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Edelstahlgeschäft

EU sieht Verkauf von Thyssen-Krupp Nirosta kritisch

22.05.2012 | 16:44 Uhr
EU sieht Verkauf von Thyssen-Krupp Nirosta kritisch
Protestkundgebung der IG Metall in Essen. Die Nirosta-Werker hatten sich gegen die Übernahme durch Outokumpu gewehrt. Foto: Matthias Graben / WAZ FotoPool

Brüssel/Duisburg/Bochum.   Die EU-Kommission sieht den geplanten Verkauf der Thyssen-Krupp-Edelstahlsparte mit Sorge. Sie leitete eine vertiefte Prüfung ein. Kippt nun die Nirosta-Übernahme durch die Finnen?

Rückschlag für Thyssen-Krupp: Die EU-Kommission hat Bedenken gegen die Pläne des größten deutschen Stahlproduzenten zum Verkauf seiner Edelstahlsparte Inoxum mit der Weltmarke Nirosta. Eine vorläufige Prüfung habe ergeben, dass die geplante Übernahme durch den finnischen Konkurrenten Outokumpu „wettbewerbsrechtlich sehr bedenklich“ sein könne, erklärte die EU-Kommission am Dienstag. Die Wettbewerbshüter leiteten deshalb eine eingehende Prüfung des Verkaufs ein.

Thyssen-Krupp will sein verlustreiches Edelstahlgeschäft noch in diesem Jahr an Outokumpu verkaufen. Die Elefantenhochzeit ist aus der Not geboren, denn nicht nur Thyssen-Krupp, auch die Finnen kämpften zuletzt mit tiefroten Zahlen.

Outokumpu würde durch die Übernahme zum neuen Weltmarktführer auf dem Edelstahlmarkt mit 19.000 Beschäftigten und einem Umsatz von fast zwölf Milliarden Euro. Thyssen-Krupp will mit dem Erlös von 2,7 Milliarden Euro nicht nur seinen Schuldenberg verringern, sondern auch die Expansion in Wachstumsmärkten vorantreiben.

Thyssen-Krupp reagiert gelassen

Thyssen-Krupp reagierte dennoch gelassen auf die Ankündigung der EU-Kommission. „Die Entscheidung der EU war zu erwarten“, betonte das Unternehmen. Bei Transaktionen dieser Größenordnung sei eine vertiefte Prüfung üblich. Thyssen-Krupp rechne dennoch weiterhin mit einer Genehmigung der Transaktion bis Ende 2012, hieß es in Essen.

Für Bedenken sorgt bei den Brüsseler Wettbewerbsbehörden nicht zuletzt die Tatsache, dass es nach einem Zusammenschluss in Europa nur noch drei integrierte Hersteller von Flachprodukten aus rostfreiem Stahl geben würde. Vor allem bei der Produktion und dem Vertrieb von Flachprodukten aus rostfreiem Stahl befürchtet die Kommission Wettbewerbsprobleme.

Entscheidung bis Ende September

Für die vertiefte Prüfung hat die Kommission nun 90 Tage Zeit. Eine Entscheidung muss also bis zum 26. September fallen. Thyssen-Krupp Nirosta hat unter anderem Werke in (dapd)

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