Finanztest rügt die Postbank
21.10.2009 | 07:48 Uhr 2009-10-21T07:48:00+0200
Berlin. Freie Berater der Postbank haben laut Stiftung Warentest Kunden abgezockt. Die Vertreter leben von der Provision, müssen also möglichst viel verkaufen. Auch bei anderen Banken gibt es immer wieder Probleme mit Verkäufern. Risikobehaftete Zertifikate werden als sichere Anlage angepriesen.
Eine 77-jährige Dortmunder Rentnerin kann sich kurz vor dem hundertsten Geburtstag auf ihr Eigenheim freuen. Denn in gut zwanzig Jahren wird der ihr von einem Berater der Postbank verkaufte Bausparvertrag über 80 000 Euro zugeteilt. Um flugs an die Abschlussprovision für den Vertrag zu kommen, beendete der Vermittler noch einen bereits bestehenden Baussparvertrag und schob die Guthaben des Rentnerhaushalts so lange hin und her, bis er möglichst schnell an die Erfolgsprämie von 640 Euro kam.
„Verkaufen, verkaufen, verkaufen”
Die alte Dame ist kein Einzelfall, wie die Stiftung Warentest herausfand. „Weit über 100 Jahre alt müssten drei Postbank-Kundinnen werden, denen verschiedene Berater die Vorteile des Bausparvertrags BHW Dispo maXX schmackhaft machten”, heißt es in der Zeitschrift Finanztest.
Ein Ex-Vertreter der Postbank schildert in dem Magazin, worum es bei den Kundengesprächen in erster Linie geht. „Verkaufen, verkaufen, verkaufen”, laute das Motto. So werden Altverträge vorzeitig gekündigt, um neue abzuschließen, für die es eine weitere Provision gibt. Der Druck auf die Berater sei enorm.
Die Postbank bestreitet die Einzelfälle nicht, weist aber den Vorwurf einer generellen Falschberatung zurück. „Wir haben sehr hohe Qualitätsstandards”, beteuert Sprecherin Iris Laduch. Vertrauen und gute Beratung seien Teile des Geschäftes. Dennoch erscheint die Vertriebsstruktur der Bank Interessenkonflikte zu begünstigen. Dabei geht es nicht um die Beratung in der Filiale oder am Telefon. Dort arbeiten fest angestellte Banker. Darüber hinaus hat das Institut aber vor drei Jahren eine Vertriebsgesellschaft gegründet, in der Finanzmanager tätig sind, die zu Hausbesuchen ausschwärmen. Die Vertreter leben allein von der Provision, brauchen also möglichst viele Abschlüsse. „Ich kann den Interessenkonflikt nicht sehen”, sagt Laduch.
Kritik ist nicht neu
Unterschiedlich stellen beide Seiten auch die Qualität der Beratung dar. Während Finanztest unter Berufung auf Insider schreibt, dass die Vermittler schlecht ausgebildet auf die Kundschaft losgelassen werden, weist die Bank auf eine 15-monatige Regelausbildung der Finanzmanager hin.
Die Kritik an der Beratungspraxis ist nicht neu. In Zusammenhang mit der Pleite der Lehman Bank geriet die Branche in Verruf. Um Provisionen zu kassieren, verkauften Angestellte der Citibank oder auch mancher Sparkasse meist älteren Kunden die risikobehafteten Zertifikate als sichere Anlagen. Nach dem Konkurs blieben tausende Anleger auf ihrem Schaden sitzen.
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Der frühere Innenminister Gerhard Baum, der heute als Anwalt geschädigter Anleger seine Brötchen verdient, lässt kein gutes Haar an den Banken. Der Kunde müsse sich darüber im Klaren sein, dass die „Anlageprofis verkaufen wollen”. Nach Erfahrung seiner Kanzlei haben die Institute selten die Interessen ihrer Kunden im Sinn. Der harte Wettbewerb in der Branche werde vielmehr zu Lasten der Ratsuchenden ausgetragen.
