EU-Kommission rechnet mit Rezession in der Eurozone
22.02.2013 | 12:22 Uhr 2013-02-22T12:22:00+0100
Brüssel. Die Wirtschaftskrise in Europa dauert an. Für das laufende Jahr erwartet die EU-Kommission, dass die Wirtschaftsleistung in der Eurozone um 0,3 Prozent schrumpfen wird. Das bekommen besonders die Krisenländer im Süden zu spüren: In Griechenland soll die Arbeitslosigkeit auf 27 Prozent steigen.
Die europäische Wirtschaft wird nach Erwartung der EU-Kommission ein weiteres Krisenjahr erleiden. Die Wirtschaftsleistung der Eurozone wird in diesem Jahr um 0,3 Prozent schrumpfen und somit in der Rezession verharren, wie die EU-Kommission am Freitag in Brüssel im Rahmen ihrer neuen Wirtschaftsprognose berechnete. Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone steigt demnach auf 12,2 Prozent und damit auf ein neues Rekordhoch.
Die Schwäche der europäischen Wirtschaft am Ende des vergangenen Jahres habe für 2013 einen schwachen Start verursacht, erklärte die EU-Kommission. Zudem werde sich die Erholung langsamer einfinden als ursprünglich erwartet. Für die 17 Euro-Länder sagt die EU-Kommission nach einem Minus von 0,6 Prozent im vergangenen Jahr auch für 2013 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,3 Prozent voraus. Erst im kommenden Jahr erwarten die EU-Experten wieder ein Anspringen der Wirtschaft mit einem Plus von 1,4 Prozent.
EU rechnet mit 1,8 Prozent Inflation in diesem Jahr
In ihrer Konjunkturprognose vom Herbst war die EU-Kommission noch davon ausgegangen, dass die Wirtschaft der Eurozone sich in diesem Jahr wieder leicht erholt und ein Miniplus von 0,1 Prozent verzeichnet. Die Inflationsrate in der Eurozone sinkt demnach und liegt bei 1,8 Prozent in diesem und bei 1,5 Prozent im kommenden Jahr.
Gute Nachricht trotz Finanzkrise: Deutschland hat einen größeren Überschuss erreicht als erwartet. Er lag bei 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung. Der Staat hat damit mehr eingenommen, als er im selben Zeitraum ausgegeben hat. Andere EU-Länder können davon nur träumen.
Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone steigt auf mehr als zwölf Prozent und somit auf ein neues Rekordhoch. Die Quote wird den Berechnungen aus Brüssel zufolge im laufenden Jahr bei durchschnittlich 12,2 Prozent liegen. Für das Jahr 2014 erwartet die EU-Kommission einen minimalen Rückgang auf 12,1 Prozent in den 17 Euro-Ländern. Im Herbst waren die EU-Experten noch davon ausgegangen, dass die Quote der Arbeitslosen in diesem und dem kommenden Jahr in der Eurozone knapp unter der Zwölf-Prozent-Marke bleibt.
Arbeitslosigkeit in Griechenland könnte auf 27 Prozent steigen
Schlechter fallen auch die Erwartungen für die Krisenländer der Eurozone wie Griechenland und Spanien aus. In Griechenland erwartet die EU-Kommission einen Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 27,0 Prozent in diesem Jahr, bevor die Quote im Jahr 2014 auf 25,7 Prozent sinken soll. In Spanien ist demnach mit einem Anstieg der Quote auf 26,9 Prozent im laufenden Jahr zu rechnen; im Folgejahr soll sie leicht auf 26,6 Prozent heruntergehen.
Schlechte Nachrichten gibt es für Frankreich und Spanien, was die Staatsdefizite betrifft: Frankreich wird dem Ausblick zufolge weder in diesem noch im kommenden Jahr die EU-Obergrenze einhalten, sondern ein Defizit von 3,7 im laufenden Jahr beziehungsweise von 3,9 Prozent des BIP im Jahr 2014 verzeichnen. Für Spanien erwartet die EU-Kommission ein Defizit von 6,7 Prozent in diesem und von 7,2 Prozent im kommenden Jahr. Die Zahlen sind schlechter als die EU-Kommission noch in ihrer Prognose vom Herbst erwartet hatte.
