Evonik peilt Zukunft bei den Dax-Konzernen an

Essen..  Ob der Chemiekonzern Evonik bald zur Riege der Revierkonzerne im Deutschen Aktienindex (Dax) zählt? „Ich bin zuversichtlich, dass das Unternehmen irgendwann auch im Dax notiert sein wird“, sagte Evonik-Aufsichtsratschef Werner Müller bei der Hauptversammlung in der Essener Grugahalle.

Eine entscheidende Rolle spielt dabei, wie viele Aktien des Unternehmens breit gestreut sind. In den vergangenen Wochen hatte der Finanzinvestor CVC zwei Aktienpakete verkauft. Mehr als 100 große Investoren sind bei Evonik eingestiegen. Der Streubesitz stieg auf knapp 23 Prozent, ist allerdings immer noch vergleichsweise gering. Die von Werner Müller geführte RAG-Stiftung hält nach wie vor 67,9 Prozent der Evonik-Anteile, das Paket von CVC schrumpfte auf 9,4 Prozent. Auch die Stiftung hatte bereits angekündigt, sie wolle sich auf lange Sicht von Evonik-Aktien trennen.

Tatsächlich wären noch weitere Anteilsverkäufe von CVC und RAG-Stiftung notwendig, damit Evonik in den Dax aufsteigt. Derzeit befindet sich der Essener Konzern im MDax, wo vor allem mittelgroße Firmen notiert sind. Auch der Bochumer Immobilienriese Annington (Vonovia) macht sich Hoffnungen auf eine Dax-Notierung, sollten Unternehmen wie Lanxess oder Lufthansa absteigen. Teil der Dax-Riege zu sein, sei ein „mittelfristiges Ziel“, heißt es bei Evonik. „Wir werden uns noch ein stückweit gedulden müssen“, erklärte Vorstandschef Klaus Engel während der Hauptversammlung.

Es war erst das zweite öffentliche Aktionärstreffen seit dem Börsengang von Evonik 2013. Aktionärsvertreter äußerten die Erwartung, dass der Konzern – wie angekündigt – auch über Unternehmenszukäufe wächst. Unter anderem war über eine Übernahme des Chemiekonzerns Clariant spekuliert worden. Zuletzt hieß es aber im Umfeld von Evonik, ein Zusammenschluss mit dem Unternehmen aus der Schweiz sei eher unwahrscheinlich.