Überhöhte Ziele
Das Personal trifft dabei am wenigsten Schuld. Oft werden Berater durch hohe Zielvorgaben in erheblichen Verkaufsdruck gezwungen. Im kleinen Kreis beschweren sich die Angestellten über unrealistische Erwartungen ihrer Chefs. So erzählt eine Commerzbank-Mitarbeiterin von höheren Verkaufsnormen in diesem Jahr, obwohl ihre Kunden gar nichts mehr von finanziellen Experimenten hören wollten. Am liebsten, so sagt sie, hätte sie den Job hingeschmissen.

10:33
Klar, Füchse empfehlen jedem, Hühner zu halten, von den Eiern könne man gut leben.....
20:16
Hallo Autofahrer,
netter Versuch Deinen Arbeitgeber zu verteidigen.
Niemand behauptet das alle Postbank / BHW Mitarbeiter schwarze Schafe sind.
Aber selbst wenn ein 80 jähriger eine Wohnungsbau Prämie erhalten kann, stellt sich doch die Frage nach dem Sinn eines 80.000 € Bausparvertrages bei einer so alten Frau.
Eigentlich stellt sich generell die Frage nach dem Sinn so hoher Bausparsummen.
Der Vergleich mit den Girokonten ist an den Haaren herbei gezogen.
Das BHW ist natürlich nicht an Giro Konten interessiert.
Übrigens, das Girokonto der Postbank kostet den Kunden nichts.
Ein Bausparvertrag beim BHW kostet 1% Abschlussgebühr.
Noch Fragen ?
20:05
Also zuerst einmal kann auch ein 80jähriger Wohnungsbauprämie bekommen! Das Alter ist nicht entscheidend und bei Verträgen, die vor 2009 abgeschlossen wurden, gibts die WoPrä auch für Verträge bei denen nur das Guthaben ausgezahlt werden. Außerdem fließen auch noch Guthabenzinsen zwischen 2,5% und 4%. Also mehr als bei vielen Banken!!!! Also bitte auch mal über den Tellerrand hinaussehen!
Außerdem können die Bausparverträge der BHW Bausparkasse KOSTENLOS vererbt bzw. übertragen werden. Die anderen Bausparkassen nehmen dafür Gebühren!
Bei den Postbank-Filialen (eigentlich Post-Filialen) beraten übrigens Leute, die früher Briefträger waren. Ob das so prickelnd ist??? Besser ist da definitiv die Finanzberatung der Postbank, also die Büros, die nicht in Postfilialen untergebracht sind.
Druck gibts bei allen Banken. Unterschied bei der Postbank: die Filiale muss pro Woche 15 Girokonten verkaufen, die Finanzmanager sollen 24 Girokonten IM JAHR verkaufen! Wo ist der Druck also größer?
Und schwarze Schafe gibt es überall. Bei jeder Bank. Leider werden die Volksbanken und Sparkassen nie richtig getestet. Das gäbe mal nen richtigen Knall.
Schade, dass solche Tests nicht objektiv gestaltet sind. Schade Finanztest!!!
18:33
Rüffel für die Postbank. Finanztest: Schlechte Beratung für Bausparer.
Finanztest führte Fallbeispiele an: Schlecht ausgebildete Berater würden am Bedarf vorbei..verkaufen..so habe die zur Postbank gehörende BHW-Bausparkasse Verträge an Senioren vermittelt....drei der Kundinnen müßten dazu weit über 100 Jahre alt werden. ;o))
Ein Sprecher wies den Vorwurf einer mangelnden Ausbildung als völlig unhaltbar zurück.
:o)) :o)) :o))
No 310
Sehr geehrter Sprecher der Postbank,
na wer ist denn da jetzt von uns krank?
Bei Bauspar-Verträgen
mit Senioren belegen
Finanztester viel, Gott sei Dank!
