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Ersatz-Medikamente für Patienten

30.03.2010 | 21:43 Uhr
Ersatz-Medikamente für Patienten

Essen. AOK und Techniker Krankenkasse haben weitere Rabattverträge mit Pharmafirmen ausgehandelt. Zahlreiche Patienten müssen sich deshalb darauf einstellen, neue Präparate einzunehmen. Das ändert sich für Versicherte der Kassen.

Wie viele Medikamente sind von der neuen AOK-Rabattierung betroffen?

Insgesamt wurden Rabatte für 80 Wirkstoffe mit den Herstellern sogenannter Nachahmerpräparate vereinbart, die am 1. April in Kraft treten. Damit steigt die Zahl der Inhaltsstoffe, für die der AOK Bundesverband Rabatte ausgehandelt hat, auf insgesamt 143. Bereits 2007 waren die ersten Rabattverträge in Kraft getreten.

Welche Wirkstoffe sind von der Rabattaktion betroffen?

Unter anderem Medikamente gegen bakterielle Infektionen, aber auch Mittel gegen Übelkeit, gegen Muskelkrämpfe und Rheuma. Aber auch Krebsmedikamente finden sich in der Liste, darüber hinaus Mittel, die bei Osteoporose, Depressionen oder Angstzuständen zum Einsatz kommen. Auch Blutdrucksenker und Medikamente gegen Schlafstörungen finden sich in der AOK-Liste.

Muss ich als Patient in jedem Fall dem neuen Medikament zustimmen?

Nein. Zwar sind die Ärzte angehalten, nur noch Inhaltsstoffe zu verschreiben, die der Apotheker dann einem rabattierten Medikament zuordnet, allerdings kann in begründeten Ausnahmefällen auch das Ursprungsmittel verschrieben werden. Laut AOK muss dafür allerdings ein zwingender medizinischer Grund vorliegen.

Haben die rabattierten Medikamente die selbe Wirkung wie das Original?

Ja. Da in ihnen die selben Inhaltsstoffe zum Einsatz kommen, sollten sie die selbe Wirkung entfalten. Gegebenenfalls ist eine andere Dosierung notwendig. Hier weiß der Apotheker Rat. Allerdings fürchten Patientenvertreter, dass die neuen Mittel von Versicherten nicht so gut angenommen werden wie die Originale. Auch könnten Nebenwirkungen und andere Unverträglichkeiten auftreten, sagt Wolfram-Arnim Candidus, der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Patienten und Versicherte. Die AOK weist solche Vorwürfe zurück. Dafür gebe es keine Beweise.

Planen weitere Kassen Rabattverträge?

Ja. Versicherte der Techniker Krankenkasse (TK) müssen sich auch auf Ersatzmedikamente einstellen. Die TK schloss ebenfalls zum 1. April neue Rabattverträge für 89 Wirkstoffe ab. Betroffen sind etwa 900 Präparate etwa gegen Bluthochdruck, Depressionen oder Infektionskrankheiten. Laut Deutschem Apothekerverband (DAV) müssen sich zum 1. April auch weitere vier Millionen Versicherte von 36 kleineren Kassen auf Rabatt-Arzneien einstellen.

Sven Frohwein



Kommentare
01.04.2010
15:32
Ersatz-Medikamente für Patienten
von bogilight | #7

Eine Frage an alle Vorgänger.
Wieviel zahlen Sie ein und wieviel ziehen Sie aus dem Gesundheitstopf? Wahrscheinlich sind die Kosten höher als ihr Obolus. Gehen Sie nicht zum Discounter, wo es ähnliche Waren zum geringeren Preis gibt, versuchen Sie nicht Waren günstiger zu bekommen.Viele Kranke sind wie unsere Politiker. Sie geben Geld aus, dass ihnen nicht gehört, beim eigenen Geldbeutel wird gespart.Wenn nicht auch ein Umdenken bei den Patienten eintritt, ist unser System nicht zu halten.
Nicht dass sie denken, ich wäre jung.Nein, ich bin chronisch krank und muss 3 Medikamente täglich nehmen. Diese lasse ich mir aber in der doppelten Dosis aufschreiben und teile täglich die Tabletten.Ersparniss für die Krankenkassen ca. 90%. Aber dieses hat ja kein er nötig, es ist ja nicht sein Geld.
Liebe Ruhr_Ente. Wenn Sie die Tabletten selbst zahlen würden, hätten Sie sicherlich einen Weg gefunden die Tabletten weiter zu nutzen und hätten sie nich weggeschmissen.

