Essener Chemiekonzern Evonik strebt Aufstieg in den Dax an

Evonik-Vorstandschef Klaus Engel verteidigt das Engagement des Konzerns bei Borussia Dortmund.
Evonik-Vorstandschef Klaus Engel verteidigt das Engagement des Konzerns bei Borussia Dortmund.
Foto: Volker Hartmann
Was wir bereits wissen
Bei der zweiten Hauptversammlung des Konzerns Evonik seit dem Börsengang ging es um mögliche Firmenzukäufe, Dax-Ambitionen und Borussia Dortmund.

Essen.. Ob der Chemiekonzern Evonik bald zur Riege der Revierkonzerne im Deutschen Aktienindex (Dax) zählt? „Ich bin zuversichtlich, dass das Unternehmen irgendwann auch im Dax notiert sein wird“, sagte Evonik-Aufsichtsratschef Werner Müller bei der Hauptversammlung in der Essener Grugahalle.

Eine entscheidende Rolle spielt dabei, wie viele Aktien des Unternehmens breit gestreut sind. In den vergangenen Wochen hatte der Finanzinvestor CVC zwei Aktienpakete verkauft. Mehr als 100 große Investoren sind bei Evonik eingestiegen. Der Streubesitz stieg auf knapp 23 Prozent, ist allerdings immer noch vergleichsweise gering.

Evonik ist derzeit im MDax gelistet

Die von Werner Müller geführte RAG-Stiftung hält nach wie vor 67,9 Prozent der Evonik-Anteile, das Paket von CVC schrumpfte auf 9,4 Prozent. Auch die Stiftung hatte bereits angekündigt, sie wolle sich auf lange Sicht von Evonik-Aktien trennen.

Chemiekonzern Tatsächlich wären noch weitere Anteilsverkäufe von CVC und RAG-Stiftung notwendig, damit Evonik in den Dax aufsteigt. Derzeit befindet sich der Essener Konzern im MDax, wo vor allem mittelgroße Firmen notiert sind. Auch der Bochumer Immobilienriese Annington (Vonovia) macht sich Hoffnungen auf eine Dax-Notierung, sollten Unternehmen wie Lanxess oder Lufthansa absteigen. Teil der Dax-Riege zu sein, sei ein „mittelfristiges Ziel“, heißt es bei Evonik. „Wir werden uns noch ein stückweit gedulden müssen“, erklärte Vorstandschef Klaus Engel während der Hauptversammlung.

„Wir warten darauf, dass etwas passiert“

Es war erst das zweite öffentliche Aktionärstreffen seit dem Börsengang von Evonik im Frühjahr 2013. Aktionärsvertreter äußerten die Erwartung, dass der Revierkonzern – wie angekündigt – auch über Unternehmenszukäufe wächst. „Wir warten darauf, dass etwas passiert“, sagte Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Unter anderem war über eine Übernahme des Chemiekonzerns Clariant spekuliert worden. Zuletzt hieß es aber im Umfeld von Evonik, ein Zusammenschluss mit dem Unternehmen aus der Schweiz sei eher unwahrscheinlich. In Sachen Firmenzukäufe betonte Evonik-Chef Engel, man werde „einen kühlen Kopf bewahren und keine Abenteuer eingehen“.

Jörn Wochnowski von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) kritisierte den Einstieg von Evonik beim Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund: „Was hat Fußball mit einer konsequenten Ausrichtung auf Spezialchemie zu tun?“ Engel verteidigte das BVB-Engagement als wichtig für die „Marken-Wahrnehmung“ des Chemiekonzerns.