Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Facebook

Facebook wagt in New York den Schritt an die Börse

01.02.2012 | 23:07 Uhr
Facebook wagt in New York den Schritt an die Börse
Facebook geht an die Börse.Foto: dapd

New York.  Der Schritt war lange erwartet worden - nun macht Facebook ernst. Das soziale Netzwerk geht an die Börse. Am Mittwoch nach Börsenschluss reichte Facebook die nötigen Unterlagen ein. Der Börsengang soll dem Unternehmen bis zu fünf Milliarden Dollar in die Kassen spülen.

Facebook geht an die Börse. Das Internetnetzwerk teilte am Mittwochabend nach Börsenschluss in New York mit, damit bis zu fünf Milliarden Dollar einnehmen zu wollen. Derzeit zählt das Netzwerk nach eigenen Angaben 845 Millionen aktive Nutzer.

Der Börsengang gilt als größter alller Zeiten in der IT-Branche. Unterdessen kam aus Deutschland, wo allein 20 Millionen Nutzer leben, neue Kritik am Geschäftsmodell der Firma.

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, warnte am Dienstagabend auf Phoenix: "Man soll von der Wiege bis zur Bahre und darüber hinaus im Netz präsent sein." So könne die "kulturelle Errungenschaft des Vergebens und Vergessens" verschwinden.

Analysten warteten gespannt auf Börsengang

Der Analyst der Beratungsfirma Gartner, Michael Gartenberg, hat jedoch wie elektrisiert auf den Börsengang gewartet. "Bei sozialen Netzwerken ist Facebook der Platzhirsch schlechthin. Es ist die Firma, an der sich alle messen", sagte Gartenberg. Auch wenn das Unternehmen mit Sitz in Palo Alto/Kalifornien inzwischen auf die Marke von einer Milliarde Nutzer zusteuere, sehe er für den Konzern noch immer "riesige Wachstumsmöglichkeiten" voraus.

Facebook verbindet heute gut 800 Millionen Nutzer, von denen nur ein Viertel überhaupt im Heimatmarkt sitzen. Großes Potenzial bieten laut Gartenberg Lateinamerika und Asien. Der Konzern arbeite zudem daran, sich neben der Werbung neue Erlösquellen zu erschließen - etwa im Mobilgeschäft und mit Online-Spielen, Musik und Filmen.

Kritik am Geschäftsmodell hält an

Gründer Mark Zuckerberg könnte mit dem Börsengang einer der reichsten Menschen der Welt werden. Aber auch viele Mitarbeiter dürften von Aktien-Optionen profitieren und reich werden. Erste Kritiker fürchten, damit könnte sich Facebook von einem sehr agilen Start-up zu einem schwerfälligen Konzern wandeln. Gartenberg glaubt jedoch nicht daran: "Die Wendigkeit, die sie jetzt unter Beweis stellen, werden sie auch weiterhin an den Tag legen."

Börsengang sorgt für Transparenz

Offen blieb hingegen zunächst, ob Kleinanleger bei einem Börsengang von Facebook eine Chance hätten, Aktien zu bekommen. "Da spielt auch eine Rolle, welche Zahl von Aktien am Ende an den Markt geht", sagte der Teamleiter Vermögensverwaltung der Quirin Bank, Maik Haufe, am Mittwoch der dapd.

Nicht zuletzt könne Facebook auch ein Ziel von Spekulanten sein. Das Unternehmen sei überdies wegen seiner gigantischen Nutzerzahl mit keinem anderen vergleichbar. Haufe sprach von einem "Hype", wollte aber keine Parallele zur geplatzten Blase am Neuen Markt ziehen.

Von einem Börsengang könnten auch Nutzer und Datenschützer profitieren. Das Unternehmen ist Haufe zufolge "in der Vergangenheit natürlich bei weitem nicht so transparent gewesen, wie es in der Zukunft sein wird", sagte der Banker. Mit einer Notierung in den USA kämen auf Facebook viele Veröffentlichungs-Pflichten zu. (dapd)

Auf Nummer sicher

Facebook
 
Kommentare
02.02.2012
09:16
Facebook wagt in New York den Schritt an die Börse
von lespaul123 | #2

viel schlimmer finde ich, das sich schon wieder ein Unternehmen freiwillig in die Klauen der Finanzhaie und Spekulanten begibt !

02.02.2012
01:33
Facebook wagt in New York den Schritt an die Börse
von nothdurft | #1

unfassbar, für was der hohe Wert der Luftnummer stehen soll. Die Blase Facbook platz irgendwann und dann kommt das grosse gejammer.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6307741/create

Umfrage
Das Aus für die Drogeriekette Schlecker ist besiegelt. Werden Sie Schlecker vermissen?

Das Aus für die Drogeriekette Schlecker ist besiegelt. Werden Sie Schlecker vermissen?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Das Samsung Galaxy S III
Bildgalerie
Smartphones
Die wertvollsten Marken der Welt
Bildgalerie
Markenvergleich
"Lasst Opel nicht sterben"
Bildgalerie
Opel Bochum
Aus dem Ressort
Wochenendarbeit wird immer mehr zum Normalfall
Berufsleben
Immer mehr Menschen in Deutschland müssen am Wochenende arbeiten. Ihr Anteil ist in den vergangenen 20 Jahren rasant gewachsen. Wie der DGB herausfand, hat das gravierende Auswirkungen auf die Arbeitnehmer.
Bei Schlecker-Frauen herrscht Hoffnungslosigkeit
Schlecker-Aus
Bis zuletzt hatten viele Schlecker-Frauen auf die Rettung ihres Arbeitgebers gehofft. Vergeblich. Im Raum Dortmund sowie in Südwestfalen verlieren hunderte ihre Arbeit. „Jetzt bin ich zum ersten Mal in meinem Leben arbeitslos“, sagt eine Betriebsrätin aus Dortmund.