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Euro-Krise

Euro-Austritt der Griechen könnte weltweite Krise auslösen

17.10.2012 | 13:42 Uhr
Ein Abschied Griechenlands vom Euro könnte einer Studie zufolge eine globale Wirtschaftskrise auslösen.Foto: Thinkstock

Athen.  Ein Austritt Griechenlands aus der europäischen Währungsunion könnte einer Studie zufolge zu einer weltweiten Wirtschaftskrise führen. Betroffen wären nicht nur die EU-Mitgliedstaaten, sondern auch die USA, China und andere Schwellenländer, schrieb die Bertelsmann Stiftung am Mittwoch anlässlich der Veröffentlichung der Studie zu den langfristigen volkswirtschaftlichen Folgen eines Euro-Austritts der Griechen.

Ein Ausstieg Griechenlands aus dem Euro könnte laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung die gesamte Weltwirtschaft schwer erschüttern und soziale Spannungen auslösen. Zwar wären ein isolierter Austritt Griechenlands aus der Eurozone und ein Staatsbankrott des Landes ökonomisch verkraftbar.

Doch drohten die kaum kalkulierbaren Folgen mit einem möglichen Euro-Ausstieg weiterer Krisenländer die Volkswirtschaften auch außerhalb Europas in eine dramatische Rezession zu stürzen, hieß es in der am Mittwoch in Gütersloh vorgelegten Studie des Prognos-Instituts im Auftrag der Stiftung.

Dominoeffekt droht in Europa

Die Gefahr eines Flächenbrandes sei so bedrohlich, dass die Staatengemeinschaft eine griechische Staatspleite und einen Austritt des Landes aus dem Euro verhindern sollte. Ein Dominoeffekt mit einem Euro-Ausstieg auch Portugals, Spaniens und Italiens hätte eine weltweite Wirtschaftskrise zur Folge.

Kommentar
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Ausdrücklich und monatelang hatte der deutsche Kassenwart eine griechische Staatspleite nicht ausschließen wollen. Woher nun seine Kehrtwende?

"Zu den Betroffenen würden nicht nur die Südeuropäer oder die Mitglieder der EU, sondern auch die USA, China und andere Schwellenländer gehören", erklärten die Autoren. Neben den rein ökonomischen Konsequenzen sei auch mit erheblichen sozialen Spannungen und politischen Instabilitäten zu rechnen, nicht nur in den Euro-Austrittsländern.

Im schlimmsten Fall würden die 42 untersuchten Industrie- und Schwellenländer bis 2020 etwa 17,2 Billionen Euro an Wirtschaftskraft verlieren. Deutschland käme laut der Studie demnach auf einen Wachstumsverlust von 1,7 Billionen Euro. Bis zum Jahr 2015 würde die Zahl der Arbeitslosen hierzulande um mehr als eine Million ansteigen.

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Allein ein Ausscheiden der Griechen aus der Eurozone käme Deutschland schon teuer zu stehen. Der Studie zufolge drohten Deutschland in diesem Fall bis 2020 Einbußen bei der Wirtschaftsleistung von 73 Milliarden Euro. Dazu kämen einmalig 64 Milliarden Euro, auf die private und öffentliche Gläubiger verzichten müssten.

Die Wissenschaftler unterstellten bei ihren Berechnungen, dass die Gläubiger der Austrittsländer auf 60 Prozent ihrer Forderungen verzichten und die jeweilige neue Landeswährung um 50 Prozent zum Euro abgewertet wird.

Streiks und Proteste in Griechenland gegen neue Sparmaßnahmen

Angesichts neuer Sparpläne der Regierung haben in Griechenland zweitägige Streiks und Proteste begonnen. Vor einem landesweiten Generalstreik am Donnerstag waren am Mittwoch bereits Anwälte, Notare, Apotheker, Ärzte und Journalisten aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Während die Journalisten dem Streikaufruf mehrheitlich folgten, so dass in Fernsehen, Radio und Internet die Nachrichten ausfielen, waren Apotheken und Krankenhäuser weitgehend unbeeinträchtigt.

