Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Deutsche Bahn

Für Bahn-Chef Grube ist ein Börsengang derzeit kein Thema

27.05.2012 | 13:02 Uhr
Für Bahn-Chef Grube ist ein Börsengang derzeit kein Thema
Bahn_Chef Rüdiger Grube hält einen Börsengang der Bahn zurzeit weder für nötig noch für umsetzbar.Foto: dapd

Berlin.  Für Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube ist ein Börsengang aktuell kein Thema. Die Bahn brauche das "zurzeit nicht", sagte er in einem Interview und ließ außerdem durchblicken, dass er nicht an einen Erfolg eines solchen Unterfangens glaubt: "Man soll keine Schlachten, die man nicht gewinnen kann."

Ein Börsengang der Deutschen Bahn ist nach den Worten von Bahn-Chef Rüdiger Grube derzeit kein Thema. "Die Bahn braucht den Börsengang zurzeit nicht", sagte Grube der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Wir können neue Projekte heute auch so finanzieren." Politisch wäre eine Emission des Staatsunternehmens nach Grubes Einschätzung derzeit ohnehin ein aussichtsloses Unterfangen. "Man soll keine Schlachten schlagen, die man nicht gewinnen kann."

Grube bekräftigte, dass der Umsatz des Konzerns bis 2020 auf 70 Milliarden Euro verdoppelt werden soll. "Das sind im Schnitt jedes Jahr etwa sieben Prozent - das ist ehrgeizig, aber nicht unmöglich", sagte Grube. 60 Milliarden Euro soll die Bahn aus eigener Kraft erlösen, weitere zehn Milliarden Euro sollen Zukäufe beitragen. Im vergangenen Jahr hatte die Bahn knapp 38 Milliarden Euro Umsatz erzielt.

Auslastung im Fernverkehr gesteigert

Im Fernverkehr hat die Bahn nach Angaben von Personalvorstand Ulrich Homburg ihre Auslastung gesteigert. Sie liege derzeit bei 48 bis 49 Prozent, sagte Homburg der "Welt am Sonntag". "Das ist besser als im vergangenen Jahr, und wir nähern uns der Marke von 50 Prozent. In dem einen oder anderem Monat hatten wir das sogar schon."

Im vergangenen Jahr hatten allerdings vor allem die ICE-Züge immer wieder für Probleme gesorgt: Klimaanlagen streikten, im harten Winter fielen ganze Züge aus. "Wir haben noch lange nicht alle Probleme im Fernverkehr überwunden", räumte Homburg ein. "Und wir müssen weiterhin die Achsen in kurzen Intervallen auf mögliche Schäden überprüfen."

Ende des Jahres will Siemens einen Teil der in Auftrag gegebenen neuen ICE-Züge liefern. "Wir hatten schon 2008 bei Siemens 16 neue Hochgeschwindigkeitszüge bestellt", sagte Grube. "Die hätten im vorigen Jahr alle schon fahren sollen." Die Bahn sei aber immer wieder vertröstet worden", sagte der Konzernchef. "Jetzt werden wir bis zum Jahresende wohl sechs bis acht Züge bekommen. So spät, dass wir die nur als Winterreserve nutzen können." (rtr)



Kommentare
28.05.2012
12:59
Für Bahn-Chef Grube ist ein Börsengang derzeit kein Thema
von wohlzufrieden | #3

Börse? Endstation Größenwahn.

28.05.2012
02:38
Ein Mann mit Realitätssinn
von prorevier | #2

Die abgehobenen Ideen vom Börsengang waren etwas für Herrn Mehdorn. Herr Grube macht einfach nur richtig gutes Bahnmanagement. Er hat Vertragsstrafen für die Nichteinhaltung von Verträgen eingführt, das Bahnfahren für Behinderte verbilligt, den Umsatz und den Gewinn deutlich erhöht. Er hat natürlich auch die Vergünstigungen für Journalisten abgeschafft, aber warum nicht?
Er steht zwar viel weniger in den Medien als sein Vorgänger, aber der Mann ist richtig gut!

27.05.2012
15:24
Ein Bahn-Chef der sich immer wieder vertrösten lässt ist ein Lachnummer
von meigustu | #1

Ohne ein Exempel wird der Lieferant niemals parieren lernen.

Wir behalten also eine defizitäre Bahn nur mit dem Unterschied, dass das obere Management für seine Unfähigkeit ein Mehrfaches von dem bekommt, was bei der Beamtenbahn möglich wäre. Und auch ohne die sehr strikten Regelungen im Bereich der Zulieferer bzw. beim Verkauf von Grund und Boden.

Da sollten Politiker eigentlich Konsequenzen ziehen.

Aus dem Ressort
Jeder vierte Auszubildende in Duisburg bricht die Lehre ab
Arbeitsmarkt
Jeder vierte Duisburger Auszubildende beendet seine Lehre nicht. Gründe dafür können sowohl eine falsche Berufswahl aber auch zwischenmenschliche Gründe sein. Allein im letzten Jahr wurden 966 Ausbildungen abgebrochen. Um die Zahlen zu senken setzt die Arbeitsagentur auf die Berufsorientierung.
Warum Buchhändler das Ende der Buchpreisbindung fürchten
Freihandel
Buchhändler machen mobil gegen das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA. Ihre Angst: Bei den Verhandlungen könnten die Europäer die deutsche Buchpreisbindung opfern. Aber sind die festen Preise überhaupt noch zeitgemäß - und was wäre, wenn die Preisbindung verschwände?
„Rote Karte gegen Tarifflucht“ bei Amazon in Rheinberg
Streik
Die Beschäftigten des Onlineversandhändlers Amazon wollen unbedingt einen Tarifvertrag abschließen. Die Haltung, dass das Unternehmen mit den Mitarbeitervertretern darüber nicht einmal reden wolle, müsse aufgebrochen werden. Man werde nicht locker lassen, kündigen DGB und Verdi an.
Autozulieferer Hella aus Lippstadt geht an die Börse
Familienunternehmen
Mit neuer LED-Lichttechnik und Elektronik für die Automobil-Industrie wächst Hella aus Lippstadt seit Jahren. Der Automobilzulieferer eilt von Erfolg zu Erfolg. Jetzt geht das Familienunternehmen an die Börse. Platziert werden aber nur 15 Prozent der Anteile.
Arbeitslosenquote ist in Duisburg deutlich gefallen
Arbeitsmarkt
Im Oktober sank die Quote um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Damit liegt die Stadt an der Spitze im Ruhrgebiet. Insgesamt waren gut 30.500 Menschen in Duisburg arbeitslos gemeldet. Insbesondere bei der Jugendarbeitslosigkeit gibt es positive Entwicklungen.
Umfrage
Statt mit Aufkleber will Verkehrsminister Dobrindt die Pkw-Maut mit automatischer Nummernschild-Erkennung an den Autobahnen kontrollieren lassen. Was halten Sie davon?

Statt mit Aufkleber will Verkehrsminister Dobrindt die Pkw-Maut mit automatischer Nummernschild-Erkennung an den Autobahnen kontrollieren lassen. Was halten Sie davon?