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Flugzeugbauer Airbus peilt 2013 wieder Rekorde an

17.01.2013 | 17:53 Uhr
Foto: /dapd/Philipp Guelland

Boeing hängt Airbus ab: Der europäische Flugzeughersteller ist trotz eines Rekordjahres bei Auslieferungen und Neubestellungen hinter den US-Konkurrenten zurückgefallen. Airbus übergab im vergangenen Jahr den neuen Spitzenwert von 588 Flugzeugen an Kunden. Gleichzeitig nahm der deutsch-französische Hersteller netto 833 neue Aufträge entgegen.

Hamburg/Toulouse (dapd-nrd). Boeing hängt Airbus ab: Der europäische Flugzeughersteller ist trotz eines Rekordjahres bei Auslieferungen und Neubestellungen hinter den US-Konkurrenten zurückgefallen. Airbus übergab im vergangenen Jahr den neuen Spitzenwert von 588 Flugzeugen an Kunden. Gleichzeitig nahm der deutsch-französische Hersteller netto 833 neue Aufträge entgegen. Konkurrent Boeing erhielt 1.203 Bestellungen für kommerzielle Flieger und lieferte 601 Flugzeuge aus.

Der Airbus-Vorstandsvorsitzende Fabrice Bregier war trotzdem zufrieden: "Es war ein großartiges Jahr für Airbus", sagte er am Donnerstag in Toulouse. Denn inzwischen hat der Konzern 4.682 Flugzeuge im Auftragsbestand. Das bedeute Arbeit für sieben Jahre.

Im laufenden Jahr will Airbus noch mehr Schub geben: Bregier kündigte die Auslieferung von mehr als 600 Passagierflugzeugen und 28 Militärtransportern an. Der Auftragseingang werde bei über 700 Stück bei Zivilflugzeugen und 30 bei Militärtransportern liegen. Der Aktienkurs der Airbus-Muttergesellschaft EADS zog am Donnerstag fast vier Prozent an.

Bregier kündigte für 2013 rund 3.000 Neueinstellungen an, nachdem 2012 bereits 5.000 zusätzliche Kräfte angeheuert worden waren. Eine der größten Airbus-Fabriken befindet sich in Hamburg, auch in Bremen, Niedersachsen und Bayern produziert Airbus. In Deutschland will Airbus 1.000 Männer und Frauen einstellen.

Bregier sagte, Airbus wolle nicht davon profitieren, dass Boeings Vorzeigeflugzeug 787 Dreamliner von den Luftaufsichtsbehörden wegen Problemen mit der modernen Lithium-Ionen-Batterie aus dem Verkehr gezogen wurde. "Ich setzte für den Erfolg von Airbus nicht auf Probleme bei Konkurrenten", sagte Bregier. Er sehe keinen Grund, die elektrischen Systeme des Airbus A350 zu ändern. Der A350 soll das Gegenstück zum Dreamliner werden. Der erste Flug ist für Mitte des Jahres geplant.

Beim Riesenjet A380 - dem Problemflugzeug von Airbus - hält Bregier an dem Ziel fest, 2015 in die Gewinnzone vorzustoßen. 2013 werde die Produktion auf 25 Stück fallen, nach 30 im vergangenen Jahr. Beim A380 musste die Flügelkonstruktion geändert werden, weil Risse an Leichtbauteilen aufgetreten waren.

Der Firmenchef regierte zurückhaltend auf Forderungen der Bundesregierung, wonach Deutschland eine Führungsrolle bei der Konstruktion des Nachfolgers des Airbus A320 übernehmen solle. Der kleine A320 ist das wichtigste Modell des Konzerns und wird vor allem im Hamburger Werk gebaut. Airbus zog inzwischen große Teile seine Konstruktionsabteilungen in Toulouse zusammen. Bregier ging nicht weiter auf diese Forderungen ein und sagte nur, in den vergangenen Jahren seien 10.000 neue Arbeitsplätze bei Airbus in Deutschland entstanden.

Fortschritte macht Airbus beim Militärtransporter A400M. Das erste Flugzeug soll im Frühsommer an die französische Armee ausgeliefert werden.

Airbus erhöhte die Listenpreise am Donnerstag um 3,6 Prozent. Damit kostet ein Exemplar des Topmodells A380 jetzt 403 Millionen Dollar (302 Millionen Euro).

dapd

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