Eurogruppe scheitert an Griechenland

Brüssel/Athen..  Die Eurogruppe ist vorerst mit dem Vorhaben gescheitert, sich auf einen gemeinsamen Kurs für die finanzielle Rettung Griechenlands zu einigen. Eine vorbereitete Erklärung der Euro-Finanzminister bleibt zunächst in der Schublade. Es müsse am Montag weiterverhandelt werden, sagte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem gestern nach mehr als sechsstündigen Krisenberatungen in Brüssel. Dem Vernehmen nach zog Griechenland seine Zustimmung in letzter Minute zurück.

Für Athen kann es brenzlig werden

„Wir haben eine Reihe von Fragen besprochen, darunter die Zukunft des laufenden (Rettungs-)Programms“, sagte der niederländische Sozialdemokrat Dijsselbloem. Für eine Reihe von Mitgliedstaaten sei ein Verlängern dieses Programms über Ende Februar hinaus „eine bevorzugte Option“. Es gebe aber noch keine Schlussfolgerungen dazu. Das Hilfsprogramm läuft auf europäischer Seite Ende des Monats aus. Ohne diesen Plan könnte es laut Experten für Athen bald brenzlig werden, beispielsweise bei der Rückzahlung fälliger Schulden. Die Regierung des neuen griechischen Premiers Alexis Tsipras lehnt Teile des bisherigen Rettungsprogramms ab und fordert eine Neuverhandlung. Der Radikallinke Tsipras will auch die Geldgeber-Troika abschaffen.

Dem Vernehmen nach zog der neue griechische Finanzminister Gianis Varoufakis seine Zustimmung zu der Erklärung zurück, nachdem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) das Sondertreffen verlassen hatte.

Varoufakis sprach von einer „konstruktiven und ausführlichen Debatte über alle Facetten der griechischen Krise“. Er fuhr fort: „Wir haben eine Menge unterschiedlicher und interessanter Meinungen gehört. Wir haben die Möglichkeit gehabt, unsere Sichtweise vorzustellen.“ Er hoffe, dass es am Montag zu einer Verständigung komme.

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