Video
Berlin, 11.10.12: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Donnerstag ausweichend auf die Forderung von IWF-Chefin Christine Lagarde reagiert, Griechenland mehr Zeit für Reformen zu geben. Sie verwies erneut auf den ausstehenden Troika-Bericht.

Die Gewerkschaft GSEE, die mit zu dem Generalstreik aufruft, kritisierte, dass ausschließlich Arbeitnehmer und Rentner die Last der Wirtschaftskrise tragen müssten, während die Steuerhinterzieher, die sie verursacht hätten, straflos blieben. Der Händlerverband, der seine Mitglieder am Donnerstag zur Schließung ihrer Geschäfte aufrief, kritisierte "drastische Einkommensverluste, ungeheuerliche Überbesteuerung und einen bedeutenden Nachfragerückgang", die Unternehmen und Arbeitsplätze bedrohten.

Der Generalstreik soll vor dem EU-Gipfel Ende der Woche die Botschaft vermitteln, dass die Belastung der Gesellschaft in den Krisenstaaten eine kritische Grenze erreicht hat. In den vergangenen Tagen gab es auch in Spanien, Portugal und Frankreich Proteste. In Griechenland ist es bereits der vierte Generalstreik in diesem Jahr. Die Gewerkschaften machen den harten Sparkurs mitverantwortlich für die verheerende Rezession. Die Regierung will im November jedoch weitere Sparmaßnahmen durchs Parlament bringen.

Ursprünglich sollten 7,8 Millionen Euro eingespart werden, doch nach Verhandlungen mit den internationalen Gläubigern der Europäischen Kommission, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank wurde diese Summe auf 9,2 Milliarden Euro erhöht. (dapd/afp/rtr)



Kommentare
19.10.2012
15:29
Euro-Austritt der Griechen könnte weltweite Krise auslösen
von michalek | #18

Wieso könnte dieser Austritt eine weltweite Krise auslösen. Die Griechen haben doch schon längst eine weltweite Krise ausgelöst.

18.10.2012
21:09
Euro-Austritt der Griechen könnte weltweite Krise auslösen
von Hugo60 | #17

@DU-Kersten

Sie werden noch an mich denken....

18.10.2012
12:24
Euro-Austritt der Griechen könnte weltweite Krise auslösen
von b.scheuert | #16

Ja genau! Und der umgefallene Reissack in China löst eine Hungerkatastrophe aus...Leider glauben die meisten wirklich alles, nur weil irgendwelche "Experten" das behaupten. Banken jonglieren mit Billiarden, da sind Milliarden wirklich nur Peanuts. Aber Angst essen Seele auf, also bauen wir weiterhin auf das Prinzip "Panik für alle".

18.10.2012
07:18
Euro-Austritt der Griechen könnte weltweite Krise auslösen
von Dieselpumpe | #15

Medienunterstützte Panikmache zur Verschleierung der grundsätzlichen EU-Missstände.

18.10.2012
00:58
Euro-Austritt der Griechen könnte weltweite Krise auslösen
von DU-Kersten | #14

@Hugo60
Hugo in seiner Unermesslichkeit. Der Checker vor dem Herrn.
Unsachlich kann ich auch.
Und volkswirtschaftliche Zusammenhänge durchblicken nur Sie.
Amen

17.10.2012
23:07
Euro-Austritt der Griechen könnte weltweite Krise auslösen
von Hugo60 | #13

@DU-Kersten

Das einzige, wovor Sie Angst haben, ist, dass Sie auf Grund von Hilfsmaßnahmen anderer Volkswirtschaften höhere Steuern zahlen müssen.

Die Sorgen möchte ich haben.

Die hätte ich aber auch, wenn ich über volkswirtschaftliche Zusammenhänge so viel
Bescheid wüsste wie eine Kuh, die sich den ganzen Tag den Hintern leckt.

