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Fragwürdige Arbeitsbedingungen - Apple und seine iPhone-Produktion in China

13.09.2012 | 06:11 Uhr
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Die fragwürdigen Arbeitsbedingungen für das iPhone in China scheinen bei den Kunden kaum eine Rolle zu spielen. Foto: rtr

Berlin.   Apple hat das neue iPhone vorgestellt. Damit geht das bestverkaufte Produkt von Apple in eine neue Runde. Die Bank JP Morgan nimmt an, dass allein bis Jahresende acht Millionen Exemplare verkauft werden. Die fragwürdigen Arbeitsbedingungen in China scheinen bei den Kunden kaum eine Rolle zu spielen.

Das iPhone ist ein zwiespältiges Produkt. Einerseits setzt es technologische und kulturelle Standards. Wie kaum ein anderes Produkt vermittelt es den Käufern das Gefühl, auf angenehme Weise an den Möglichkeiten der globalen Kommunikation teilzuhaben . Andererseits stehen Apple-Produkte wie iPhone oder iPad für die schlechten Seiten der Globalisierung.

Auf der Rückseite jedes iPhones ist zu lesen: „Entworfen von Apple in Kalifornien. Produziert in China.“ Das bedeutet: Apple stellt fast nichts selbst her. Die Produktion findet im Ausland statt – zu großen Teilen in den gigantischen Werken des Foxconn-Konzerns in China, für den über eine Million Menschen arbeiten . Dass die schlechten Arbeitsbedingungen dort langsam, aber sicher das positive Image der Apple-Produkte bedrohen, hat die US-Firma 2011 erkannt.

Arbeitszeiten in Foxconn-Werken auf 60 Wochenstunden gedrückt

Deshalb ließ Apple die Foxconn-Werke durch die Fair Labor Association (FLA) kontrollieren, die für erträgliche Zustände in der globalen Produktionskette sorgen soll. Das Ergebnis der Überprüfung: Die Kontrolleure bestätigten viele der Vorwürfe, die unter anderem die Hongkonger Kritiker-Organisation Sacom gegen Apple und Foxconn erhebt.

Mitte August erklärten die FLA-Prüfer, dass Foxconn die wöchentliche Arbeitszeit seiner Beschäftigten auf mittlerweile 60 Stunden pro Woche gedrückt habe. Das ist immer noch mehr, als das chinesische Arbeitsgesetz erlaubt. Dieses wollen die Konzerne nun bis spätestens Juli 2013 einhalten.

Das ist das neue iPhone

 

Ein Stundenlohn von 90 Cent pro Stunde

Der Lohn einer normalen Foxconn-Arbeiterin im Werk Chengdu in Zentralchina betrug 2011 etwa 2000 Renmimibi (210 Euro) für rund 240 Arbeitsstunden monatlich. Das machte rund 90 Euro-Cent pro Stunde – eine Summe, die den Arbeitern nur ein relativ bescheidenes Leben ermöglichte. Der Löhne in China sind auch deshalb so niedrig, weil Apple seine Zulieferer unter Druck setzt.

2011 betrugen die Arbeitskosten eines iPhones im Verhältnis zu dessen Verkaufspreis größenordnungsmäßig drei Prozent. Von 500 Euro, die Kunden in Europa oder den USA zahlten, kamen etwa 15 Euro bei den Arbeiterinnen an.

Apple Stores in China sind ständig überfüllt

Wird Apple kleinere Gewinne als Folge der höheren Produktionskosten akzeptieren? Oder wird der US-Konzern versuchen, die steigenden Kosten an die Endkunden weiterzugeben? Und wird das funktionieren? Dafür spricht, dass selbst in China die Apple Stores ständig überfüllt sind.

Zwar kommen die neuen Geräte dort etwas später heraus als in den USA. Wenn es aber so weit ist, reißen die Kunden sie den Verkäufern aus den Händen. Gegen künftige Megaerfolge von Apple spricht jedoch, dass die Smartphones von Konkurrenten wie Samsung und Nokia mittlerweile wieder auf Augenhöhe sind.

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Hannes Koch

Kommentare
17.09.2012
06:15
Fragwürdige Arbeitsbedingungen - Apple und seine iPhone-Produktion in China
von aufkoks | #6

Ist aber nichts neues. Zum Glück bin vom Applefieber geheilt.

15.09.2012
18:34
Fragwürdige Arbeitsbedingungen - Apple und seine iPhone-Produktion in China
von mcflemp | #5

Jaja, jedes Jahr die gleiche Leier. Erst die Artikel mit den "Insider-Infos" zum nächsten iPhone, dann extatisscher Jubel bei Veröffentlichung, dann die Berichte über die enorme Nachfrage, dann die Foxconn-Nummer. Und jedes Mal wird ignoriert, dass so gut wie alle anderen Handys, Computer, Fernseher etc. aller anderen Hersteller unter genau den gleichen oder sogar schlimmeren Bedingungen produziert werden. Egal, bringt ja Klicks. Wie wäre es denn stattdessen mal mit einer Produktübersicht zu Geräten, die unter fairen Bedingungen zu guten Löhnen produziert werden, anstatt immer wieder die gleichen Leichen aus dem Keller zu holen?

14.09.2012
12:04
Fragwürdige Arbeitsbedingungen - Apple und seine iPhone-Produktion in China
von holmark | #4

Apple verdient an jedem in China produzierten iphone 4s gut 300 US Dollar. Würde Apple die Geräte in den USA zu den dort geltenden Standards produzieren, wären es nur noch rund 80 Dollar Gewinn pro iphone 4s. Das würde zum Überleben der Aktionäre einfach nicht reichen...

14.09.2012
11:48
Fragwürdige Arbeitsbedingungen - aber nicht nur bei Apple-Zulieferern!!!
von willy-bochum | #3

Es ist sicherlich richtig, dass die Arbeitsbedingungen in den asiatischen Ländern häufig katastrophal sind. Aber der Bericht ist wenig sachorientiert. Warum schießt man sich hier auch Apple ein, wo doch fast alle großen Firmen in China und Co. produzieren oder soogar dort ansässig sind.

14.09.2012
09:37
jibbet in China kein Hartz IV?
von Rattenscharf | #2

dann müsste man nicht bei Foxconn arbeiten...

13.09.2012
07:57
Was erwarten ...
von Partik | #1

... Käufer wie Wirtschaftsbeobachter eigentlich?

Die Produktion solcher Geräte hat sich doch gerade nach Asien verlagert, weil es dort so billig ist. Wenn wir unsere Arbeitsbedingungen auf asiatische Verhältnisse übertragen wollen, passt das ganze Konzept nicht mehr.

Die Traumtänzer können es vergessen, in Asien lebenswerte Umstände nach westlichen Standard etablieren zu wollen, nur weil westliche Käufer dort hergestellte Produkte zu einem schon frech überteuerten Preis kaufen.

Es ist aber zu erwarten, dass China und co. uns sowieso irgendwann die Dauemenschrauben ansetzen, wenn im Westen nichts mehr gebaut wird, außer Produktionsanlagen für China in von chinesischen Investoren übernommenen westlichen Firmen.

Dann erledigt sich die Sache von selber, wenn die Pleitestaaten Europas die neuen Billigproduzierer werden. Vielleicht nicht morgen, aber wir werden die Quittung für diesen hemmungslos aus Asien gekauften Elektronik-Mist bekommen.

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