Essen droht Verlust der Karstadt-Zentrale – Oberhausen hofft

Der Warenhauskonzern Karstadt prüft einen Umzug von Essen nach Oberhausen oder Düsseldorf.
Der Warenhauskonzern Karstadt prüft einen Umzug von Essen nach Oberhausen oder Düsseldorf.
Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Service
Was wir bereits wissen
Karstadt prüft einen Umzug der Konzernzentrale und einen Abschied von Essen. Die Städte Oberhausen und Düsseldorf sind in der engeren Auswahl.

Essen/Oberhausen.. Ein Umzug der Karstadt-Hauptverwaltung und damit auch ein Abschied vom langjährigen Konzernstandort Essen wird immer wahrscheinlicher. Nach Informationen unserer Redaktion sind die Städte Oberhausen und Düsseldorf in der engeren Auswahl für den künftigen Sitz des traditionsreichen Warenhausbetreibers.

Kaufhaus „Es läuft auf einen Umzug hin­aus“, sagt ein Insider. Als möglicher Standort in Oberhausen gilt ein ehemaliges Areal des Industriekonzerns Babcock in Nähe des Hauptbahnhofs. Die Stadt Oberhausen soll dem Essener Unternehmen eine Art Willkommenspaket geschnürt haben, zu dem eine schnelle Baugenehmigung sowie eine neue Zufahrtsstraße mit dem Namen Rudolph Karstadt gehören. Die Immobilie in Düsseldorf, für die Karstadt ebenfalls eine Nutzung prüft, soll sich in der Nähe der Zentrale des Handelsriesen Metro befinden.

Stadt Essen will um Karstadt kämpfen

Die Essener Stadtspitze setzt sich für einen Verbleib von Karstadt am bisherigen Firmensitz im Stadtteil Bredeney ein. „Wir wollen Traditionsstandort von Karstadt bleiben und kämpfen für die Arbeitsplätze in Essen“, sagte Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU). Stadtverwaltung und Wirtschaftsförderung seien im Austausch mit dem Unternehmen. Essen habe Karstadt verschiedene Immobilien im Stadtgebiet angeboten, darunter auch eine Fläche für einen Neubau. Es sei auch geprüft worden, ob Teile der Stadtverwaltung in die Karstadt-Immobilie umziehen können.

Warenhauskette Auch der Karstadt-Betriebsrat spricht sich dem Vernehmen nach grundsätzlich für einen Verbleib in Essen aus. Im Zentrum der Bemühungen steht aber der Erhalt der Arbeitsplätze. Derzeit beschäftigt Karstadt rund 1000 Mitarbeiter in der Essener Zentrale, das Gebäude ist aber für etwa 3000 Arbeitsplätze konzipiert worden. Die Kosten seien entsprechend zu hoch, heißt es im Umfeld des Unternehmens.

Schicksal der Karstadt-Zentrale völlig offen

Beteiligt am derzeitigen Hauptverwaltungsgebäudes ist der Karstadt-Rentenfonds, der einen Verkauf der Immobilie plant. Was aus der Karstadt-Zentrale nach einem möglichen Auszug des Warenhauskonzerns wird, ist unklar. Aller Voraussicht nach wird die Immobilie unter Denkmalschutz gestellt. Eine offizielle Entscheidung zum Umzug von Karstadt gibt es noch nicht, wird in Konzernkreisen betont. Offenbar müssen die Karstadt-Gremien noch zustimmen.