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Schuldenkrise

EZB-Präsident Draghi hält Krisenpolitik weiter für nötig

25.01.2013 | 14:04 Uhr
EZB-Präsident Draghi hält Krisenpolitik weiter für nötig
Laut EZB-Präsident Mario Draghi habe sich die Lage an den Finanzmärkten durch die EZB-Politik gebessert. Foto: Johannes Eisele/AFP

Davos.  Im vierten Jahr der Euro-Schuldenkrise kehrt zaghaft Optimismus zurück. Reformen tragen erste Früchte - reichen aber nach Überzeugung der Europäischen Zentralbank (EZB) noch nicht aus. Nötig sei eine kluge Mixtur von gezielten Sparmaßnahmen und öffentlichen Investitionen für mehr Wachstum.

Die Erholung in der Eurozone ist nach Einschätzung von EZB-Präsident Mario Draghi längst noch nicht robust genug, um die Krisenpolitik der Regierungen und der Notenbank beenden zu können. Die 2012 beschlossenen Maßnahmen zur Konsolidierung der Haushalte und zur Förderung von Wachstum müssten in diesem Jahr entschlossen umgesetzt werden, forderte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) am Freitag beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, mahnte indes eine Abkehr von allzu starren Sparzielen an. "Es ist besser, (...) sich ein bisschen mehr Zeit zu nehmen als einen Gewaltmarsch hinzulegen", sagte die Französin dem TV-Sender France 2 beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Eine solche Entscheidung müssten europäischen Staaten aber gemeinsam treffen. "Es darf nicht sein, dass Frankreich allein, Spanien allein, Griechenland allein sagen: "Das ist zu hart für mich, ich werde es langsamer machen"", sagte Lagarde. Der Hintergrund ihres Appells: Vor allem in südeuropäischen Ländern bremst der harte Sparkurs die Wirtschaft und die Arbeitslosigkeit steigt, wie zum Beispiel in Spanien und Griechenland, auf immer neue Rekordhöhen.

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EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen zeigt sich in der Schuldenkrise vorsichtig optimistisch. Allerdings mahnt der 46-jährige Notenbanker an, dass der Reformeifer nicht nachlassen dürfe. Deutschland habe vernünftig konsolidiert und sei daher gut durch die Krise gekommen.

müssten die Kredit-Geldhähne irgendwann auch wieder zugedreht werden Draghi stellte fest, die Lage an den Finanzmärkten habe sich durch die EZB-Politik des billigen Geldes und die Injektion von rund einer Billion Euro in den Bankensektor wesentlich gebessert. Die Banken des Euroraums zahlten der EZB in einer ersten Runde inzwischen deutlich mehr von dieser Krisenhilfe zurück als erwartet. Der Notenbank flossen insgesamt 137,2 Milliarden Euro zu, wie die EZB in Frankfurt mitteilte.

Kredit-Geldhähne müssen auch wieder zugedreht werden

Auch wenn die EZB-Hilfen noch immer nicht in ausreichendem Maße bei der Realwirtschaft angekommen seien, So habe sich die Wettbewerbsfähigkeit in mehreren Ländern gegenüber 2011 verbessert. , betonte Draghi: "Es kann auf Dauer kein nachhaltiges Wachstum geben, das durch die endlose Anhäufung von Schulden finanziert wird." Wann der Zeitpunkt für einen Ausstieg aus der Krisenpolitik der europäischen Notenbank kommt, bleibt nach seiner Darstellung auch 2013 zunächst offen.

Den europäischen Regierungen bescheinigte Draghi "Fortschritte bei der Haushaltskonsolidierung und strukturellen Reformen, die inzwischen erste Früchte tragen". Jedoch hätten manche Konsolidierungsbemühungen auch zu einer anfänglichen Verringerung des Wachstums geführt. Nötig sei eine kluge Mixtur von gezielten Sparmaßnahmen und öffentlichen Investitionen für mehr Wachstum. (dpa)



Kommentare
26.01.2013
14:59
EZB-Präsident Draghi hält Krisenpolitik weiter für nötig
von kuba4711 | #2

Und warum?
Weil die Krise eben noch lange nicht vorbei ist.
Die Lage an den Finanzmärkten hat sich deshalb verbessert ,weil die EZB am Sekundärmarkt Anleihe - Aufkäufe tätigt.
Entgegen den massiven Interventionen eines orthodoxen ,neoliberalen Monetaristen Weidmann zum Beispiel ,also dem deutschen Bundesbank - Präsidenten ,der ständig von einem drohenden Inflations - Gespenst gepeinigt wird.
Da diese Aufkäufe der Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt den sog. Finanzmärkten Kredit - Risiken abgenommen hat ,können sich die verschuldeten Staaten zu merklich günstigeren Kredit - Bedingungen refinanzieren.
Die Banken haben somit weniger Kreditausfälle zu beklagen und sind somit tendenziell "solventer!"
Alles gut?
Nein!
Dieser Zustand ist ein relativ komfortables Zwischen- Stadium.
Denn Madame Kanzler und ihre ideologischen Verbündeten in Europa ,bei der EZB und dem IWF ,die lassen ja - nach wie vor nicht locker den Staaten sog. Sparauflagen zu diktieren ,die deren Konjunktur abwürgt.

26.01.2013
08:42
EZB-Präsident Draghi hält Krisenpolitik weiter für nötig
von TVtotal | #1

"Die Banken des Euroraums zahlten der EZB in einer ersten Runde inzwischen deutlich mehr von dieser Krisenhilfe zurück als erwartet. Der Notenbank flossen insgesamt 137,2 Milliarden Euro zu, wie die EZB in Frankfurt mitteilte"...klar darum zahlen wir ja auch immernoch X Milliarden an Grischenland und ander "hilfsbedürftige" Länder..und wo versickert der rest, etwa bei den aktionären oder doch bei den Bossen?

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