Das aktuelle Wetter NRW 24°C
Lebensmittel

Frischfleisch billiger - Kartellamt sorgt sich dennoch um Wettbewerb

01.06.2013 | 16:39 Uhr
Frischfleisch billiger - Kartellamt sorgt sich dennoch um Wettbewerb
Verbraucher in Deutschland müssen in vielen Fällen weniger für Frischfleisch bezahlen.Foto: dpa

Berlin.   Die Verbraucher freut's: Mehrere Handelsunternehmen wollen Preise für Frischfleisch senken. Aldi-Nord, Aldi-Süd und Norma läuteten am Samstag eine Preissenkungsrunde ein. Kartellamtschef Mundt macht sich dennoch grundsätzlich Sorgen über die Konzentration im Lebensmittelhandel.

Verbraucher in Deutschland müssen in vielen Fällen weniger für Frischfleisch bezahlen. Die Handelsunternehmen Aldi-Nord, Aldi-Süd und Norma läuteten am Samstag eine Preissenkungsrunde für viele Produkte in ihrem Sortiment ein. Die Nachlässe bei der reduzierten Ware lagen meist zwischen drei und neun Prozent.

An Aldi-Preisen orientieren sich auch andere Handelsunternehmen wie zum Beispiel die Supermarkt-Ketten Edeka und Rewe ("Gut & Günstig", "Ja"). Von diesen beiden war am Samstag zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Lesen Sie auch:
Kunden verlieren trotz Skandalen nicht die Lust an Fleisch

Den Metzgern geht der Nachwuchs aus, aber nicht der Kunde. Die jüngsten Lebensmittel-Skandale verunsichern zwar die Verbraucher. Aber die Lust auf Rippchen und Mettwurst ist noch immer groß. Die Frage nach der Herkunft der Ware wird einem Fleischermeister aus Hattingen jedoch kaum gestellt.

Ein Sprecher von Deutschlands größtem Handelskonzern Metro sagte hingegen, es gebe keine Preissenkungswelle in den zum Unternehmen gehörenden Real-Märkten. Das Fleisch komme zum größeren Teil frisch von der Theke und sei mit der abgepackten Ware der Konkurrenten Norma oder Aldi nicht vergleichbar.

Dass der Einzelhandel mit Lebensmitteln in immer weniger Händen liegt, macht derweil dem Bundeskartellamt immer größere Sorgen. Vier Handelsgruppen kommen nach Einschätzung der Bonner Behörde zusammen bereits auf insgesamt 85 Prozent Marktanteil. "Richtig ist, dass wir die fortschreitende Konzentration in der Branche mit großer Sorge betrachten", sagte Kartellamtschef Andreas Mundt. Die Behörde könne gemäß den gesetzlichen Vorgaben zwar nicht jeden Zukauf untersagen.

Einzelne Discounter als "Preissetzer"

Größere Übernahmen durch die Marktriesen wären aus Sicht von Mundt aber problematisch. Er lässt seit längerem die Machtverhältnisse zwischen Handelskonzernen und Lieferanten unter die Lupe nehmen.

Einzelne Discounter fungieren nach Mundts Worten als Preissetzer - auch wenn es für die Verbraucher teurer wird: "Wenn einer die Preise anhebt, dann sagen sich alle anderen, das kann ich auch. Aber diese Form des gegenseitigen Beobachtens und Nachahmens ist für sich genommen nicht verboten. Wichtig ist, dass die Preise im Wettbewerb zu Stande kommen und nicht durch Absprachen." (dpa)


Kommentare
02.06.2013
23:49
Frischfleisch billiger - Kartellamt sorgt sich dennoch um Wettbewerb
von paranoidus | #3

Frischfleisch bei Aldi ?
Wer das kleingedruckte bei Wurst-Fleisch auf der Verpackung (Lupe nicht vergessen) liest könnte denken das die ihren Chemiemüll entsorgen!

