Das aktuelle Wetter NRW 9°C
Automarkt

"Autopapst" Dudenhöffer löst Streit um Neuwagen-Rabatte aus

02.11.2012 | 18:43 Uhr
"Autopapst" Dudenhöffer löst Streit um Neuwagen-Rabatte aus
Bekam einen offenen Brief: Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen.Foto: Bernd Lauter / WAZ FotoPool

Duisburg.   Burkhard Weller, Autohändler und Geschäftsführer der Wellergruppe, greift Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen scharf an. Seine Studien zu Rabattaktionen am deutschen Automarkt schadeten der Branche. Dudenhöffer kontert.

Bizarrer Streit um Neuwagen-Rabatte: Professor Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Center der Universität Duisburg-Essen sieht sich massiver Kritik ausgesetzt. Burkhard Weller, Autohändler und Geschäftsführer der Wellergruppe aus Osnabrück, wirft dem Experten vor, seine Forschungen zum Automarkt schädigten die Branche, „weil Sie schlicht Unwahrheiten verbreiten“, schreibt Weller in einem Brief. Schützenhilfe erhält Weller aus Wolfsburg: „Volkswagen begrüßt ausdrücklich den aktuellen offenen Brief von Herrn Burkhard Weller und schließt sich der Kritik voll und ganz an.“

Dudenhöffer hatte bekannt gemacht, dass die siebte Baureihe des VW Golf noch vor Marktstart mit Abschlägen von bis zu 27,5 Prozent angepriesen wurde. Laut Weller, der in seinen über 30 Häusern ne­ben VW auch Autos von Toyota und BMW vertreibt, betrage der „Durchschnittsrabatt eines Volkswagenhändlers beim Golf 7 rund 17 Prozent“. Dudenhöffer schließe von Einzelaktionen auf den gesamten Markt, betreibe „Rabattschleuderei“ und richte auch noch „volkswirtschaftlichen Schaden“ an, weil Kunden ihre Kaufentscheidung vertagen würden.

Kommentar
VW schadet seinen eigenen Händlern - von Sven Frohwein

Die Studien eines einzelnen Professors sollen Schuld sein an der Absatzkrise auf dem Automarkt? Wenn da nicht einer das Pferd von hinten aufzäumt. Mit...

Dudenhöffer hält dagegen

Dudenhöffer hält dagegen und liefert weitere Beispiele für Rabattaktionen. Ein „wichtiger Internetvermittler“ biete den Golf 7 aktuell mit über 22 Prozent Nachlass an. Der Vorgänger sei noch im September mit Rabatten bis 33 Prozent beworben worden. Dudenhöffer sieht aber nicht die Händler als Schuldige für die Rabattschlacht, sondern die Hersteller. „VW hat also in großem Maße auf den Verkauf des neuen Golfs mit nicht unerheblichen Prämien Einfluss genommen“, schreibt Dudenhöffer. Der Autoexperte rechnet auch für 2013 mit weiteren Rabattaktionen.

Sven Frohwein

Kommentare
05.11.2012
13:15
Ach der Dudi
von Guntram | #22

Das Orakel von Dudi, die allwissende Müllhalde, hat er wieder Hühnerknochen geworfen und Kaffeesatz gelesen, der Ferdi. Ich habe mit einem alten...
Weiterlesen

Funktionen
Aus dem Ressort
Sparkasse Duisburg halbiert bis 2022 ihr Filialnetz
Banken-Schließung
2022 soll es noch sieben „Flaggschiffe“ in den Bezirken und 13 Geschäftsstellen der Sparkasse geben. 30 Millionen Euro für Neubauten und Online.
Planspiele für Karstadt, Kaufhof und die Konzernzentralen
Warenhäuser
Karstadt-Eigentümer Benko will Kaufhof übernehmen. Auch ein kanadischer Konzern zeigt Interesse. Die Folgen einer Übernahme könnten erheblich sein.
Siemens-Mitarbeiter in Mülheim wollen um ihre Jobs kämpfen
Wirtschaft
IG Metall und Betriebsrat stimmen Belegschaft auf ein zähes Ringen um die gefährdeten Arbeitsplätze ein. Dutzende Holzkreuze als Mahnmal aufgestellt.
S-Bahnen im Ruhrgebiet sollen ab 2019 häufiger fahren
S-Bahn
Die S 1 soll ab 2019 zwischen Dortmund und Essen alle 15 Minuten fahren, teilt der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr mit. Andere Linien seien im Gespräch.
Nach Absturz - Lufthansa-Chef fordert spontane Pilotenchecks
Germanwings
Unangemeldete Kontrollen unter Piloten könnten die Sicherheit von Passagierflügen erhöhen. Das findet Lufthansa-Chef Carsten Spohr.
article
7254616
"Autopapst" Dudenhöffer löst Streit um Neuwagen-Rabatte aus
"Autopapst" Dudenhöffer löst Streit um Neuwagen-Rabatte aus
$description$
http://www.derwesten.de/wirtschaft/erbitterter-streit-um-neuwagen-rabatte-id7254616.html
2012-11-02 18:43
Neuwagen, Rabatte, Universität Duisburg-Essen, Essen, Duisburg,
Wirtschaft