Frischfleisch wird billiger

Berlin..  Verbraucher in Deutschland müssen seit dem Wochenende in vielen Fällen weniger für Frischfleisch bezahlen. Aldi und Norma läuteten am Samstag eine Preissenkungsrunde für viele Produkte in ihrem Sortiment ein. Die Nachlässe bei der reduzierten Ware lagen meist zwischen drei und neun Prozent. An Aldi-Preisen orientieren sich auch andere Handelsunternehmen.

Derweil hat die Umweltorganisation Greenpeace die Abschaffung von Fleischsubventionen gefordert. Der Fleischpreis müsse die wahren Umweltkosten der Fleischproduktion abdecken, erklärte die Umweltschutzorganisation gestern in Hamburg. Die Deutschen würden durchschnittlich fast ein Zehntel weniger Schweinefleisch essen, wenn statt der ermäßigten 7 Prozent der volle Mehrwertsteuer-Satz von 19 Prozent gelten würde. Dies zeige eine neue Studie, die Greenpeace beim Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) in Auftrag gegeben hat. „Statt Fleisch zu Spottpreisen zu verkaufen, sollte weniger und besseres Fleisch mit geringeren Umweltkosten produziert werden“, sagt Martin Hofstetter, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace. Mit einer Anpassung der Mehrwertsteuer müsste der Verbraucher pro Jahr im Mittel etwa 25 Euro mehr für Fleisch ausgeben.

Dass der Einzelhandel mit Lebensmitteln in immer weniger Händen liegt, macht derweil dem Bundeskartellamt immer größere Sorgen. Vier Handelsgruppen kommen nach Einschätzung der Bonner Behörde zusammen bereits auf insgesamt 85 Prozent Marktanteil. „Richtig ist, dass wir die fortschreitende Konzentration in der Branche mit großer Sorge betrachten“, sagte Kartellamtschef Andreas Mundt. Die Behörde könne zwar nicht jeden Zukauf untersagen. Größere Übernahmen durch die Marktriesen wären aus Sicht von Mundt aber problematisch.