Das aktuelle Wetter NRW 9°C
Tarifstreit

Erste Klagen gegen Streiks an Schleusen

22.08.2013 | 22:07 Uhr
Erste Klagen gegen Streiks an Schleusen
Nichts geht mehr: Auch die Schleuse Friedrichsfeld wird bestreikt.Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.   Die Geduld der Arbeitgeber ist aufgebraucht: Der erste Logistik-Unternehmer hat eine einstweilige Verfügung gegen die streikenden Schleusenarbeiter beantragt. Am Freitag verhandelt das Arbeitsgericht Wesel den Fall. Weitere Klage in Herne anhängig, doch die Gewerkschaft Verdi gibt sich gelassen.

Die Streiks des Schleusenpersonals sind in der vierten Woche, nun gibt es erste Klagen an Arbeitsgerichten. Wie die Gewerkschaft Verdi auf NRZ-Nachfrage mitteilte, will der Duisburger Logistiker HTAG die Arbeitsniederlegung an der Schleuse in Voerde-Friedrichsfeld unterbinden.

Das Weseler Arbeitsgericht wird sich am Freitag mit einem Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung befassen. Einen ähnlichen Antrag gibt es für die Schleuse in Herne, gestellt von einer Rhenus-Reederei. Er wird am dortigen Arbeitsgericht ebenfalls heute verhandelt, wie Verdi-Vertreter Michael Kötzing sagte.

„Juristisch sehen wir den Klagen gelassen entgegen“, sagte Kötzing. Seinen Worten zufolge argumentieren die Firmen, dass Verdi gezielt die Reedereien und die Binnenschifffahrt bestreike – was nicht zulässig wäre, weil diese in der Tarifauseinandersetzung zwischen Verdi und der Schifffahrtsbehörde außen vor sind.

Mehr zum Thema
Streik der Schleusenwärter blockiert Berufsschifffahrt

Die Lichter vor den Schleusen stehen wieder auf Rot. Gleich in mehreren Bundesländern wollen die Kollegen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung diese Woche streiken. Die Schifffahrt beklagt einen Millionenschaden. Und fordert ein Machtwort der Kanzlerin.

Hoffnung auf Einigung

Bei der Gewerkschaft indes hat man keinen Zweifel an der Zulässigkeit des Streiks: „Wir bestreiken die Schifffahrtsverwaltung, nicht die Reedereien“, betonte Kötzing. Dass Dritte die Auswirkungen des Streiks spüren, lasse sich nicht vermeiden. Verdi bemühe sich, diese in Grenzen zu halten: „Wir machen Streikpausen und kündigen Arbeitsniederlegungen lange vorher an.“ Ab Samstag gibt es wieder so eine Pause.

Hintergrund des Streiks ist die geplante Umstrukturierung der Schifffahrtsbehörde; Verdi fürchtet den Verlust von 3000 Arbeitsplätzen. Auf einer Demo in Minden machte Verdi-Chef Bsirske den 1100 Streikenden gestern vorsichtig Hoffnung auf ein Ende der Auseinandersetzung. Es gebe derzeit Gespräche mit dem Bundesverkehrsministerium.

Holger Dumke



Kommentare
23.08.2013
21:22
Erste Klagen gegen Streiks an Schleusen
von BRAMAN | #5

Die Auswirkungen von Personalabbau waren und sind immer noch am Hauptbahnhof Mainz zu sehen, wobei Mainz sicher nur ein kleines Problem des Gesamtproblems "Stellenabbau" ist (bei der Bahn).
Diese Zustände können bei entsprechender Personalkürzung in jedem Bereich des öffentlichen Verkehrs auftreten, Wollen die Reeder das? Wenn ja, dann sollen sie klagen.

MfG: M.B.