Frankreich wird die Defizit-Grenze reißen
Die französische Regierung hatte jüngst bereits eingestanden, dass sie ihr Ziel nicht erreichen wird, die EU-Defizitgrenze von 3,0 Prozent in diesem Jahr wieder einzuhalten. Für das Krisenland Spanien enthalten die Zahlen aus Brüssel eine weitere schlechte Nachricht: Die EU-Kommission erwartet, dass sich Spaniens Defizit im vergangenen Jahr auf 10,2 Prozent beläuft. Der spanische Regierungschef Mariano Rajoy hatte am Mittwoch noch gesagt, die Spaniens Staatsverschuldung sei 2012 auf "weniger als sieben Prozent" zurückgegangen. (afp)

00:39
Ich sah mal eine Kurve diagrammatisch dargestellt, die sich wiederholt. Den gleichen Verlauf gab es bereits schonmal. Wir sind weiterhin in der Abwärtsphase, das Tal ist noch nicht erreicht. Ursächlich seh ich sehr offensichtlich das globale Finanzsystem als großen Auslöser und Wegbereiter, da dieses auf Gewinnmaximierung und immer höher und immer weiter ausgetüftelt ist. Das kann nicht ewig so laufen, denn der Berg ist spätestens an seiner Spitze zuende und dann kommt der Abwärtsschwung, in dem wir uns gerade befinden. Ersichtlich an den Teuerungsraten (Arm/Reichschere), seit Jahren sinkenden Real-Nettolöhnen, Fusionen, Schließungen, Auslagerungen, Ausbreitung von Verschuldungen überall. Eine Inflation kann man nicht ausschließen.
16:56
Die Abhängigkeit vom Dollar aufgrund der OPEC-Staaten wird uns auf Dauer noch mehr bescheren als nur eine Rezession - schlimmstenfalls einen Wirtschaftskrieg bestenfalls eine Inflation, Um in Europa wirtschaftliche Stabilität einführen zu können müssen sich die europäischen Länder von der Abhängigkeit von der OPEC verabschieden können - oder die opec löst sich insgesamt auf - das wird sie nicht tun, die arabischen nationen werden eher versuchen noch mehr Macht und Einfluss geltend zu machen und ihren Status Quo zu erweitern suchen
16:32
@fogfog
Netto kostet die EU Deutschland etwa 8 Mrd. Euro.
Das sind 0,3% des Bruttoinlandsprodukt.
Können Sie nachdenken?
23:37
die eu dichtmachen dann haben wir schon mal ne menge geld für die krisenbewältigung.
warum müssen 60.000 bemate geld in der eu umverteilen???
20:16
bis weit in die sog. gut bürgerlichen Kreise bestimmen die Diskussion über die tatsächliche Lage der europäischen Volkswirtschaften im Allgemeinen und die Situation in Deutschland ,der größten europäischen Volkswirtschaft , im Besonderen.
Im Zusammenhang der Schrumpfung ganzer Volkswirtschaften im südlichen Europa und einer Einzelhandels - Umsatzes in Deutschland auf dem Niveau des Jahres 2000 von einem "über seinen Verhältnissen " leben zu sprechen ,dies zeigt die ganze Ignoranz weiter Teile der Gesellschaft hinsichtlich der tatsächlichen Lage.
Auch hat der zu beobachtende Absturz der realen Ökonomie nichts mit der Währungsunion zu tun ,sondern mit einem Mangel an koordinierter Wirtschafts - und Sozialpolitik in Europa.
Und es ist Deutschland ,das in dieser Hinsicht mit seinem Sozial- und Lohn - Dumping in der Fläche , eine Haupt - Verantwortung für diese Entwicklung trägt.
Korrektur :
eines Einzelhandels - Umsatzes in Deutschland auf dem Niveau des Jahres 2000 ....
17:08
@unwitz | #2
Klar doch, Unwitz, müssen wir.
Natürlich indem wir sparen und die Krise immer wieder aufs Neue anfeuern.
Den deutschen Staatsschulden von 2 Bill. stehen Geldvermögen von fast 7 Bill. gegenüber.
In Deutschland wird auf jeden Fall insgesamt nicht auf Pump gelebt.
In Deutschland lässt man auf Pump leben.....den Staat und das Ausland.
Den fast 7 Billionen Geldvermögen stehen exakt 7 Billionen Schulden gegenüber, denn wer Schulden hat,hat auch Gläubiger, auch wenn Sie diesen logischen Zusammenhang nie verstehen werden,.
13:51
Wenn die Definition bei Wikipedia richtig ist...
"Rezession bezeichnet die kontraktive Konjunkturphase, in welcher ein Abschwung der Wirtschaft verzeichnet wird. Nach der am meisten verbreiteten Definition liegt eine Rezession vor, wenn die Wirtschaft in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen im Vergleich zu den Vorquartalen nicht wächst oder ein Rückgang zu verzeichnen ist (sinkendes Bruttoinlandsprodukt)."
...dann brauchen wir nicht auf die Rezession warten, dann ist sie bereits da.
13:42
Da müssen wir jetzt durch. Jahrelanges Schuldenanhäufen, Konsum auf Pump, über die eigenen Verhälnisse leben, billiges Geld und eine missratene Währungsunion haben uns in diese missliche Lage gebracht. Dieses Tal muss durchschritten werden.
12:48
"EU rechnet mit 1,8 Prozent Inflation in diesem Jahr"
Nur komisch, dass die meisten Preiserhöhungen mehr als das 10fache dieser von EUROSTAT oder den Wiesbadenern zusammengelogenen "Inflationsrate" betragen!!!
Na ja, man sieht es ja auch gerade draußen. Trotz der "Klimaerwärmung" wird der Kondratieff-Winter noch verdammt kalt werden!!!