Eon-Chef Teyssen attackiert Bundesregierung wegen Atomausstiegsplänen
08.06.2011 | 09:09 Uhr 2011-06-08T09:09:00+0200
Düsseldorf. Der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns E.ON, Johannes Teyssen, fordert die Bundesregierung auf, die Kosten des Atomausstiegs nicht nur den Energiekonzernen aufzubürden. Aus Berechnungen des Bundestags dagegen geht hervor, dass der Atomausstieg den Bund bis 2015 rund sieben Milliarden Euro kosten wird.
Der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns E.ON, Johannes Teyssen, fordert die Bundesregierung auf, die Kosten des Atomausstiegs nicht nur den Energiekonzernen aufzubürden. „Den vollständigen Umbau des Energiesystems gibt es nicht zum Nulltarif. Und es ist die gesamte Gesellschaft, die die Folgen und Kosten tragen muss“, schreibt Teyssen in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“.
„Deutschland geht jetzt den Weg des politisch Wünschenswerten - weitgehend unabhängig davon, was sicherheitstechnisch geboten oder energiewirtschaftlich sinnvoll ist“, so Teyssen. Die Kernkraftwerksbetreiber würden durch die Pläne der Bundesregierung deutlich schlechter gestellt als durch den Ausstiegskompromiss der rot-grünen Bundesregierung des Jahres 2002. „Ohne finanziellen Ausgleich wäre das ein einseitiger und ungerechtfertigter Eingriff in das Vermögen unserer Aktionäre“, schreibt Teyssen.
Allein durch die sofortige Stilllegung der älteren Meiler entstünden den Eigentümern „außerordentliche Aufwendungen in Milliardenhöhe“. Die fehlenden Entschädigungsregelungen in der Atomgesetznovelle und das Festhalten an der Kernbrennstoffsteuer seien „weder gerechtfertigt noch nachvollziehbar. Allein aus aktienrechtlichen Gründen müssen wir im Interesse aller Aktionäre gegebenenfalls auch auf dem Rechtsweg den gebotenen Ausgleich geltend machen“, so Teyssen.
Auch RWE-Chef Großmann hatte bereits einen Protestbrief an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschickt.
Atomausstieg kostet den Bund bis 2015 sieben Mrd Euro
Was Teyssen im Handelsblatt vorrechnet, passt nicht zu den Zahlen, die vom haushaltspolitischen Sprecher vorgelegt werden: Der Atomausstieg wird den Bund allein bis 2015 insgesamt rund sieben Milliarden Euro kosten, besagen die Berechnungen des haushaltspolitischen Sprechers der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Norbert Barthle. Das berichtete die „Mitteldeutsche Zeitung“ am Mittwoch. Den Berechnungen zufolge belaufen sich die Kosten 2011 auf 225 Millionen, 2012 auf 1,4 Milliarden, 2013 auf 1,6 Milliarden, 2014 auf 1,8 Milliarden und 2015 auf zwei Milliarden Euro. Barthle trug diese Zahlen dem Blatt zufolge in der jüngsten Fraktionssitzung am Montag vor. