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Ferrero will Werbung nach Rassismus-Vorwurf überarbeiten

28.08.2013 | 15:38 Uhr
Ferrero will Werbung nach Rassismus-Vorwurf überarbeiten
Das Süßwarenunternehmen Ferrero will die umstrittene Werbung für "weiße Küsschen" überarbeiten.Foto: Archiv/dpa

Essen.  „Yes, weiß can“, „Deutschland wählt weiß“: Das Süßwarenunternehmen Ferrero hat sich mit einem Werbefilm den Ärger von Internetnutzern und Vereinen eingehandelt. Beim Werberat ist eine Beschwerde eingegangen. Der Vorwurf: Die Werbung sei rassistisch. Ferrero will die Kampagne jetzt "überarbeiten".

Auf der Ferrero-Page (www.ferrero-kuesschen.de/tv-spots/wahlparty) ist der umstrittene Spot seit Mittwoch nicht mehr aufzufinden. Auch zum Zeitpunkt dieser Aufnahme am Donnerstag, 29. August, um 11 Uhr bekommen neugierige Nutzer nur eine Fehlermeldung. Foto: WNM

Ein Schokoladen-Spot sorgt für Wirbel: Pünktlich zur Bundestagswahl hat der Süßwarenhersteller Ferrero eine Werbekampagne in Wahlkampfmanier gestartet – für seine „weißen Küsschen“. Mit einem 32-sekündigen Fernsehspot brockte sich das Unternehmen nun allerdings den Unmut einiger Internetnutzer und Vereine ein. Am Nachmittag war der Film denn auch von der Ferrero-Page verschwunden.

Der Streifen handelt von einer fiktiven Wahlkampfveranstaltung. Ein weißes Ferrero-Küsschen spricht – offenbar als Spitzenkandidat einer Partei – zu seinen Anhängern, die ihm nach US-Vorbild zujubeln. Der Kandidat fordert „weiße Ferrero-Küsschen – für immer“, und erntet die Begeisterung des Parteianhangs. Die Menge feiert das Produkt mit Sprüchen wie „Yes, weiß can“ oder „Weiß Nuss bleiben“; der Slogan „Deutschland wählt weiß“ beendet den Clip schließlich.

Empörung im Internet

Im Internet hat die Werbung teilweise Empörung ausgelöst. Die studentische Zeitung „akduell“ für Essen und Duisburg spricht von einer „Verballhornung“ des Wahlkampfslogans des ersten schwarzen US-Präsidenten, Barack Obama. Ferrero nutze den Spruch als „rassistischen Schenkelklopfer“, schreibt der Autor. „Ein weißes Schokoladenkonfekt, umringt von biodeutschen Zuhörer*innen, will, dass Deutschland weißer wird.“

Nach Meinung des Autors dürfe jedem in einem „halbwegs sensiblen Umfeld“ klar sein, „dass die Forderung nach einem weißeren Deutschland – gerade im Bundestagswahlkampf geäußert – kein harmloser Scherz ist, sondern auf Betroffene auch ziemlich bedrohlich wirken kann.“

Initiative warnt vor unterschwelliger Wirkung

Ein Hamburger Professor hatte auf seiner Website ebenfalls davon gesprochen, dass der Clip mit Rassismus spiele. So werde zum Beispiel der Obama-Slogan in sein Gegenteil verkehrt. "In den USA konnte ein schwarzer Kandidat die Mehrheit der Wählerstimmen erhalten. In Deutschland dagegen gilt, wie das Wahlplakat am Ende der Werbung ausruft: 'Deutschland wählt weiß'."

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Auch die „Initiative Schwarze Menschen in Deutschland“ hält die Werbung für "fragwürdig". „Ob bewusst oder unbewusst – der Film ruft automatisch Bilder in den Köpfen der Menschen hervor“, sagt Vorstandsmitglied Tahir Della. Die Parole „Weiß Nuss bleiben“ komme beim Konsumenten nur als „Weiß muss bleiben“ an – außerdem sei ein gewollter Bezug zu den anstehenden Wahlen vorhanden. Ohne, dass die Werbung direkt rassistisch sei, habe sie doch eine unterschwellige Wirkung. „Die Leute sind sich nicht im Klaren darüber, was sie damit auslösen.“

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2013-08-28 15:38
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