Facebook-App sendet Fotos automatisch an abgebildete Freunde

Facebook führt eine neue App ein: den Foto-Dienst "Moments".
Facebook führt eine neue App ein: den Foto-Dienst "Moments".
Foto: Facebook
Was wir bereits wissen
"Kannst du mir das Foto schicken?" Diese Frage soll die Facebook-App "Moments" verhindern: Sie erkennt Gesichter und versendet die Bilder automatisch.

Los Angeles.. Facebook führt die neue Foto-App "Moments" ein – mit automatischer Gesichtserkennung. Sie macht es möglich, automatisch Privatbilder mit darauf abgebildeten Freunden zu teilen. Android- und iOS-Nutzer in den USA können sie seit Montag nutzen, in Deutschland und anderen Ländern wird Moments nach und nach eingeführt.

"Moments" schickt Fotos an abgebildete Freunde

Facebook selbst gibt als Idee für die neue Moments-App an: Jeder schießt mit seinem Smartphone zig Fotos von Freunden – aber wie kommen die an das Bild? Die App soll das erleichtern und Nutzern das leidige "Kannst du mir bitte die Bilder schicken, auf denen ich zu sehen bin?" ersparen. Zudem soll das Sortieren der Fotos einfacher werden.

Werbung Und so funktioniert's: Facebook-Nutzer synchronisieren ihre Handy-Kamera mit Moments. Die App sortiert sie automatisch nach Aufnahmeort und Personen, die darauf zu sehen sind. Je nach Privatsphäre-Einstellung werden die Bilder dann gleich an Freunde geschickt, die über die Gesichtserkennung darauf getagged sind.

Die Technologie, die dahinter steckt, gibt es in den USA schon länger: Die automatische Gesichtserkennung wertet biometrische Daten aus und schlägt Freunde zum Taggen vor, die darauf zu sehen sind. In den Einstellungen lassen sich diese Settings ändern.

Datenschützer kritisieren die Gesichtserkennung

Datenschützern war die Gesichtserkennung gleich bei ihrer Einführung 2011 ein Dorn im Auge. Facebook knickte ein Jahr später ein und zog die umstrittene Technologie aus Europa zurück. In den USA gab es sie weiterhin.

Die Warnung der Datenschützer: Facebook könne mit den abgefischten Daten ein Komplett-Profil seiner Nutzer erstellen. Zumal die "facial recognition technology" nicht die einzige Datenschleuder ist. Es ist nur ein Teil des großen Puzzles. Dazu kommen Anwendungen, die Facebook in den vergangenen Jahren nach und nach eingeführt hat – wie personalisierte Werbung, automatisches Senden des Standorts, Kontodaten für Spiele und Apps oder das Speichern des Nutzerverhaltens.