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Fast jede vierte Ausbildung wird in Deutschland abgebrochen

25.01.2013 | 06:44 Uhr
Fast jede vierte Ausbildung wird in Deutschland abgebrochen
Fast jede vierte Lehre in Deutschland wird frühzeitig abgebrochen.Foto: WAZ FotoPool

Berlin.  24,4 Prozent der Ausbildungen werden in Deutschland frühzeitig abgebrochen. Nach einer Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung gibt es dabei aber große Unterschiede zwischen den Berufen. Jeder zweite Kellner bricht seine Ausbildung frühzeitig ab. Bankkaufleute weniger als halb so oft.

Fast jede vierte Lehre in Deutschland wird einem Zeitungsbericht zufolge abgebrochen. Die Abbrecherquote stieg im Jahr 2011 auf 24,4 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit dem Wirtschaftsboom nach der Wiedervereinigung, wie die "Welt"  berichtete. Sie beruft sich dabei auf eine Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) für den Berufsbildungsbericht 2013.

Insgesamt 149.760 Ausbildungsverträge seien vorzeitig aufgelöst wurden. Dabei gebe es große Unterschiede zwischen den Berufen: Jeder zweite Kellner und Umzugshelfer beendet seine Lehre demnach nicht. Dagegen liege die Quote der Abbrecher unter Verwaltungsfachangestellten, Elektronikern und Bankkaufleuten weit unter zehn Prozent.

Abbrecherquote unterscheidet sich zwischen Ausbildungsberufen

Unter den Ländern verzeichnen den Angaben zufolge Mecklenburg-Vorpommern und Berlin die höchsten Abbrecherquoten. Jeder dritte Ausbildungsvertrag werde dort vorzeitig aufgelöst. Am unteren Ende der Skala lägen Baden-Württemberg und Bayern mit Quoten von knapp 20 Prozent.

Die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) , Ingrid Sehrbrock, sagte der "Welt": "Auffällig ist, dass die Quote der Abbrüche sich seit Jahren erheblich zwischen den einzelnen Ausbildungsberufen unterscheidet." Die Betriebe in diesen Problembranchen müssten dringend an Attraktivität und Ausbildungsqualität arbeiten.

Wichtig ist eine frühzeitige Berufsorientierung

Sie forderte auch ausbildungsbegleitende Hilfen für die Betriebe, etwa durch Sozialpädagogen. "Bisher werden diese Hilfen erst eingesetzt, wenn schon schlechte Noten in den Berufsschulzeugnissen stehen", kritisierte Sehrbrock. "Das ist deutlich zu spät."

Unterdessen plädierte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, für eine frühzeitige und gute Berufsorientierung: "Wer weiß, was er will und kann, der trifft auch leichter die Entscheidung für den richtigen Beruf." (dapd)

Kommentare
26.01.2013
13:12
@Herbert57
von feinripptraeger | #3

Die Erfahrunge mit diesem einen Betrieb sind sicher nicht repräsentativ - dennoch verstehe ich Ihren Ärger, dass dem Betrieb nicht "auf den Zahn gefühlt" wurde.
Andersherum sind viele der jungen Leute nicht ausbildungsfähig - Warum?
Mit den verbreiteten schulischen Defiziten will ich mich nicht aufhalten.
1. Viele Azubis wollen/können sich nicht an Regeln halten.
Pünktlich anfangen ? - "Alter mach nich son Stress..:"
Da kommt man auch schon mal an und sagt "Ab Morgen brauch ich unbedingt Urlaub..." Kann man ja nicht eher klären...
Dokumente, Vorladungen etc. werden am letztmöglichen Tag vorgelegt - schlummerten aber 2 Wochen irgendwo zu Hause.
2. Ausdauer
Ein junger Mann kam am 2. Tag bereits zu spät, am dritten Tag gar nicht mehr und ward nie mehr gesehen ...
Ein junger Mann schlief im Keller - er hatte sich dort sein "Lager" gebaut ...
Eine junge Dame entdeckte am ersten Tag gegen Mittag ihre spontane Schwangerschaft ...
3. Anstand
Da wird gelogen, was das Zeug hält ...
etc.

25.01.2013
21:59
Fast jede vierte Ausbildung wird in Deutschland abgebrochen
von Herbert57 | #2

Teil 2:
Die Industrie und Handwerkskammer:
Gleichgültig,bzw. auf Seiten der Ausbeutungsfirma.
Die Berufsschul-Lehrer:
Trotz eklatanter Verstöße des Betriebes gleichgültig.
Keine Unterstützung des Berufsschülers.
Das Arbeitsgericht:
Vergleich.Auflösungsvertrag.Lohnfortzahlung für 3 Monate für den Auszubildenden.
Auzubildender:
Öffter Schuldgefühle,Frust und Minderwertigkeitskomplexe,Verunsicherung.
Die "neuen Freunde" in der Berufschule:(endlich Anerkennung,Kammeradschaft)
Springerstiefel,weiße Schnürsenkel,Reichskriegsflagge,Mekkischnitt.
Die Gewekschaft:
Hilfe für die Durchsetzung der Grundrechte des Auszubildenden.Danke!
Die Eltern/Familie: Mut machen.Zwischen Bangen und Hoffen.
Die Gesellschaft und Politik: Gleichgültig / Egal.
Warum die Deutschen immer weniger Kinder bekommen?
Siehe oben!

25.01.2013
19:45
Fast jede vierte Ausbildung wird in Deutschland abgebrochen
von Herbert57 | #1

Mein Sohn war Arbeitslos und wurde dann von der ARGE in eine Ausbildung als Maler und Lakierer vermittelt.Bei einer kleinen Handwerksfirma.Ausbeutung pur.
Nur Material schleppen,putzen und Aufräumen.Er durfte die Drecksarbeit machen.
Unbezahlte Überstunden.Unbezahlte Wochenendarbeit.Je nach Gutsherrnart
untersagte der Cheff den Besuch der Berufsschule,stattdessen mußte er auf der Baustelle erscheinen..Ein Hilfsarbeiterjob.(überwiegend Wärmedämmung an Altbauten)
Gelernt hat er da nichts,weder Lackieren,noch Tapezieren.Der reinste Horror.
Ausbildungsvergütung unterhalb der Tariefe für Auszubildende im Maler und Lackiererhandwerk.Kein Urlaubsgeld.Kein Weihnachtsgeld.
Er hat dann,auf mein Rat hinn,gekündigt und woanders eine Ausbildung angefangen.
Der Cheff hat dann sofort neues Frischfleisch von der ARGE geordert.
Nach 1 Euro Jobbern,sind Auszubildende die billigsten Arbeitskräfte und günstiger
als angelernte Hilfsarbeiter.
So ist die Realität für viele(zu viele) Auszubildende in D.

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2013-01-25 06:44
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