23.08.2013
18:10
Erste Klagen gegen Streiks an Schleusen
von babilon | #4

Das wird auch langsam zeit,jedes Unternehmen muß sich von überflüssigen Leuten trennen.Wenn es mit 50% der Leute auch geht,sollte man es auch machen.
Birske will es so machen wie bei der Englischen Bahn,nach der Umstellung von Dampflok auf E-Lok sollte immer noch der Heizer mit fahren

23.08.2013
13:22
Erste Klagen gegen Streiks an Schleusen
von Pit01 | #3

Und was machen die vielen, kleinen Partikuliere? Sie sind wohl nicht organisiert wie große
Reedereien und tragen ganz alleine das Risiko. Im Regelfall sollen das zwischen 1.000 bis 2.500 pro Tag sein.
Allerdings ist der fast überall stattfindende Stellenabbau auch nicht der Weisheit letzter Schluss.

23.08.2013
12:05
Erste Klagen gegen Streiks an Schleusen
von hercules150 | #2

: „Wir bestreiken die Schifffahrtsverwaltung, nicht die Reedereien“, betonte Kötzing.

Es gebe derzeit Gespräche mit dem Bundesverkehrsministerium.

Nicht die Streikenden sind die Schuldigen sondern das Bundesverkehrsministerium. Ergo warum verklagt die Reederei nicht das Ministerium?
Immer weniger Menschen sollen immer mehr Arbeit leisten soll auch hier alles kaputt gespart werden, wie bei der Bahn? Was ist wenn Schleusen irgendwann geschlossen bleiben über Wochen weil Personal fehlt? Die Reedereien sollten eher die Streikenden unterstützen und Druck nach Oben aber nicht nach Unten ausüben.

23.08.2013
00:02
Erste Klagen gegen Streiks an Schleusen
von fogfog | #1

Ausgerechenet die Richter, die das Arbeiten nicht erfunden haben, sollen einem
streikenden Arbeitnehmer sagen das er das Schleusentor öffnen soll???
Ich würde mich vor dem Richter vor Lachen auf dem Boden rollen.
Oder ihn verklagen weil er seine Verfahren nicht zeitnah abschließt.

Aus dem Ressort
Container-Pläne in Dortmund sorgen für Ärger
Hafen
Wenn Wirtschaftsförderung auf Wutbürger trifft: Dortmund baut im Hafen ein Container-Terminal, das eine Job-Maschine sein soll. Es sorgt aber auch für viel Ärger – sogar bei den Grünen, die eigentlich für den Container-Verkehr sind.
Ein Sauerländer soll an die Spitze der IHK NRW
WIRTSCHAFT
Der Olsberger Unternehmer Ralf Kersting gilt als aussichtsreicher Kandidat für das Amt. Gewählt wird am 4. November.
Telefonanschlüsse vertauscht - Telekom verursacht Kabelsalat
Telefonnetz
Panne bei der Telekom: In Dinslaken wurden bei der Installation von neuen Verteilerkästen einige Anschlusskabel falsch verbunden. Die Folge: Einige Telefonleitungen sind tot, Kunden telefonieren mit der Nummer des Nachbarn und surfen eventuell auch auf dessen Kosten im Internet.
Sauerländer Ralf Kersting soll Chef der IHK NRW werden
Wirtschaft
Die 16 Industrie- und Handelskammern aus Nordrhein-Westfalen in Bochum wählen am 4. November einen neuen Präsidenten ihres Landesverbandes. Ein Sauerländer hat wohl gute Chancen auf diese Position: Ralf Kersting, Präsident der IHK Hellweg-Sauerland in Arnsberg, soll zu den Favoriten gehören.
Ruhr-Unternehmen ärgern Mindestlohn und die Rente mit 63
IHK-Umfrage
Unternehmen an Rhein und Ruhr beschreiben ihre aktuelle wirtschaftliche Lage mit großer Mehrheit als robust. Von den Industrie- und Handelskammern nach der Zukunft befragt, zeigen sich aber Sorgenfalten. Die Laune der Revier-Unternehmen sinkt vor allem wegen der Rente mit 63 und des Mindestlohns.
Umfrage
Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?

Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?