Es trifft die Mittelschicht

Weil Rot-Grün sich angesichts riesiger Haushaltslöcher im NRW-Etat nicht anders zu helfen weiß, greift das Land ab sofort den Häuslebauern tiefer in die Tasche denn je. Die zweite Erhöhung der Grunderwerbsteuer innerhalb von nur vier Jahren ist Gift für das Bemühen, die in NRW ohnehin nur unterdurchschnittlich ausgeprägte Wohneigentumsquote zu verbessern.

6,5 Prozent auf Grunderwerb – das ist der höchste Satz in Deutschland und einer der höchsten in Europa. Gepaart mit Gebühren etwa für Notar, Makler und Grundbuchamt summieren sich Baunebenkosten so leicht auf zehn Prozent, die zusätzlich zum Kaufpreis finanziert werden wollen. Man muss nicht lange raten, welche gesellschaftliche Gruppe hier einmal mehr von Staats wegen zur Kasse gebeten wird. Es ist die klassische Mittelschicht, die sich zwar ein Häuschen von der Stange leisten kann, aber eben auch nicht mehr. Besser weg kommen übrigens Begüterte, die in der Lage sind, Bauland zu erwerben, um später dort selbst zu bauen. Die Steuer fällt nur auf das unbebaute Grundstück an und somit deutlich niedriger aus als auf eine Gesamtimmobilie. Steuergerechtigkeit sieht anders aus.