Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Energie

Europa droht erneut Gas-Krise

29.06.2009 | 11:46 Uhr
Europa droht erneut Gas-Krise

Brüssel/Moskau. Wieder droht Europa ein Engpass bei der Gasversorgung. Die Ukraine kann die russischen Rechnungen nicht mehr bezahlen. Deshalb spielen am Montag Weltbank und Internationaler Währungsfonds wieder Feuerwehr.

Europa steuert auf die nächste Energiekrise zu: Die Finanzierungsprobleme der wirtschaftlich angeschlagenen Ukraine gefährden zusehends die Gasversorgung Westeuropas. Und auch wenn bei sommerlichen Temperaturen niemand Angst vor kalten Heizungen haben muss, ist die Lage ernst. Denn Engpässe beim Gas würden die EU-Länder auch im Sommer empfindlich treffen. Am Montag versucht deshalb die Europäische Union gemeinsam mit den üblichen Finanz-Feuerwehren bei einem Krisentreffen in Brüssel, eine finanzielle Rückendeckung zu organisieren.

Konkret steht die Ukraine, die aus deutscher Sicht als Transitland für russisches Gas von großer Bedeutung ist, vor der Schwierigkeit, dass ihre Gasgesellschaft Naftogaz jeweils am 7. jeden Monats die Rechnung bei der russischen Gazprom begleichen muss.

Kreditpaket soll geschnürt werden

Vermutlich werde das Naftogaz Anfang Juli ohne Hilfe von außen nicht gelingen, berichten EU-Beamte. Deshalb soll die EU am Montag mit der Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds, der Osteuropabank und der Europäischen Investitionsbank ein Kreditpaket sondieren. Im Gespräch sind fünf Milliarden Dollar, weil dieser Betrag dem Preis für ein ausstehendes Volumen von Gas für 4,2 Milliarden Dollar plus Steuern entspricht.

Die Kapitalgeber wollen dabei verhindern, dass sie in Zukunft regelmäßig von der Ukraine angezapft werden. „Was immer getan wird, wird nur einmal getan“, sagt ein an den Gesprächen Beteiligter.

EU-Bürokraten bemühen sich zwar, jede Aufgeregtheit zu vermeiden: „Wir haben keinen Gasstreit und wir haben auch keine Gaskrise.“ Doch Diplomaten äußern sich trotzdem besorgt. Um sich für alle Eventualitäten zu wappnen, wurde bereits eine Sondersitzung der EU-Gas-Koordinierungsgruppe am 2. Juli einberufen. Sie solle die aktuellen Bestände in den Speichern prüfen und Vorbereitungen für den Fall eines eingeschränkten Transits durch die Ukraine diskutieren, heißt es.

Detlef Fechtner

Facebook
 
Kommentare
30.06.2009
10:41
Europa droht erneut Gas-Krise
von immerNett | #8

Gas Gerd und sein Freund Joskar der Taxidriver werden es schon richten.

29.06.2009
11:01
Europa droht erneut Gas-Krise
von supply | #7

Der große Bruder aus Russland wird doch dem Westen nicht das Gas abdrehen....so demokratisch und Weltoffen der ist, ja und Schröder plus Clements werden doch bestimmt ihre Macht als Aufsichtsrat ausspielen.....

29.06.2009
10:37
Europa droht erneut Gas-Krise
von goodnightGermany | #6

Danke Gas-Gerd (SPD)

29.06.2009
09:41
Europa droht erneut Gas-Krise
von mannidoof | #5

Die beste Lösung des Problems ist der Bau der Nabucco-Pipeline - kein russisches Erdgas mehr in russischen Pipelines...

Alternative Energien (Wind, etc.) und Kohle sind als möglicher Gasersatz nicht angebracht, oder heizt Ihr etwa mit Kohle oder Strom?

29.06.2009
01:57
Europa droht erneut Gas-Krise
von dasKollektiv | #4

Geht ja auch im großen Schritten auf dem Winter zu..
Es kann ja nicht mehr anders aus dieser Abhängigkeit ohne alternativen grünen Energiegewinnungsmaßnahmen gehen..!!

28.06.2009
23:00
Europa droht erneut Gas-Krise
von Wahlhelfer | #3

Man man,man......
Macht blos nicht den deutschen Steinkohlebergbau platt,sondern neue Zechen auf,sonst frieren wir uns bald den ***** ab.
Wenn der deutsche Steinkohlebergbau doch plattgemacht werden soll,dann könnt ihr ja mit den Eingesparten Subventionen das Gas für die Ukraine mitbezahlen,sonst drehen die uns das Gas ab.
Glück Auf

28.06.2009
18:11
Europa droht erneut Gas-Krise
von glaube gar nix | #2

Wird da schon wieder die nächste Abzocke vorbereitet?

28.06.2009
17:39
Europa droht erneut Gas-Krise
von audio001 | #1

Mmh,- vielleicht könnte mal der Gerhard...

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/428299/create

Umfrage
Das Aus für die Drogeriekette Schlecker ist besiegelt. Werden Sie Schlecker vermissen?

Das Aus für die Drogeriekette Schlecker ist besiegelt. Werden Sie Schlecker vermissen?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Das Samsung Galaxy S III
Bildgalerie
Smartphones
Die wertvollsten Marken der Welt
Bildgalerie
Markenvergleich
"Lasst Opel nicht sterben"
Bildgalerie
Opel Bochum
Aus dem Ressort
Wochenendarbeit wird immer mehr zum Normalfall
Berufsleben
Immer mehr Menschen in Deutschland müssen am Wochenende arbeiten. Ihr Anteil ist in den vergangenen 20 Jahren rasant gewachsen. Wie der DGB herausfand, hat das gravierende Auswirkungen auf die Arbeitnehmer.
Bei Schlecker-Frauen herrscht Hoffnungslosigkeit
Schlecker-Aus
Bis zuletzt hatten viele Schlecker-Frauen auf die Rettung ihres Arbeitgebers gehofft. Vergeblich. Im Raum Dortmund sowie in Südwestfalen verlieren hunderte ihre Arbeit. „Jetzt bin ich zum ersten Mal in meinem Leben arbeitslos“, sagt eine Betriebsrätin aus Dortmund.