Finanzkrise trifft Geringverdiener am härtesten

Laut OECD sind vor allem die Einkommensschwachen die Leittragenden der Finanzkrise.
Laut OECD sind vor allem die Einkommensschwachen die Leittragenden der Finanzkrise.
Foto: Hendrik Schmidt/Archiv
Nach einem Bericht der OECD sind von der Finanzkrise vor allem jene betroffen, die ohnehin wenig Geld haben. Die größten Einkommenseinbußen müssen junge Menschen hinnehmen.

Istanbul.. Die Finanzkrise hat in Industrie- und Schwellenländern besonders einkommensschwache Haushalte getroffen und deren soziale Not weiter verschärft. Zu diesem Ergebnis kommt der Jahresbericht "Das Wachstum fördern", den die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Montag in Istanbul zu Beginn des G20-Finanzministertreffens vorstellte. Junge Menschen müssten die größten Einkommenseinbußen hinnehmen und seien einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt.

"Zu den politischen Herausforderungen gehören in nächster Zeit eine dauerhaft hohe Arbeitslosigkeit, eine Verlangsamung der Produktivität, ein hohes Staatsdefizit und eine hohe Staatsverschuldung", hieß es in dem Bericht. Der Finanzsektor bleibe anfällig. In den meisten OECD-Industrieländern habe sich das Tempo der Strukturreformen in den vergangenen beiden Jahren verlangsamt. In großen Schwellenländern habe das Reformtempo dagegen zugenommen.

Deutschland rät die OECD unter anderem, Sozialabgaben besonders für Niedrigverdiener zu senken und bessere Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass auch Frauen Vollzeit arbeiten können. (dpa)