31.03.2010
15:46
Ersatz-Medikamente für Patienten
von ruhr_ente | #6

Ich mache das ständige Hin- und Her mit verschiedenen Medikamentenherstellern nun schon quartalsweise seit ca. 1,5 Jahren mit. Jedes Quartal erhalte ich meine Tabletten von einem anderen Hersteller - meist sind sie in der Apotheke dann auch nicht vorrätig - das Heraussuchen ist für den Apotheker zusätzlich sehr aufwändig. Schwierig wurde es aber, als bei wechselnder Dosierung durch meinen Arzt die Tabletten des neuen Herstellers nicht mehr geteilt werden konnten! Also musste ich mir ein neues Rezept besorgen, konnte die alten Tabletten dann entsorgen und habe damit die Kasse doppelt belastet!
Besonders schwierig halte ich die Wechsel für ältere Personen, die sich an bestimmte Tablettenfarben oder -verpackungen gewöhnt haben. Da sind gelbe Tabletten auf einmal rosa , weiße Tabletten haben eine andere Form und Verpackung usw.! Da sind doch Falscheinnahmen vorprogrammiert - die Kosten dafür tragen die Versicherten!
Absoluter Unsinn!!

31.03.2010
13:43
Ersatz-Medikamente für Patienten
von karlleokraus | #5

Obwohl unser krankes Gesundheitssystem schon heute nicht mehr finanzierbar ist, sind die Lobbyisten jedwelcher Coleur bei jeder angedachten Kostenreduzierung gleich zur Stelle.
Selbst bei einer Umstellung von einer roten auf eine grüne Tablette spricht man schon von einer Entmündigung des Patienten.
Frage: Wer spricht einmal von den vielen Opfern, hervorgerufen durch Fehl- oder Über-Medikation und die dadurch produzierten Kosten in Milliardenhöhe?
Gerade die Lobbyisten, die den Patienten längst entmündigt haben, sprechen auch hier wieder gleich von Einschränkung und Entmündigung des Patienten.
Einfach lachhaft oder doch schon dement?

31.03.2010
12:59
Ersatz-Medikamente für Patienten
von whoppy | #4

Aus leidvoller Erfahrung kann ich nur sagen, es ist nicht egal von welchem Hersteller das Medikament kommt. Die unterschiedlichen Träger-Stoffe können zu sehr unangenehmen Nebenwirkungen führen ( Magen-Darm-Beschwerden, Hautreaktionen, außerdem kann die Wirkstoff-Abgabe zeitlich verändert sein.
Ich bin nicht generell gegen Generika, aber ich möchte auch nicht bei jedem Wechsel zu einem anderen Medikament zum Versuchskaninchen werden.
Besonders ärgert es mich, dass diese Tatsache der möglichen Unverträglichkeit bei einem neuen Medikament von den Interessenvertretern immer bestritten wird.
Meiner Krankenkasse tut es ja auch nicht weh, die Folgen muss der Versicherte ertragen. Die Mehrkosten für das gewohnte Medikament muss der Versicherte ja jetzt auch schon selbst tragen.
Ich persönlich fühle mich von meiner Krankenkasse, vom Arzt und der Apotheke nur noch gegängelt.

whoppy

31.03.2010
08:04
Ersatz-Medikamente für Patienten
von B.Schmitz | #3

Es ist eine Frechheit, dass man Medikamente, die man schon seit Jahren nehmen muss, nicht mehr erhalten soll, nur weil die Pharmaindustrie am längeren Hebel sitzt. Die Krankenkassen kassieren horrende Gelder und das Nachsehen haben die Patienten. Die Korruption blüht in Deutschland. Was ist das doch für ein verlogenes ****.

31.03.2010
00:56
Ersatz-Medikamente für Patienten
von H. Schwarz | #2

Generika.
Ich habe CLL und habe eine Chemotherapie mit Tabletten durchgeführt. Verschrieben wurden mir 50 Tabletten eines Zytostatikas. Ausgehändigt wurden mir in der Aüotheke 2 Fläschchen mit jeweils 25 Tabletten statt der 50 Tabletten. Nun ja, 2x 25 ist auch 50, zumal beide Verpackungen mit Tesafilm zu einer Einheit verbunden waren.
Bei genauerer Untersuchung der Beipackzettel stellte sich folgender Sachverhalt heraus.
a) hergestellt in Italien
b) umverpackt in Spanien
c) Zusammengepackt in Deutschland

Der Apotheker wies mich noch darauf hin die Tabletten bitte im Kühlschrank, bei zwei bis max sechs Grad C, zu lagern.

Produziert in Italien, umverpackt in Spanien, zusammengepackt in Deutschland: ob da jeweils auf die Temperatur von zwei bis 6 Grad........, ich hatte da meine Zweifel.

31.03.2010
00:17
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Name von Moderation entfernt | #1

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