatsverschuldung
Was Dax-Bosse verdienen
Bildgalerie
Fotostrecke
Geld für die Urlaubskasse
Bildgalerie
Fotostrecke