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Eon lässt AKW Brokdorf vorerst vom Netz

08.08.2011 | 16:04 Uhr
Eon lässt AKW Brokdorf vorerst vom Netz
Das Atomkraftwerk Brokdorf bleibt nach der Störung vom Sonntag zunächst abgeschaltet. (Foto: dapd)

Kiel.   Das Kernkraftwerk Brokdorf bleibt nach der Störung vom Wochenende zunächst abgeschaltet. Die Anlage werde erst wieder angefahren, wenn die Störung beseitigt worden sei. Erkenntnisse über die Ursache der Störung liegen noch nicht vor.

Nach dem Zwischenfall im schleswig-holsteinischen Kernkraftwerk Brokdorf vom Sonntag dauert die Ursachenforschung an. Erkenntnisse über die Ursache der Störung am Trafo lägen frühestens Mittwoch vor, sagte Eon-Kernkraft-Sprecherin Petra Uhlmann am Montag auf dapd-Anfrage in Hannover. Nach Angaben des Betreibers war ausschließlich der konventionelle Teil der Anlage betroffen.

Der Reaktor sei daraufhin heruntergefahren worden und werde erst wieder angefahren, wenn die Störung beseitigt worden sei, sagte Uhlmann. Eine Schutzeinrichtung am Maschinentrafo hatte Schadgase gemessen und diesen daraufhin abgeschaltet. Wie in so einem Fall vorgesehen, hätten sich dann ordnungsgemäß Generator und Turbine ausgeschaltet.

Harms spricht von Herunterspielen

Die Grünen-Fraktionschefin im Europa-Parlament, Rebecca Harms, kritisierte die Informationspolitik des Energiekonzerns. „Es ist eine Zumutung, dass bei Pannen im nicht nuklearen Bereich von Atomkraftwerken stets als erstes betont wird, dass nicht der nukleare Teil betroffen sei“, sagte Harms. Damit werde suggeriert, dass es sich um weniger riskante Störfälle handle.

„Mit der systematisch verharmlosenden Darstellung verstärkt Eon das Misstrauen gegenüber Betreibern von Atomkraftwerken“, sagte Harms. Sie forderte, dass die Skala zur Bewertung von Störfällen auch die Pannen im nicht nuklearen Teil von Atomkraft berücksichtigen müsse. „Der Ausfall der Transformatoren und damit die Blockade der Stromabfuhr, wie jetzt in Brokdorf, ist eine der hoch riskanten Situationen in einem Atomkraftwerk. So etwas darf nicht länger heruntergespielt werden.“

Der energiepolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Kieler Landtag, Detlef Matthiessen, warf dem Konzern vor, das Potenzial des Störfalls zu verharmlosen. „Der Hinweis von Eon, dass sich der Störfall im konventionellen Teil des AKW abgespielt habe, erinnert fatal an die Erklärungen von Vattenfall nach dem Trafobrand im AKW Krümmel im Juni 2007. Wie damals Vattenfall verteilt Eon heute Beruhigungspillen für die Öffentlichkeit.“

Meiler am Sonntag abgeschaltet

Das AKW Brokdorf war am Sonntag unplanmäßig vom Netz gegangen. Nach Angaben des für Atomaufsicht zuständigen Kieler Justizministeriums kam es durch die Auslösung von Schutzschaltern zu einer automatischen Abschaltung der beiden Maschinentransformatoren.

Über die Transformatoren wird die elektrische Leistung des Kraftwerks Brokdorf in die Überlandnetze eingespeist. Das Kernkraftwerk war erst Mitte Juli nach einmonatigen Wartungsarbeiten wieder ans Netz gegangen. (dapd)

DerWesten

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Kommentare
09.08.2011
09:42
Eon lässt AKW Brokdorf vorerst vom Netz
von FernerBeobachter | #9

@8
Genau. Oder wenn in der Küche nach dem Mittagessen die Kaffeetemperatur unter 80°C gefallen ist.
Fakt ist, dass eine Schutzschaltung die Trafos vom Netz getrennt und freigeschaltet hat, bevor irgendeine Katastrophe überhaupt passieren konnte. Wer da von Schrott spricht, sollte besser nicht mehr aus dem Haus gehen, geschweige denn irgendein technisches Gerät anfassen.