Wenn gut ausgebildet die Leute,
dann ists ja noch schlimmer und heute
konnten wir erfahren,
dass mit hunderten Jahren
die Auszahlung kommt - watt ne Beute!! ;o))
carlo tarrasqua
jappy.de/limericks
11:26
Banken haben einfach eine zu hohe Reputation.
Gerade ältere Leute denken bei Banken noch an den verläßlichen Partner in Geldfragen.
Erst langsam setzt sich die Wahrheit durch, Banken und Versicherungen haben durch fleißige Lobbyarbeit bescheissen zum legalen Geschäftsmodell gemacht.
10:31
In Deutschland ist es leider so, dass der Verstand der Anleger aussetzt, sobald sie die Begriffe Höhere Verzinsung oder Steuerersparnis hören.
Wer sich selber mit der Thematik Rendite/Risiken ernsthaft beschäftigt, braucht keinen sog. Anlageberater, der ihm das Blaue von Himmel verspricht.
Es gibt ganz einfach Anlageformen ohne Risiken. Wer sich dran hält, kann seine Entscheidungen selber treffen.
09:27
@#2
Das trifft übrigens auch auf andere Banken zu, dass dort keine Banker arbeiten. Es geht ums Verkaufen egal was und egal an wen. Ganz schlimm wird es wenn von der Bank auch noch Versicherungen verkauft werden.
Aber man darf sich nichts vormachen, es sind immer zwei an dem Geschäft beteiligt und auf der Kundenseite sitzen nicht selten Menschen, die bei den Worten Steuern sparen und hohe Rendite sofort den Stift zücken und auch jeden Mist kaufen ohne mal 24 Stunden darüber nachzudenken oder sich anderweitig zu informieren. Da schaltet die Versuchung ohne Arbeit viel Geld machen zu können den gesunden Menschenverstand komplett ab.
08:39
Hej Troll!
Zwar bist Du noch kein Rentner, aber der Artikel(und die Kommentare) deckt sich inhaltlich genau mit dem, was ich Dir erzählt habe, verbunden mit der Hoffnung, daß Du Konsequenzen ziehen mögest, wozu es wahrscheinlich inzwischen zu spät ist!
08:20
In den postbank filialen arbeiten keine banker. Dort arbeiten Bürokaufleute, welche in einem 4 wöchigen crash kurs die postbank produkte aufgezeigt bekommen haben. Dort kennen sich die berater einigermaßen gut aus. Kommt es allerdings zu banküblichen fragen, so kann dies nicht erklärt werden. Erst seit 08/2008 bildet die Postbank Filialvertrieb AG Bankkaufleute aus. Diese sind allerdings erst im Januar 2010 fertig. Also mit Qualität hat das leider überhaupt nichts zu tun!!!!!!!!!!!!!!
07:45
Der Bericht trifft genau ins schwarze.
Vor 2 Jahren wurde ich selbst Mitarbeiter der Postbank.
Mit Postbank wurde geködert in Wahrheit landete ich beim BHW.
Dort ging es zu 95% um das verhökern von Bausparverträgen.
Das vorzeitige Kündigen und den selben Karm neu verpackt wieder zu verkaufen war üblich.
Rentner waren da ein belibtes Klientel.
Zum Theme Ausbildung kann ich meine Erlebnisse beitragen.
2 Wochen wurde in einem heruntergekommenen Hotel das Thema Bausparen erklärt.
An einem Tag kam noch Riester dazu.
Danach wurden die Kollegen auf ihre Kunden losgelassen.
Ca. 50% der Teilnehmer hatten (anders als ich) keinerlei Ausbildung in dem Bereich.
Da von Qualität zu sprechen ist ein Witz.
Da ein hohes Fixum gezahlt wurde gab es genau drei Möglichkeiten.
1.Massiv Kinden über den Tisch ziehen durch kündigen und neu.
2.Einen Sack voll Schulden anhäufen.
3.Kündigen
Ich habe gekündigt.