Förderbank KfW bereitet sich auf Negativzins vor

Frankfurt..  Die Förderbank KfW bereitet sich wegen der Niedrigzinsphase grundsätzlich auf negative Zinsen für Darlehen vor. Viele Investoren werfen dem Institut frisches Geld hinterher und sind bereit, dafür sogar noch etwas zu zahlen. „Die Frage ist: Müssen wir unseren Vorteil aus dem Funding nicht weitergeben?“, sagte KfW-Chef Ulrich Schröder am Mittwoch in Frankfurt. Im Ergebnis könnten Verbraucher über ihre Hausbank günstiger an KfW-Fördermittel kommen.

„Wir werden als KfW sicher nicht die ersten sein, die das umsetzen“, betonte Schröder. „Aber wir müssen uns darauf vorbereiten.“ IT-Systeme müssten umgebaut werden, rechtliche Fragen seien zu klären, Geschäftsbanken müssten mitziehen. „Ehe dieser Rubikon überschritten ist, sind noch sehr, sehr viele Fragen zu diskutieren“, fasste Schröder zusammen.

Im vergangenen Jahr steigerte das vom Bund (80 Prozent) und den Ländern (20 Prozent) kontrollierte Institut seinen Gewinn auf gut 1,5 Milliarden Euro. Entgegen den Erwartungen wurde das Vorjahresergebnis von rund 1,3 Milliarden Euro übertroffen. Das Management erklärte den Gewinnsprung allerdings mit Sondereffekten: Die positive Entwicklung resultiere vor allem aus dem sehr guten Bewertungsergebnis. Die Risikovorsorge für ausfallgefährdete Kredite lag deutlich unter Plan.

Für das laufende Jahr prognostizierte Schröder einen wieder sinkenden Überschuss. „Das Jahr 2015 wird uns ermöglichen im Rahmen des langfristigen nachhaltigen Konzerngewinns von einer Milliarde Euro zu agieren. Das erste Quartal ist ausgesprochen ordentlich gelaufen.“ Im Fördergeschäft sei erneut ein Volumen „in der Gegend von 70 Milliarden Euro“ zu erwarten. Allerdings setze sich der Trend zu einer Verschiebung des Engagements vom Inland ins Ausland fort. Der deutsche Mittelstand schwimme aktuell in Krediten und Eigenmitteln.

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