Das aktuelle Wetter NRW 17°C
Wirtschaft

Frau in Spanien springt wegen Zwangsräumung in den Tod

09.11.2012 | 19:12 Uhr
Foto: /dapd

Wegen einer unmittelbar bevorstehenden Zwangsräumung hat sich eine Spanierin am Freitag aus dem vierten Stock ihrer Wohnung in den Tod gestürzt. Die 53-Jährige aus einem Vorort Bilbaos konnte ihren Hypothekenkredit nicht mehr bedienen. Die Frau arbeitete nach Angaben der Behörden in einem örtlichen Busbahnhof und hinterlässt eine 21-jährige Tochter.

Madrid (dapd). Wegen einer unmittelbar bevorstehenden Zwangsräumung hat sich eine Spanierin am Freitag aus dem vierten Stock ihrer Wohnung in den Tod gestürzt. Die 53-Jährige aus einem Vorort Bilbaos konnte ihren Hypothekenkredit nicht mehr bedienen. Die Frau arbeitete nach Angaben der Behörden in einem örtlichen Busbahnhof und hinterlässt eine 21-jährige Tochter. Bereits Ende Oktober brachte sich ein Spanier um, weil ihm die Zwangsräumung drohte, ein weiterer Mann versuchte es und überlebte schwer verletzt.

Eine Besonderheit des spanischen Hypothekenrechts erlaubt die Zwangsräumung, wenn die vereinbarten Zahlungen nicht mehr geleistet werden können, wobei die Schuldner auch nach einem Zwangsverkauf der Immobilie für eine etwaige Restschuld aufkommen müssen. Nach Regierungsangaben sind 350.000 Menschen seit Beginn der Krise im Jahr 2008 betroffen. Aufgrund der dramatischen Folgen dieser Regelung richtete die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy eine Taskforce ein, die prüfen soll, wie die Zahl der täglich 500 Zwangsräumungen reduziert werden kann.

© 2012 AP. All rights reserved

dapd

Facebook
Kommentare
11.11.2012
11:43
Frau in Spanien springt wegen Zwangsräumung in den Tod
von Ismet | #1

Das Geld aus dem EU Rettungsfonds hätte bestimmt x Fach ausgereicht, diesen Menschen zu helfen.
Aber lieber werden einige wenige Banken und deren "armen" Aktionäre gestützt da dieser ja mittellos geworden sind...
Es ist eine gewaltige Umverteilungsaktion in Europa zugange und die, die das auch noch ausbaden dürfen, werden noch auf andere gehetzt, die angeböich die Schuld dazu tragen...
Auch wenn ich dafür hier gesteinigt werde, Europa ist auf dem bestem Wege wie die USA in kürze unter zugehen.
Vielen Dank dafür und mein beileid für die hinterbliebenen des Opfers...

Umfrage
Essen testet jetzt, ob nächtliches Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen etwas für den Lärmschutz bringt. Was halten Sie davon?
 
Aus dem Ressort
BP bleibt in Bochum - tausend Jobs gesichert
Konzern
Die Europazentrale von BP bleibt in Bochum. Das hat die Funke Mediengruppe am Dienstag aus Unternehmenskreisen erfahren. Die Entscheidung sichert den Erhalt von rund tausend Arbeitsplätzen. Anfang August war bekannt geworden, dass BP mit dem Gedanken spielt, Bochum zu verlassen.
Thai Airways gibt Düsseldorfer Flughafen einen Korb
Flughafen
Die thailändische Fluggesellschaftt Thai Airways wollte ab 1. Dezember vier mal pro Woche von Düsseldorf nach Bangkok fliegen. Daraus wird jetzt nichts – zumindest vorerst. Der Flughafen hofft nun auf die Aufnahme der Nonstop-Verbindung im kommenden Jahr.
Daimler-Mitarbeiter in Düsseldorf streiken für ihre Jobs
Fahrzeugindustrie
Noch ist das Sprinter-Werk in Düsseldorf Daimlers größtes Transporterwerk. Doch bis zu 1800 Stellen könnten von dort abgezogen und in ausländische Werke verlagert werden, befürchtet die IG Metall. Die Beschäftigen wehren sich, seit Dienstag auch mit Streik.
Viele ehemalige Schlecker-Frauen verdienen heute weniger
Schlecker
Nach der Schlecker-Pleite vor zwei Jahren leiden immer noch viele der rund 27.000 Beschäftigten unter der Insolvenz. Zwar galten zuletzt nur noch 6000 ehemalige Schlecker-Mitarbeiter als arbeitslos. Vielen geht es laut Gewerkschaft Verdi aber deutlich schlechter als zu Schlecker-Zeiten.
Börsengang bringt Online-Händler Zalando 605 Millionen Euro
Zalando
Der Online-Modehändler Zalando nimmt bei seinem Börsengang nicht ganz so viel Geld ein wie erwartet. Obwohl die Nachfrage groß und die Platzierung überzeichnet gewesen sein soll, legt das Unternehmen den Ausgabepreis nur knapp am oberen Ende der Preisspanne fest.