EU will weniger Mais im Biosprit

Brüssel/Meschede..  Die Europäische Union deckelt die Nutzung der umstrittenen Biokraftstoffe im Transportsektor. Darauf einigte sich gestern der Umweltausschuss des Europaparlaments. Demnach bleibt die EU bei ihrem Ziel, bis zum Jahr 2020 insgesamt zehn Prozent der für den Transport eingesetzten Energie aus erneuerbaren Quellen zu bestreiten. Davon dürfen aber nur 7 Prozent aus den traditionellen Biokraftstoffen (Mais, Palmöl und Raps) stammen. Mindestens 0,5 Prozent sollen aus sogenannten Biokraftstoffen der zweiten Generation kommen, die zum Beispiel aus Abfall, Algen und Bakterien gewonnen werden.

Ursprünglich sollte der Anteil der traditionellen Biokraftstoffe sogar auf 5,5 Prozent und der aus Kraftstoffen zweiter Generation auf 2 Prozent festgelegt werden. Das hatten auch Umweltverbände gefordert. Der nun gefundene Kompromiss kommt den Wünschen der Agrarlobby entgegen. „Ohne die Einigung hätten wir die Verbreitung von Biokraftstoffen für die nächsten Jahre komplett ausgebremst“, sagte der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese (Meschede). Unternehmen, die in Biokraftstoffe investiert hätten, garantiere der Kompromiss Planungssicherheit.

Biosprit ist umstritten, weil sein ökologischer Nutzen fraglich ist. Seine Produktion steht in Konkurrenz zur Erzeugung von Nahrungsmitteln. Die Förderpolitik der vergangenen Jahre war mitverantwortlich dafür, dass auch in Deutschland große Anbauflächen für die Erzeugung von Biokraftstoffen reserviert wurden. Zudem machen viele Autofahrer einen Bogen um E 10.