Gegen Opels Betriebsrat Klaus Franz wird ermittelt
28.11.2011 | 17:11 Uhr 2011-11-28T17:11:00+0100
Rüsselsheim. In die sich abzeichnende neue Krise beim Auto-Bauer Opel platzt eine weitere schlechte Nachricht. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelt wegen Untreue gegen den langjährig Betriebsratschef Klaus Franz.
In der sich abzeichnenden neuen Krise beim Auto-Bauer Opel platzt eine weitere schlechte Nachricht. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelt wegen Untreue gegen den langjährigen Betriebsratschef Klaus Franz. Der 59-Jährige hat gerade erst sein Ausscheiden zum Jahresende bekanntgegeben. Bereits dann und nicht wie von einigen erwartet nach seinem Geburtstag im April wechselt der als das „Gesicht von Opel“ bekanntgewordene Franz in die passive Phase seiner Altersteilzeit.
Einen Zusammenhang zwischen dem Ausscheiden und den Ermittlungen zu suchen sei abstrus, so der Anwalt des seit 2000 amtierenden Betriebsratschefs und langjährigen stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden. Franz habe laut „FAZ“ gegenüber Kollegen erklärt, er habe noch „einen Berg“ Überstunden abzufeiern.
Sonderzahlungen an Betriebsrat
Hintergrund der Ermittlungen sind vor einigen Wochen bekanntgewordene Sonderzahlungen an Betriebsratsmitglieder bei Opel. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung am Sonntag“ hatte Mitte Oktober berichtet, Franz und zwei weitere Arbeitnehmervertreter hätten von Opel bis zu 1300 Euro im Monat für ihre Tätigkeit als Betriebsrat erhalten haben. Das Unternehmen hat die Zahlungen inzwischen eingestellt, hält sie aber weiterhin für vereinbar mit dem Betriebsverfassungsgesetz .
Unterdessen veröffentliche die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ weitere fragwürdige Details zum Rückzug von Klaus Franz aus seinem Amt. Demnach hätte bei der letzten Betriebsratswahl 2010 keine Vermerk auf seine Altersteilzeit auf der Kandidatenliste gestanden. Auch in der IG Metall sei nichts von seinem angeblich seit 2006 so geplanten Ausscheiden bekannt gewesen. Außerdem hätte sich Franz auch noch sehr stark im Komitee zur Festplanung zu den Feierlichkeiten des 150-jährigen Opel-Jubiläums im nächsten Jahr engagiert.

04:55
Auch wenn es "nur" bis zu 1.300 Euro im Monat waren, bleiben doch Fragen. Z. B.:
- Wozu wurden die Beträge gezahlt?
- Hatten die Zahlungen Auswirkungen auf die Arbeit der Betriebsräte? Waren sie möglicherweise bestechlich?
Dem muss man nachgehen, da hilft nichts.
20:02
Danke an die ´Staatsanwaltschaft, selbst wenn nichts beweisen wird, es ist ein schritt in die richtige Richtung und zeigt den anderen korrupten BRs, das sie nicht schamlos eigene Wähler betrügen können. Ich hoffe, das es noch andere betreibe an die reiche kommen.
18:42
1300 Euros sind Peanuts. Würde es hier um Millionen von Euros gehen ok, aber wegen 1300 Euro gleich so ein Faß aufmachen?