02.06.2013
16:24
Frischfleisch billiger - Kartellamt sorgt sich dennoch um Wettbewerb
von Shy_Eye | #2

"Das Fleisch komme zum größeren Teil frisch von der Theke und sei mit der abgepackten Ware der Konkurrenten Norma oder Aldi nicht vergleichbar." Das will ich aber auch hoffen, denn ich kaufe nicht umsonst an der Frischetheke und ganz sicher ist das Frisch-Fleisch an der Theke NICHT so günstig wie das abgepackte von Aldi oder Norma.

Aber abgesehen davon, der ganze Chemie-Kram der alles im Fleisch drin ist, da ist das Fleisch sogar noch VIEL ZU TEUER!

02.06.2013
10:03
Frischfleisch billiger - Kartellamt sorgt sich dennoch um Wettbewerb
von fairred | #1

Alleine schon der Bericht lässt mich erschaudern. Schon lange habe ich kein Billigfleisch mehr gekauft. Letztendlich hat man außer Wasser eh nichts mehr in der Pfanne. Anders ist das bei Ridderskamp und Hahn, ein lokaler Metzger. Sie kaufen Schwein und Geflügel lokal ein, Umkreis etwa 75 km. Und es wird darauf geachtet, dass das Geflügel aus Betrieben kommt, in denen kein Antibiotika eingesetzt wird. Einen entsprechenden Flyer habe ich bekommen. Und ja: Man schmeckt die Qualität. Auch die Mitarbeiter sind sehr, sehr freundlich und auch lustig. Man merkt, dass in diesem Betrieb verantwortungsbewusst gearbeitet wird.

Lieber weniger Fleisch essen, aber dann wissen, woher es kommt und wer von meinem Geld lebt. Ridderskamp tut auch was für Gelsenkirchen, bildet aus und bringt sich sozial ein.

http://www.ridha.de/filialen.html

Jeder Konsument tut sich was Gutes, darauf zu achten, wie ein Betrieb geführt wird. Genau so geht man mit der Wahre und den Menschen um.

2 Antworten
Frischfleisch billiger - Kartellamt sorgt sich dennoch um Wettbewerb
von buntspecht2 | #1-1

fairred | #1Tolle Werbung was gab es 1kilo Rindfleisch?

Frischfleisch billiger - Kartellamt sorgt sich dennoch um Wettbewerb
von Jorgel | #1-2

Seit wann darf hier Spam verbreitet werden?

Aus dem Ressort
Heimischen Firmen brechen Umsätze aus Russland-Export weg
Ukraine-Krise
Sanktionen gegen Russland treffen südwestfälische Wirtschaft jetzt schon. Umfrage bei Unternehmen aus der Region: Die Besorgnis wächst
Neubauten sollen von Mietpreisbremse ausgeschlossen werden
Mieter
Fallen Neubauten aus der geplanten Mietpreisbremse? Offenbar drohen im Gesetzentwurf der schwarz-roten Bundesregierung mehr als Ausnahmen als geplant. Die Bremse sieht vor, dass bei einem Mieterwechsel die neue Miete maximal zehn Prozent über dem Orts-Niveau liegen darf.
MediaSaturn drängt mit eigenen Tarifen auf den Handymarkt
Mobilfunk
Weniger Wettbewerb, steigende Preise: Die Übernahme von E-Plus durch den Konkurrenten Telefónica Deutschland hat Verbraucherschützer auf den Plan gerufen. Sie fürchten, dass der Wettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt nachlassen könnte. Nun steigt mit MediaSaturn ein weiterer Player in den Ring.
Nach Flaute wieder mehr Tempo auf Arbeitsmarkt
Arbeitsmarkt
Nach einer kurzen Flaute im späten Frühjahr hat der deutsche Arbeitsmarkt nach Experten-Einschätzung im Juli wieder an Fahrt gewonnen.
Hemdenhersteller Olymp blickt mit Sorge nach Russland
Textil
Der Hemdenhersteller Olymp verfolgt mit Sorge die Spannungen zwischen Russland und der Europäischen Union. "Russland ist unser wichtigster Exportmarkt", sagte Olymp-Chef Mark Bezner. Gut 18 Prozent der Exporte gingen in das Land.
Umfrage
S-Bahnen in NRW sollen bald wieder mit Außenwerbung auf den Zügen herumfahren. Was halten Sie davon?