@4 M.W. bauen die Belgier eine Versuchsanlage zur Transmutation. Wann produziert die hochsubventionierte Photovoltaikforschung endlich die kompostierbare Solarzelle, die auch nachts Strom produziert? Wann stellt die hochsubventionierte Windmühlenindustrie den Schalter auf, der Flauten abschaltet?
Sinnfreies Nuclear-bashing scheint der Trendsport dieses Jahres zu sein.

08.08.2011
20:31
Eon lässt AKW Brokdorf vorerst vom Netz
von wilbec | #8

Schutzsysteme (Buchholz Druck oder Buchholz Gas haben nun mal die Eigenschaft einen Trafo vom Netz zu trennen wenn ein Fehler im Transformator aufgetreten ist.

Funktioniert die Schutzeinrichtung nicht kommt es wie in Krümmel zu einem Trafobrand.

Man kann ja wohl einen Betreiber nicht zum Vorwurf machen daß der Schutz wie vorgesehen funktioniert hat.

Demnächst wird wenn sich ein Arbeiter in einem Atomkraftwerk den Finger beim Nasenbohren bricht als Störfall deklariert.

08.08.2011
19:44
Eon lässt AKW Brokdorf vorerst vom Netz
von meigustu | #7

wilbec, da muss ich ihnen mal Recht geben. stimmt Morgenthaus Plan lässt sich am besten mit einem durchgegangenen AKW durchkreuzen.

08.08.2011
19:41
Eon lässt AKW Brokdorf vorerst vom Netz
von meigustu | #6

#4 so war das mal gedacht. Aber nach einem halben Jahrhundert hoch subventionierte Atomforschung, ist immer noch kein Weg gefunden.

Naja und das AKW selbst ist offensichtlich ein Schrottmeiler. Man möchte lieber nicht wissen, warum redundante Systeme gleichzeitig ausfallen. Jede Erklärung würde nur Schlamperei in Planung oder Betrieb offenlegen.

08.08.2011
19:39
Eon lässt AKW Brokdorf vorerst vom Netz
von wilbec | #5

Solche Fachleute wie Frau Hams werden schon dafür sorgen daß Deutschland zum Morgenthauland mutiert.
Selbst unsere Kanzlerin hat es jetzt erwischt. Armes Deutschland!

08.08.2011
18:42
Eon lässt AKW Brokdorf vorerst vom Netz
von thewho | #4

Wieso eigentlich immer Endlagerung ? Die Brennelemente sind zu 3% abgebrannt. Diese wertvollen Rohstoffe sollten in einem anderen Reaktortypen besser ausgenutzt werden. Ebenso möglich ist die Transmutation, die die Lagerdauer auf wenige Jahrzente verkürzt, wenn es schon Lagerung sein muss. Die die nicht rückholbare Endlagerung verbaut der Forschung diese Möglichkeiten. Dass es noch kein Endlager gibt ist politisches Kalkül und von der ehemaligen rot-grünen Regierung gewollt.

08.08.2011
18:28
Eon lässt AKW Brokdorf vorerst vom Netz
von Herby52 | #3

#thewho
Aber die Kosten für die Endlagerung des Atommülls werden nicht gerechnet oder ?
Wobei es ja noch kein Endlager gibt. Aber Sie nehmen sicher ein paar Behälter in den Keller oder?

08.08.2011
18:18
Eon lässt AKW Brokdorf vorerst vom Netz
von thewho | #2

Kann mich da #1 nur anschließen,

Eine Zumutung ist allerdings auch die Arbeit der Presse, die sollte mal über die Kosten und die Folgen der Energiewende schreiben, anstatt ein Forum für grüne Meinungsmache zu sein.

08.08.2011
16:25
Eon lässt AKW Brokdorf vorerst vom Netz
von FernerBeobachter | #1

gähn

Das, was herauskommt, wenn Frau Harms den Mund aufmacht, ist auch eine Zumutung. Abgesehen davon ist es auch sachlich falsch, da ein Ausfall eines oder beider Maschinentrafos mitnichten eine der riskantesten Situationen in einem Kernkraftwerk. Ach, wenn sich Blockade der Stromabfuhr schön dramatisch anhört. (Was passiert denn nach einem Ausfall der Netzspeisung, Frau Harms? Hmm...)

Klar werden jetzt Erinnerungen an den Vorfall in Krümmel wieder wach Aber auch da sind nur die Maschinentrafos ziemlich medienwirksam abgebrannt. Reaktor, Kühlwassersysteme, Zweit- und Notstromversorgung, Containment blieben intakt.
Anscheinend ist Ihr nuclear-basing die Antwort der Grünen auf das drohende Sommerloch.

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