Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Wirtschaft

Freihandel und Reformen sollen APEC-Staaten krisenfest machen

09.09.2012 | 14:48 Uhr
Foto: /AP/Mikhail Metzel

Mit einem umfassenden Maßnahmen-Paket wollen die Mitglieder der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) ihre Volkswirtschaften vor den Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise schützen. Beim Gipfeltreffen in Wladiwostok einigten sich die APEC-Mitglieder am Sonntag auf eine Förderung des freien Handels, Reformen und eine Stärkung der öffentlichen Finanzen.

Wladiwostok (dapd). Mit einem umfassenden Maßnahmen-Paket wollen die Mitglieder der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) ihre Volkswirtschaften vor den Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise schützen. Beim Gipfeltreffen in Wladiwostok einigten sich die APEC-Mitglieder am Sonntag auf eine Förderung des freien Handels, Reformen und eine Stärkung der öffentlichen Finanzen. Am Rande der Konferenz kam es zu zahlreichen bilateralen Gesprächen zwischen Vertretern der 21 Mitgliedstaaten; Russland und Japan einigten sich auf ein gemeinsames Energieprojekt.

"Die Ereignisse in Europa wirken sich negativ auf das Wachstum in der Region aus. Unter solchen Umständen haben wir beschlossen, zusammen zu arbeiten, um das Wachstum zu unterstützen, die Finanzstabilität zu fördern und das Vertrauen wiederherzustellen", hieß es in einer Stellungnahme nach dem Gipfel. Die Region trägt zu etwa 50 Prozent zur weltweiten Wirtschaftstätigkeit sowie 40 Prozent zum Welthandel bei. Russlands Präsident Wladimir Putin sprach von einem "konstruktiven" Treffen.

Sorge vor politischen Unruhen

Die APEC warnte eindringlich vor Lebensmittelengpässen. Die verlässliche Bereitstellung von Nahrungsmitteln "ist eines der akutesten Probleme unserer Zeit", sagte Putin. "Ohne Versorgungssicherheit bei Lebensmitteln können wir unser Ziel nicht erreichen, die Lebensqualität unserer Bürger zu verbessern." Unter den 21 Mitgliedsstaaten der APEC herrscht offenbar auch die Sorge, dass steigende Lebensmittelpreise zu politischen Unruhen führen könnten.

Russland und Japan brachten am Rande des Gipfeltreffens ein gemeinsames Energieprojekt auf den Weg. Putin und der japanische Ministerpräsident Yoshihiko Noda hätten der Unterzeichnung eines Memorandums über die Lieferung von Flüssiggas beigewohnt, teilte der russische Energiekonzern Gazprom mit. Seit der Abschaltung der meisten Atomkraftwerke hat die japanische Nachfrage nach Flüssiggas deutlich zugenommen. Das umgerechnet rund zehn Milliarden Euro teure Projekt sei von großer Bedeutung für die Erschließung der asiatisch-pazifischen Märkte, sagte Gazprom-Chef Alexej Miller. Russland will neben seinem traditionellen Absatzmarkt für Gas in Europa künftig auch in Asien Fuß fassen. Japan habe dabei höchste Priorität, sagte Miller.

© 2012 AP. All rights reserved

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?

Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?

 
Aus dem Ressort
Container-Pläne in Dortmund sorgen für Ärger
Hafen
Wenn Wirtschaftsförderung auf Wutbürger trifft: Dortmund baut im Hafen ein Container-Terminal, das eine Job-Maschine sein soll. Es sorgt aber auch für viel Ärger – sogar bei den Grünen, die eigentlich für den Container-Verkehr sind.
Ein Sauerländer soll an die Spitze der IHK NRW
WIRTSCHAFT
Der Olsberger Unternehmer Ralf Kersting gilt als aussichtsreicher Kandidat für das Amt. Gewählt wird am 4. November.
Telefonanschlüsse vertauscht - Telekom verursacht Kabelsalat
Telefonnetz
Panne bei der Telekom: In Dinslaken wurden bei der Installation von neuen Verteilerkästen einige Anschlusskabel falsch verbunden. Die Folge: Einige Telefonleitungen sind tot, Kunden telefonieren mit der Nummer des Nachbarn und surfen eventuell auch auf dessen Kosten im Internet.
Sauerländer Ralf Kersting soll Chef der IHK NRW werden
Wirtschaft
Die 16 Industrie- und Handelskammern aus Nordrhein-Westfalen in Bochum wählen am 4. November einen neuen Präsidenten ihres Landesverbandes. Ein Sauerländer hat wohl gute Chancen auf diese Position: Ralf Kersting, Präsident der IHK Hellweg-Sauerland in Arnsberg, soll zu den Favoriten gehören.
Ruhr-Unternehmen ärgern Mindestlohn und die Rente mit 63
IHK-Umfrage
Unternehmen an Rhein und Ruhr beschreiben ihre aktuelle wirtschaftliche Lage mit großer Mehrheit als robust. Von den Industrie- und Handelskammern nach der Zukunft befragt, zeigen sich aber Sorgenfalten. Die Laune der Revier-Unternehmen sinkt vor allem wegen der Rente mit 63 und des Mindestlohns.