Familien-Streit bei Tönnies geht weiter

Münster/Bielefeld..  Die Familienfehde beim Fleischkonzern Tönnies geht weiter. In zwei neuen Gerichtsprozessen geht es nun um den Rückzug von einem der beiden Söhne des verstorbenen Firmengründers Bernd Tönnies aus dem Unternehmen. Damit verbundene Steuerzahlungen sind Gegenstand eines Verfahrens, das am Donnerstag vor dem Landgericht Münster begann – und gleich wieder ausgesetzt wurde.

Hintergrund beider Prozesse sind wechselseitige Forderungen von den Tönnies-Brüdern und dem Unternehmen mit Konzernchef Clemens Tönnies an der Spitze. Dessen Neffe Clemens Junior hatte seine Anteile 2011 an seinen Bruder Robert übertragen und sollte ausbezahlt werden. In einem noch nicht terminierten Prozess vor dem Bielefelder Landgericht fordert Robert Tönnies vom Unternehmen daher bis zu 100 Millionen Euro.

Unterdessen hat die Tönnies-Holding mit Konzernchef Clemens Tönnies Senior an der Spitze dessen Neffen Clemens Junior vor dem Landgericht in Münster verklagt und die Rückzahlung von 11,35 Millionen Euro an Steuererstattungen gefordert. Trotz seines Ausscheidens hatte der ältere Neffe Geld vom Unternehmen erhalten, um Steuern zu begleichen. Die nun schrittweise vom Finanzamt erstatteten Millionen fordert das Unternehmen zurück.

Aus Sicht des Anwalts von Clemens Tönnies Junior hingegen sollen die Steuererstattungen mit den anderen offenen Forderungen an das Unternehmen verrechnet werden.