Gasversorger drehen kräftig an der Preisschraube
21.06.2011 | 13:59 Uhr 2011-06-21T13:59:00+0200
Berlin. Deutsche Gaskunden müssen sich ab Juli auf höhere Preise einstellen. 70 Grundversorger wollen bei den Gaspreisen im Schnitt zehn Prozent draufschlagen. Manche Haushalte werden mit mehr als 270 Euro im Jahr zusätzlich belastet.
Deutschen Gaskunden steht eine Welle von Preiserhöhungen bevor. Im Juli und August würden zunächst rund 70 Grundversorger ihre Gaspreise um durchschnittlich zehn Prozent verteuern, teilten am Dienstag in Berlin die Verbraucherportale Toptarif und Check24 mit. Experten zufolge kommen im Herbst weitere Anbieter hinzu.
Bei einzelnen Unternehmen, die im Sommer ihre Preise anheben, kommt es nach Angaben der Verbraucherportale sogar zu Kostensteigerungen von bis zu 18 Prozent. Rund zwei Millionen Haushalte seien von den Preiserhöhungen im Juli und August betroffen. „Ein vierköpfiger Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden Gas muss sich im Rahmen der kommenden Preisrunde auf Mehrkosten von durchschnittlich 133 Euro, in der Spitze sogar von bis zu 275 Euro einstellen“, erklärte Daniel Dodt von Toptarif. Den Berechnungen von Check24 zufolge liegt die Verteuerung im Schnitt bei 138 Euro, in der Spitze bei 276 Euro im Jahr.
Zu Beginn der Heizsaison werden weitere Versorger folgen
Die rund 70 Versorger, die für Sommer höhere Preise angekündigt haben, würden wohl erst „die Vorhut“ sein, vermutete der Energieexperte des Verbraucherportals Verivox, Thorsten Storck. „Ich gehe davon aus, dass ein Großteil der Preiserhöhungen noch kommt“, sagte Storck der Nachrichtenagentur AFP. Vermutlich zu Beginn der Heizsaison im Oktober würden weitere Versorger an der Preisschraube drehen.
„Weit über 100“ der mehr als 800 Gaslieferanten in Deutschland könnten am Ende ihre Preise erhöht haben, überwiegend seien dies die örtlichen Grundversorger. Diese verhältnismäßig wenigen Betrieben versorgen einen Großteil der deutschen Gaskunden: 16 bis 17 Millionen der rund 20 Millionen deutschen Haushalte mit Gasheizung beziehen laut Verivox auch knapp fünf Jahre nach der Liberalisierung des Gasmarkts ihre Energie vom Grundversorger.
Steigender Ölpreis
Die Anbieter begründen laut der Verbraucherportale die jetzigen Anhebungen der Gaspreise vor allem mit dem steigenden Ölpreis. Viele Unternehmen, vor allem Grundversorger, haben langfristige Lieferverträge, die an den Heizölpreis gekoppelt sind. Verteuert sich das Öl, zieht mit einem Verzug von etwa einem halben Jahr der Gaspreis nach.
Mittlerweile gibt es jedoch auch Anbieter, die nicht mehr auf langfristige Lieferkontrakte setzen, sondern sich kurzfristig am Spot-Markt ihr Gas besorgen. Bei ihnen ist die Preisentwicklung nicht mehr an den Ölpreis gekoppelt. Sie sind laut Storck deshalb nun auch nicht gezwungen, ihre Gaspreise anzuheben. „Der Unterschied zwischen den Anbietern wird dadurch immer größer“, sagte der Verivox-Experte. Die Bereitschaft der Verbraucher, ihren Versorger tatsächlich zu wechseln, bleibe mit einer Wechselquote von aktuell zehn Prozent aber weiterhin niedrig. (afp)

19:44
Ist der Gaspreis nicht immer am Ölpreis gekoppelt und zieht nach Monaten nach? Das ( mir aber Unverständliche) war doch bisher so, oder habe ich da was verpasst?
18:06
Gasversorger drehen kräftig an der Preisschraube
Die armen Gasversorger müssen ja auch leben können, damit, z.b. der Vorsitzende jedes Jahr ein neues Dienstauto bekommen kann...
17:23
Tolle Zukunft! Strom und Gas fressen das Einkommen (Rentner!) auf.
16:58
Die Preiserhöhungen beim Gas haben NIX mit der Abschaltung von Kernkraftwerken oder [ZITAT]grünen Hirngespinsten[ZITAT ENDE] zu tun. Wohl dem, der das glaubt, was uns die Energiemafia einreden will.
Die Lieferanten erhöhen die Gaspreise ganz einfach deshalb, weil sie es können und weil bei einem steigenden Ölpreis der Gaspreis sofort nachgezogen wird und bei einem fallenden Ölpreis der Verkaufspreis fürs Gas natürlich nicht reduziert wird.
Wie im Artikel erwähnt, wechseln nur ca. 10% der Kunden den Lieferanten. Das ist für die Gasversorger ein prima Barometer dafür, die Preise noch weiter zu erhöhen, weil wir als Kunden ja immer nur maulen, aber nie handeln.
Also: entweder Anbieter wechseln oder einfach mal mit Hinweis auf das sog. billige Ermessen weigern, die Erhöhung zu zahlen. Die aktuellen Gerichtsurteile (sofern des dazu kommt) gehen zu einem großen Teil zugunsten der Gaskunden aus.
Aber das Nachblubbern des Scheinarguments, dass die Grünen an allem Schuld sind, ist ja einfacher.
16:06
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
15:09
Komisch ist nur, als die Ölpreise fielen sank der Gaspreis doch auch nicht, oder???
14:49
Wiiiiiieeee?!
Von Bezahlen haben die ja gar nix gesagt......
Endlich merkt bald jeder,was die grünen Hirngespinste so kosten.
Und mit dem Gas ist noch nicht schluss....dann kommt der Strom.Dann....
14:38
Wenn wie die Grünen es fordern nach dem Abschalten der Atomkraftwerke die Kohlekraftwerke durch Gaskraftwerke ersetzt werden wird das Gas wohl unbezahlbar werden. Schöne grüne Welt.