Gastronomen fordern Erlaubnis für Zwölf-Stunden-Schichten

Wenn die Gäste mal wieder länger bleiben: "Nicht wir bestimmen den Feierabend, sondern unsere Gäste", sagt Dehoga-Präsident Ernst Fischer.
Wenn die Gäste mal wieder länger bleiben: "Nicht wir bestimmen den Feierabend, sondern unsere Gäste", sagt Dehoga-Präsident Ernst Fischer.
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Der Gastronomen-Branchenverband Dehoga wettert gegen Mindestlohn und maximale Arbeitszeit: Gesetze sollten an die Lebenswirklichkeit angepasst werden.

Berlin.. Gastronomen und Hoteliers machen Front gegen die gesetzliche Höchstgrenze für die tägliche Arbeitszeit. Sie fordern zudem, künftig nur noch für einen kleineren Teil ihrer Beschäftigten die Arbeitszeit dokumentieren zu müssen. An bis zu drei Tagen pro Woche sollte bis zu zwölf Stunden Arbeit ermöglicht werden, sagte der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Ernst Fischer, am Donnerstag in Berlin. Das Arbeitszeitgesetz erlaubt maximal zehn Stunden.

Das Gesetz sollte „an die Lebenswirklichkeit angepasst werden“, verlangte Fischer: „Nicht wir bestimmen den Feierabend, sondern unsere Gäste. Wir können sie nicht einfach nach Hause schicken, wenn sie länger bleiben wollen.“ Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges ergänzte, man könne das Personal zu später Stunde auch nicht mehr wechseln: „Sie finden keinen, der um 23 Uhr einspringt.“

Hygienekontrollen Kritik am Mindestlohn

Hintergrund der Kritik ist das seit Jahresbeginn gültige Mindestlohngesetz. Es hat dazu geführt, dass die Behörden die vorgeschriebenen Aufzeichnung der Arbeitszeiten kontrollieren.

Die Unternehmen müssten laut Gesetz die Arbeitszeit von Mitarbeitern bis zu einer Verdienstgrenze von monatlich 2958 Euro aufzeichnen, sagte Fischer. „Wer diese Summe verdienen will, muss 348 Stunden zum Mindestlohn arbeiten“, rechnete er vor. „Das hat mit der Realität nichts zu tun.“ Der Verband setzt sich dafür ein, die Einkommensgrenze für die Dokumentationspflicht auf 1900 Euro zu senken.

Zwei Drittel sind Umsatzgewinner

Die vielen staatlichen Vorschriften drücken nach Auskunft des Branchenverbandes auf die sonst gute Stimmung des Gastgewerbes. Der Dehoga erwartet 2015 ein Umsatzplus von 2,5 Prozent. Die jüngste Umfrage unter 4000 Hoteliers und Gastronomen ergab, dass zwei Drittel Umsatzgewinner sind. (dpa)