Das aktuelle Wetter NRW 12°C
Zypern-Krise

EZB garantiert Nothilfe für Zyperns Banken nur bis Montag

21.03.2013 | 10:54 Uhr
EZB garantiert Nothilfe für Zyperns Banken nur bis Montag
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, garantiert ihre Nothilfe für Zypern nur bis kommenden Montag.Foto: dpa

Frankfurt/Main.  Europas Währungshüter erhöhen den Druck auf Zypern: Unverhohlen droht die EZB damit, die Überlebenshilfe für die maroden Banken auf der Mittelmeerinsel zu stoppen - sollte es keinen soliden Rettungsplan geben. Schon am Montag könnte die EZB den Geldhahn zudrehen.

Zyperns Banken droht schon bald der Kollaps: Die Europäische Zentralbank (EZB) garantiert ihre Nothilfe nur bis kommenden Montag. Danach würden die Gelder nur noch fließen, wenn ein Rettungsplan von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds (IWF) in Kraft sei, der die Solvenz der Banken sichere, teilte die Notenbank am Donnerstag in Frankfurt mit.

Die zwei größten Banken des Inselstaates sollen faktisch zahlungsunfähig sein und werden nur in Erwartung auf Hilfen am Tropf gelassen. Die EZB hält das Finanzsystem mit Notkrediten (ELA) am Laufen. Das zyprische Bankensystem gilt mit Einlagen von 70 Milliarden Euro - bei einer Wirtschaftsleistung in Zypern von nur rund 18 Milliarden Euro - als extrem aufgebläht. Da viele zyprische Banken stark in Griechenland engagiert sind, hatte sie die dortige Krise ins Straucheln gebracht.

EZB muss Banken Überlebenshilfe entziehen

EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen hatte in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" gewarnt: Ein Hilfsprogramm müsse bald beschlossen werden, sonst müsse die EZB den Banken die Überlebenshilfe entziehen.

Die internationalen Geldgeber sind bereit, Zypern mit zehn Milliarden Euro vor der Staatspleite zu bewahren - vorausgesetzt, das Land bringt selbst 5,8 Milliarden Euro auf. Dazu sollten per Zwangsabgabe Sparer herangezogen werden. Das lehnte das Parlament in Nikosia allerdings am Dienstagabend ab. Seitdem wird um Alternativen gerungen.

Notfallkredite für den absoluten Krisenfall

Im Eurosystem ist für den absoluten Krisenfall die Notkreditlinie ELA ("Emergency Liquidity Assistance") als Sicherung eingebaut. Die nationalen Zentralbanken können diese vorübergehend nutzen, wenn es im Bankensektor brennt. Vor allem Irland und Griechenland haben dies exzessiv genutzt. Auch Deutschland machte schon Gebrauch davon, um den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) zu stützen.

Anders als bei der regulären Refinanzierung von Geschäftsbanken durch die EZB haften für ELA-Kredite die jeweiligen nationalen Zentralbanken beziehungsweise der Staat - und nicht die Europartner. ELA-Kredite werden von der jeweiligen nationalen Notenbank zur Verfügung gestellt, müssen aber von der EZB genehmigt werden. Die nationalen Notenbanken können weitgehend autonom bestimmen, gegen welche Sicherheiten sie die Kredite vergeben. Mit Zwei-Drittel-Mehrheit im EZB-Rat kann ein ELA-Notprogramm gestoppt werden. (dpa)



Kommentare
21.03.2013
15:57
ochi
von bearny | #4

Was die EZB nun macht, liegt irgendwo zwischen Ultimatum und Erpressung.
Was die zyprische Entscheidung angeht, so hatten sie die Wahl zwischen Pleite und nationalem Flächenbrand.. Was würde hier in einem solchen Fall geschehen?
Ein umgehender Generalstreik wäre (hoffentlich) das mindeste.
Vielleicht würde aber schon ein Streik des Bundestagsservicepersonals reichen, damit die Entscheidungsträger endlich wissen, wer ihre Brötchen verdient ;-)