17.10.2012
22:52
Euro-Austritt der Griechen könnte weltweite Krise auslösen
von DU-Kersten | #12

Da will man uns aber mächtig Angst machen.
Wachstumseinbußen ?? Von welcher Grundlage aus ?
Einbezogen wurden 42 Länder. Hat Prognos (im Auftrag der Bertelsmannstiftung) eigentlich die wirtschaftlichen Daten der Länder genau ungtersucht. Würde es überall überhaupt Wachstum geben ?
Die haben in eine Glaskugel geschaut.
Und wie sähe eine umgekehrte Rechnung aus ? Was kostet es, wenn die Euro-Länder eine eigene Währung hätten.
Liebe Bertelsmannstiftung, setzt euch mit dieser Expertise in ein Kirmeszelt.

1 Antwort
Euro-Austritt der Griechen könnte weltweite Krise auslösen
von meinemeinungdazu | #12-1

Ein Witzpapier, das man jeden Tag ändern kann, wenn die Realitäten anders sind! Heute Wachstum, morgen Minuswachstum: Hauptsache Wachstum! Nonsens.

17.10.2012
22:43
Euro-Austritt der Griechen könnte weltweite Krise auslösen
von Hugo60 | #11

Ach ja, die Griechlandprobleme sind Peanuts?
Schreiben die von Bertelsmann ja auch: "Ein Dominoeffekt mit einem Euro-Ausstieg auch Portugals, Spaniens und Italiens hätte eine weltweite Wirtschaftskrise zur Folge."

Aber es geht ja nur ums "Machtgehabe der Politiker".
Tja, und der Zins, äh, der Zinseszins ist schuld.

Ich würde sagen, auch der Gewinn ist schuld. Ist ja auch so eine Art Zins.


Und Wirtschaftswachstum ist ganz schlimm.
Schlimmer als die Arbeitslosen, die eine stagnierende Wirtschaft bedeuten.

Tja, tja, tja!

Ist alles nicht so einfach, ni wor?

1 Antwort
Euro-Austritt der Griechen könnte weltweite Krise auslösen
von Ismet | #11-1

Von Ihnen habe ich noch nie etwas Konstruktives gelesen.
Scheinen ja ein ganz „schlauer“ zu sein der hier nur irgendwelchen Stuss schreibt.
Wahrscheinlich selbst nie etwas auf die Beine gebracht aber auf den anderen Rumhacken die wenigstens die Sache auf den Punkt bringen.
Tja, dann machen Sie mal weiter so!

17.10.2012
19:14
Euro-Austritt der Griechen könnte weltweite Krise auslösen
von ultron | #10

Die Griechenlandprobleme sind Peanuts, quasi nur das Zündhütchen für den Böllerschuß. In der Studie heißt es nämlich weiter (von der WAZ leider weggelassen): "Auffällig ist, wie stark Frankreich nach diesen Berechnungen von einem Euro-Aus in Südeuropa betroffen wäre: Der Schaden könnte danach bis zu 154,4 Prozent des französischen BIP ausmachen. Das wäre der mit Abstand höchste Wert aller untersuchten Länder. Die Forscher begründen das mit dem starken Engagement französischer Banken in Südeuropa, aber auch mit der steigenden Wettbewerbsfähigkeit der Länder, die aus der Eurozone austreten."

Quelle: http://www.teleboerse.de/nachrichten/Weltweiter-Dominoeffekt-kostet-Billionen-article7493331.html

17.10.2012
19:00
Is klar-
von mspoetnik | #9

-Studie der Bertelsmann Stiftung...,
Fakt ist,der Austritt Grichenlands würde die "Superreichen"eine Menge Kohle kosten.

1 Antwort
Euro-Austritt der Griechen könnte weltweite Krise auslösen
von meinemeinungdazu | #9-1

Und denen tut es nicht weh!

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