EZB kündigt Geldflut gegen Griechenland-Angst an
15.06.2012 | 20:32 Uhr 2012-06-15T20:32:00+0200
Frankfurt. Die Europäische Zentralbank stellt weitere Milliardenspritzen für klamme Banken in Aussicht. Die Sorge vor der Parlamentswahl am Sonntag ist trotzdem groß. Gewinnen die Linken, ist die Chance groß, dass das kriselnde Euro-Land aus der Währungsunion aussteigen könnte.
Ganz oben auf der im Bau befindlichen neuen EZB-Zentrale flattert sie in 160 Metern Höhe: eine griechische Fahne. Ein Sprecher der Europäischen Zentralbank (EZB) vermutet einen griechischen Bauarbeiter, der damit sein Team bei der Fußball-EM unterstützen will. Möglicherweise soll es auch ein Signal sein für die Wahlen in seiner Heimat und für den Verbleib des Landes in der Euro-Zone.
Die beiden Türme der geplanten Zentrale stemmen sich trotzig gegen die Euro-Krise und fungieren in diesen schwierigen Zeiten als Symbol für eine vermeintlich rosige Zukunft des Währungsverbundes. Doch die Gegenwart ist eher trist. Die Zentralbank müht sich, die Angst an den Finanzmärkten vor der griechischen Parlamentswahl am Sonntag zu mildern. Das Versprechen einer Geldflut soll die Märkte beruhigen.
Ein weltweiter Schock
EZB-Präsident Mario Draghi stellte weitere Milliardenspritzen zur Stützung der Banken in Aussicht. Die EZB habe während der Krise durchgehend darauf geachtet, dass die Finanzinstitute genug Geld bekämen, um die Wirtschaft am Laufen zu halten , sagte Draghi: „Das Euro-System wird zahlungsfähigen Banken weiter Liquidität bereitstellen, wenn das benötigt wird.“ Die eine Billion Euro, die die EZB den Banken vor einigen Monaten zusätzlich zur Verfügung gestellt hat, habe bereits dazu beigetragen, eine mögliche Kreditklemme und die damit verbundenen Probleme für die Konjunktur zu verhindern. Befürchtungen, das zusätzliche Geld könne die Inflation anheizen, hätten sich nicht bewahrheitet. „Es gibt in keinem Euro-Land ein Inflationsrisiko“, betonte der EZB-Präsident.
Die Nervosität war zwei Tage vor der Wahl in Griechenland groß. Besonders im Falle eines Wahlsiegs der radikalen Linken wäre der weitere Rettungskurs Athens fraglich, ein Austritt aus dem Euro wahrscheinlich. Dies aber würde zu großen Verwerfungen in der Eurozone, aber auch in der restlichen Welt führen. Die Sorge lautet: Griechenland könnte im schlimmsten Fall das weltweite Bankensystem kollabieren lassen. Ein solcher Zusammenbruch war schon nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers nur knapp abgewendet worden. Dennoch löste der Schock eine weltweite Krise aus.
Erleichternde Signale aus Brüssel
Ein Crash wäre nur zu verhindern, wenn sich die Wahlsieger sofort daran machen, eine stabile Regierung zu bilden. Die Euroländer könnten dies durch das Signal erleichtern, den Griechen bei der Erfüllung ihrer Sparauflagen mehr Zeit zu geben. Beides könnte die Märkte beruhigen. In jedem Fall muss sich die Troika aus EZB, EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds wieder auf den Weg nach Athen machen und errechnen, wie viel Geld die Hellenen brauchen. Bekennt sich eine stabile griechische Regierung zu ihren Sparverpflichtungen, wird ein drittes Rettungsprogramm aufgelegt. Auch einen Schuldenerlass der öffentlichen Gläubiger – allen voran Deutschlands – halten Experten für notwendig.

20:31
Die Banken müssen über den Austritt Griechenlands endlich an der Praxis lernen. Sie müssen für ihre eigenen Schandtaten selbst einstehen. Leider hat die Politik das trotz lauter neuer Rettungsschirme nicht begriffen. Der Fisch stinkt am Bankenkopf, nur um die Banken geht es, nicht um die Menschen in Griechenland, denen man den Hals zuschnürt und die kaum noch überleben können. Das ist die Sünde der EU und reichen Mitglieder.
19:44
Solange diese Betrüger nicht die Steuern eintreiben, so lange gibts kein Geld. Basta!
17:15
Was soll eigentlich dieses saublöde Gefasel von Sparkonzept usw usw ?
Solange dieses Entwicklungsland seine Steuersystem nicht auf die Rolle bekommt und
zumindest die ausstehenden berechtigten Steuern nicht einziehen kann ( da war doch
was mit 40 Milliarden, hallo ...), solange es mafiöse Cliquenwirtschaft usw usw gibt,
würde ich keinen Cent mehr rüberschicken.
15:44
Löst die Pleite eines kleines Landes...eine weltweite Krise aus? (GregHouse).
Die vielleicht nicht, aber wir zählen ja nicht das Jahr 2010, als man noch solche Fragen stellte.
Dank des Spardiktats fiel die Industrieprodukton Griechenland auf ein Drittel des Niveaus von 1980. Eine ähnliche Entwicklung vollzieht sich nun in Spanien und Portugal und bald in Italien.
Es vollzieht sich im Süden Europas gerade keine gewöhnliche Rezession, sondern wir sehen dort einen Zusammenbruch der sozialökonomischen Strukturen, was diese Länder zu einem Teil der Dritten Welt machen wird.
Noch Fragen, GregHouse?
Und was wollen Sie mir jetzt damit sagen?
Na und wenn schon ...
14:31
Die Pleite eines kleinen Landes ohne nennenswerte Wirtschaftsleistung löst eine weltweite Krise aus? Gibts die auch, wenn den Fidschi-Inseln der Fisch ausgeht? Da wird ein Horroszenario aufgebaut um den Menschen Angst einzujagen und die eigenen Pfründe zu sichern. Die Welt braucht ein gerechtes Einkommen- und Steuersystem und fertig. Aber wer will das schon...
12:44
#2:
Mit Luftnummern ohne Bargeld meinte ich eindeutig die Schulden, die sich auftürmen. Dass die heutigen Geschäfte in der Regel bargeldlos laufen, ist selbstverständlich.
11:54
vor einer flut sollte man sich in sicherheit bringen.
11:19
Hoffentlich lassen sich die Griechischen Wähler nicht verunsichern und erteilen den Neoliberalen Raubrittern von EZB, IWF und EU-Kommission eine eindeutige Absage.
10:27
Wau 0,2 % der europäischen Wirtschaftsleistung werden unweigerlich dem Europa den Todestos versetzen....hoffentlich lassen die Griechen nicht von Merkel und Co erpressen!
09:58
So ist das Problem der meisten Griechen eben auch nicht, dass deren Ersparnisse in Gefahr sind, beispielsweise in dem Sinne, dass sie ihre Ersparnisse nun in der Krise auflösen und verwenden müssen, sondern die Volkswirtschaft der Griechen liegt aufgrund der Sparansichtsprogramme derart auf dem Boden, dass dort nichts mehr läuft. Die Wirtschaft ist fast zum Erliegen gekommen. Niemand kann mehr etwas verdienen, weil alle versuchen zu sparen, sprich: ihre Ausgaben zu senken, was natürlich dazu führt,. dass auch die jeweiligen Einnahmen sinken.