Experte verlangt staatliche Unterstützung für Opel
19.11.2009 | 10:52 Uhr 2009-11-19T10:52:00+0100
Bochum. Staatliche Unterstützung für den Autohersteller Opel fordert der Wirtschaftsexperten Rudolf Hickel. Opel nun die Hilfe eventuell zu versagen, weil GM das Unternehmen doch in vollem Umfang behalten wolle, würde von wenig Verantwortung für die Standorte zeugen.
Bund und Länder dürfen den Autohersteller Opel aus Sicht des Wirtschaftsexperten Rudolf Hickel auch nach der Kehrtwende des Großaktionärs General Motors (GM) nicht hängenlassen. Dies wäre eine «völlig unakzeptable Abstrafung der Beschäftigten», sagte er der «Frankfurter Rundschau». Der Mitbegründer der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik steht damit im Widerspruch zum Rat der Fünf Weisen und anderer Experten. Staatliche Hilfe sei nach wie vor richtig, meint Hickel.
«Wer vor ein paar Wochen der Meinung war, dass dieser Autobauer eine Zukunft hat, kann doch jetzt nicht plötzlich anderer Ansicht sein», sagte Hickel. «Oder aber es ging nur um wahlpolitischen Opportunismus.» Denn an den grundlegenden Fakten einer möglichen Rettung der Standorte habe sich nichts geändert, so der Ökonom. Zudem sei der zuvor geplante Einstieg der Investoren Magna und Sberbank, den der Staat finanziell unterstützen wollte, auch nicht ohne erhebliche Risiken gewesen. Opel nun die Hilfe eventuell zu versagen, weil GM das Unternehmen doch in vollem Umfang behalten wolle, würde von wenig Verantwortung für die Standorte, die Zulieferer und die damit verbundenen Arbeitsplätze zeugen, mahnte Hickel Bund und Länder.
Zusagen an klare Bedingungen knüpfen
Allerdings sollte der Staat Zusagen an klare Bedingungen knüpfen, verlangte Hickel in dem Blatt. GM müsse ein auf mehrere Jahre ausgelegtes Zukunftskonzept für Opel vorlegen und einen eigenen finanziellen Beitrag zur Sanierung leisten. Außerdem sollte sichergestellt werden, dass gewährte Mittel nicht zu GM in die USA abfließen, sondern ausschließlich dem europäischen Geschäft zugutekommen. «Das ist machbar», sagte Hickel, «wenn die Finanzierungsströme zwischen Opel und GM noch stärker getrennt werden». (ddp)

14:29
Wir müssen endlich einsehen, dass die deutsche Autoindustrie nicht mehr zeitgemäß ist, genauso, wie der Individualverkehr auf Dauer ein Auslaufmodell ist, das schon heute massivst durch versteckte Subventionen am Laufen gehalten wird. Die einzige Konsequenz kann heißen: Keine Steuergelder mehr für die Autoindustrie, stattdessen Förderung des ÖPNV, damit endlich auch die ewig gestrigen Autofahrer den Preis zahlen, den sie die Gesellschaft eigentlich kosten.
11:38
Opel ist zwar nicht Systemrelevant, aber die Krise wird größer - und schwerer aufzuhalten sein, wenn Opel - mit all seinen direkten und indirekten Arbeitsplätzen wegfällt.
Der Koalitionsvertrag will durch Steuersenkungen den Binnenmarkt ankurbeln, aber das geht in die Hose, wenn die Arbeitsplätze weiter sinken.
Soll die Krise überwunden werden, dann brauchen wir mehr und nicht weniger Arbeitsplätze.
Also liegt der Herr Hickel hier richtig. Auch wenn das mit GM jetzt nicht richtig gelaufen ist, müssen wir das besste daraus machen.
15:22
Lieber Herr Hickel, es wird nicht dadurch besser, wenn sie palavern, dass die Regierung vor der Wahl etwas anderes gesagt hat. Damals wollte Steinmeier noch Kanzler werden sie erinnern sich. Was hindert einen klugen Mann/Frau daran klüger zu werden? Sie offensichtlich nicht.
14:25
Die ganzen Populisten dürfen jetzt nicht zurückziehen. Wenn sie Magna Geld gegeben hätten, müssten sie diese Geldverschwendung auch bei GM tun.
Rudolf Hickel hat unter Experten einen Exoten-Status mit seiner Meinung. Darum muss sie nicht faösch sein, ich halte sie jedoch für falsch.
11:13
Wenn GM an Opel festhält, sollen sie auch mit ihrem Geld Opel sanieren. Es sind schon genug Steuergelder für dieses marode Unternehmen geflossen.Wenn Experten meinen, dass deutsche Gelder fließen sollen, sollen doch diese super schlauen Experten ihr Privatvermögen in die marode Firma stecken.
Das ein Experte verlangt ist schon eine Unverschämtheit. In Deutschland wird noch noch verlangt und gefordert. Wir Bürger verlangen oder fordern auch viel, bekommen es aber trotzdem nicht.