Essen hängt andere Großstädte ab

An Rhein und Ruhr..  Das Ruhrgebiet wird produktiver und hat bei der wirtschaftlichen Entwicklung aufgeholt. Mittlerweile liegt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Erwerbstätigen im Revier leicht über dem bundesweiten Durchschnitt. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre ist das BIP je Erwerbstätigen im Ruhrgebiet um 24 Prozent gestiegen, bundesweit dagegen nur um knapp 18 Prozent. Damit erreichten die Beschäftigten im Ruhrgebiet den Wert von knapp 64 900 Euro im Jahr 2012, im Bundesgebiet waren es 64 100 Euro. Das geht aus den derzeit aktuellsten Mehrjahresvergleichen der Statistikbehörde IT.NRW hervor. Auch im NRW-Vergleich ist die Dynamik im Ruhrgebiet stärker: In NRW gab es innerhalb von zehn Jahren ein Plus von 17,7 Prozent auf 65 960 Euro.

Selbstbewusstdem Wettbewerb stellen

Mit der Kennziffer BIP pro Erwerbstätigen wird die Produktivität gemessen. Nach Angaben der örtlichen Wirtschaftsförderung schneidet Essen bei dieser Statistik besonders gut ab. Mit einem Zuwachs von 25,8 Prozent habe es in den Jahren 2002 bis 2012 einen deutlicheren Zuwachs gegeben als in den anderen neun deutschen Großstädten. Demnach hängt Essen auch Städte wie Dortmund und Berlin ab, die mit einem Plus von 19,6 und 14,4 Prozent auf den Plätzen zwei und drei folgen. Frankfurt am Main und Hamburg weisen mit 7,6 Prozent und 3,6 Prozent die geringsten Steigerungsraten im Vergleich der zehn Großstädte auf. Seit dem Jahr 2002 ist das BIP je Erwerbstätigen in Essen auf knapp 73 800 Euro gestiegen.

16 der 50 umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland sitzen in NRW, davon sechs im Ruhrgebiet – Aldi, RWE, BP, Thyssen-Krupp, Hochtief und Evonik.

„Wir können uns mit dem, was hier wirtschaftlich geschieht, sehr selbstbewusst dem Wettbewerb mit anderen Regionen stellen“, sagte Ruhr-Wirtschaftsförderer Rasmus C. Beck. Verbesserungsbedarf gebe es aber beim Standortmarketing. „Es gibt tatsächlich Menschen, die immer noch glauben, dass hier die Wäsche schwarz wird, wenn man sie aufhängt.“ Klaus Engel, Chef des Firmennetzwerks Initiativkreis Ruhr, mahnte mehr öffentliche Investitionen an – vor allem in die Verkehrsinfrastruktur. „Es müssen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass das Ruhrgebiet im Wettbewerb der Regionen weiter in der Spur bleibt“, sagte er. „Das geht nicht mit täglichen Staus und Sperrungen auf Schlaglochpisten und Bröckel-Brücken.“