21.03.2013
12:39
EZB garantiert Nothilfe für Zyperns Banken nur bis Montag
von matrix666 | #3

wow! Warten wir mal ab....
Nicht nur die Russen auch die Israelis sind an die Insel interessiert. Also mit leeren Drohngen und Erpressungen macht sich die EU noch lächerlicher.

http://www.welt.de/politik/ausland/article114622508/Insel-Zypern-unsinkbarer-Flugzeugtraeger-der-Nato.html

Und wenn die "starke" :) Merkel jetzt auch nachgibt, dann ist dies die größte Blamage.

21.03.2013
12:13
EZB garantiert Nothilfe für Zyperns Banken nur bis Montag
von ferdi23 | #2

Komisch, diese Banken haben Milliarden russisches Schwarzgeld, und sollen pleite sein?

21.03.2013
11:27
EZB garantiert Nothilfe für Zyperns Banken nur bis Montag
von mansgruf | #1

Und schon zeigt die EU wieder ihre diktatorische, erpresserische Seite..lasst die Banken in Zypern doch pleite gehen..ach nee da hängen ja nicht nur die EZB sondern auch die deutschen Banken wieder in der Sch****, aber wir werden das doch Zahlen Merkel sei Dank und dem Rest der Politklasse die immer lustig jedes "Rettungspacket" abgesegnet hat, ich geh mal davon aus das die Politiker die dazu ihren Segen geben selbst an den Dividenden interessiert sindAktien der Banken besitzen!

Aus dem Ressort
Arbeiter auf Jobsuche - Personalnot im Bochumer Opelwerk
Industrie
In vier Monaten schließt das Werk in Bochum - rund 50 Unternehmen bieten den Beschäftigten neue Jobs an. Das führt zu einer kuriosen Situation: Weil viele Opelaner arbeiten oder sich qualifizieren, müssen in der Auto-Produktion Zeitarbeiter aushelfen.
Russische Behörden schließen Filialen von McDonald’s
Einschüchterung
Vier Filialen der US-Fast-Food-Kette sind betroffen. Angeblich gibt es dort Hygiene-Probleme. Experten vermuten eine Strafaktion wegen der wirtschaftlichen Sanktionen der USA und sprechen von Versuch der Einschüchterung.
Großteil der Haselnuss-Ernte zerstört - Nutella bald teurer?
Nutella
Eine einzige Frostnacht im März hat in der Türkei Großteile der weltweiten Haselnuss-Ernte zerstört. Auf dem Markt zogen die Tonnenpreise für das Produkt bereits deutlich an - Deutschland ist größter Abnehmer. Werden Hanuta, Nutella und Co. für uns bald teurer?
Fernbusmarkt wächst - Mehr als 30.000 Verbindungen die Woche
Fernbusse
Der deutsche Fernbusmarkt wird immer größer. Reisende können mittlerweile mehr als 30.000 wöchentliche Busverbindungen nutzen. Das sind 10.000 mehr, als noch zu Jahresbeginn. Die meisten Fernbusse starten in Berlin. Aber auch in mittelgroßen Städte fahren immer mehr Linien ab.
Düsseldorfer Gea-Group will weltweit 1000 Stellen streichen
Arbeitsplätze
Der Düsseldorfer Maschinenbauer Gea Group will weltweit 1000 Stellen streichen. Grund seien geplante Kosteneinsparungen von jährlich 100 Millionen Euro. Auch Standortschließungen seien nicht ausgeschlossen. Allein am größten deutschen Standort in Oelde arbeiten 2000 Menschen.
Umfrage
Düster, schmutzig, kein Service – Experten finden an Rhein und Ruhr einige der schlechstesten Bahnhöfe Deutschlands . Würden Sie den Vorwurf der

Düster, schmutzig, kein Service – Experten finden an Rhein und Ruhr einige der schlechstesten Bahnhöfe Deutschlands . Würden Sie den Vorwurf der "beispiellosen Verwahrlosung" unterschreiben?