Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Telefongebühren

EU-Kommission will offenbar Roaming-Gebühren abschaffen

08.09.2013 | 16:05 Uhr
EU-Kommission will offenbar Roaming-Gebühren abschaffen
Mobiltelefonate im Urlaub sollen künftig billiger werden - so will es zumindest die zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroos.Foto: dpa

Brüssel  Bis 2016 sollen die Auslandszuschläge für die Nutzung des Mobilfunks fallen. Eine entsprechende Verordnung soll bereits in der kommenden Woche beschlossen werden heißt es in einem Medienbericht. Demnach können Kunden künftig mit Kurzverträgen die Roaming-Gebühren aushebeln.

Die EU-Kommissarin für Digitaltechnik, Neelie Kroes, will das Telefonieren per Handy billiger machen. Dazu sollen die Mobilfunkanbieter ihre sogenannte Roaming-Gebühren, also die Auslandszuschläge, bis Juli 2016 schrittweise aufgeben, wie der "Focus" am Sonntag vorab berichtete. Das Nachrichtenmagazin beruft sich auf ein ihm vorliegenden Verordnungsentwurf, wonach die Anbieter künftig Geschäftsallianzen mit Anbietern in anderen EU-Staaten eingehen sollen, statt teure Gebühren zu erheben. Die Regelung soll laut Bericht bereits am kommenden Dienstag beschlossen werden.

Die noch existierenden Roaming-Gebühren müssten zudem bis 2014 erneut sinken. Für eingehende Gespräche dürften sie gar nicht mehr erhoben werden. Im Entwurf ist dem Bericht zufolge von einem "freiwilligen Mechanismus" zur Beendigung des Roamings die Rede.

Kunden können Kurzverträge fürs Ausland abschließen

Halten die Firmen aber an den Zuschlägen fest, können sie ihre Kunden für die Dauer von Auslandsaufenthalten verlieren: Dafür sollen Konkurrenten bei Grenzübertritt per SMS Angebote für Kurzzeitverträge mit Inlandstarifen machen können. Kommissarin Kroes ist vom Erfolg ihrer Vorschläge überzeugt, die Mitte 2014 in Kraft treten sollen: "Das Ende des Roamings ist nahe."

Lesen Sie auch:
Blau streicht EU-Roaminggebühren für Deutschland-Anrufe

Erneut hat ein Handy-Anbieter die Roaminggebühren innerhalb der Europäischen Union abgeschafft. Kunden des Prepaid-Anbieters Blau zahlen künftig einheitlich 9 Cent bei Telefonaten in Deutschland oder in EU-Länder. Die Regelung gilt zunächst allerdings nur auf Zeit.

Der Entwurf sieht zudem weitere Verbesserungen für Mobilfunkkunden vor. So soll es für sie keine Erstvertragsbindung über 24 Monate hinaus mehr geben, und die Anbieter sollen verpflichtet werden, auch Einjahresverträge vorzusehen. Darüber hinaus schreibt der Entwurf vor, dass die Kosten von Festnetz-Verbindungen zwischen EU-Staaten im Normalfall nicht über denen von Fernverbindungen innerhalb des eigenen Landes liegen dürfen.

Seit Jahren sinken unter dem Druck der EU bereits die Roaming-Gebühren in Europa. So gelten seit dem 1. Juli erneut neue gesetzliche Obergrenzen für die Preise. Ein Anruf aus dem europäischen Ausland kostet seitdem maximal 24 statt zuvor 29 Cent pro Minute (ohne Mehrwertsteuer). Im nächsten Jahr, ab Juli 2014, sinken die Höchstpreise nach Vorgaben der EU-Kommission erneut.

Roaming-Aufschläge sind Gebühren, die Telekom-Firmen ihren Wettbewerbern für die Nutzung ausländischer Netze zahlen. Für viele Konzerne sind sie eine wichtige Einnahmequelle. (afp/dpa)



Kommentare
Aus dem Ressort
Thyssen-Krupp Steel führt die 31-Stunden-Woche ein
Stahl
Der Stahlkonzern Thyssen-Krupp Steel führt an seinen Standorten Duisburg, Bochum, Dortmund, Finnentrop und Siegen die 31-Stunden-Woche bei Lohnverzicht ein. Darauf haben sich Unternehmen und Betriebsrat verständigt. Der „Tarifvertrag Zukunft“ soll Stellenstreichungen und Kurzarbeit verhindern.
Jeder vierte Auszubildende in Duisburg bricht die Lehre ab
Arbeitsmarkt
Jeder vierte Duisburger Auszubildende beendet seine Lehre nicht. Gründe dafür können sowohl eine falsche Berufswahl aber auch zwischenmenschliche Gründe sein. Allein im letzten Jahr wurden 966 Ausbildungen abgebrochen. Um die Zahlen zu senken setzt die Arbeitsagentur auf die Berufsorientierung.
Warum Buchhändler das Ende der Buchpreisbindung fürchten
Freihandel
Buchhändler machen mobil gegen das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA. Ihre Angst: Bei den Verhandlungen könnten die Europäer die deutsche Buchpreisbindung opfern. Aber sind die festen Preise überhaupt noch zeitgemäß - und was wäre, wenn die Preisbindung verschwände?
„Rote Karte gegen Tarifflucht“ bei Amazon in Rheinberg
Streik
Die Beschäftigten des Onlineversandhändlers Amazon wollen unbedingt einen Tarifvertrag abschließen. Die Haltung, dass das Unternehmen mit den Mitarbeitervertretern darüber nicht einmal reden wolle, müsse aufgebrochen werden. Man werde nicht locker lassen, kündigen DGB und Verdi an.
Autozulieferer Hella aus Lippstadt geht an die Börse
Familienunternehmen
Mit neuer LED-Lichttechnik und Elektronik für die Automobil-Industrie wächst Hella aus Lippstadt seit Jahren. Der Automobilzulieferer eilt von Erfolg zu Erfolg. Jetzt geht das Familienunternehmen an die Börse. Platziert werden aber nur 15 Prozent der Anteile.
Umfrage
Statt mit Aufkleber will Verkehrsminister Dobrindt die Pkw-Maut mit automatischer Nummernschild-Erkennung an den Autobahnen kontrollieren lassen. Was halten Sie davon?

Statt mit Aufkleber will Verkehrsminister Dobrindt die Pkw-Maut mit automatischer Nummernschild-Erkennung an den Autobahnen kontrollieren lassen. Was halten Sie davon?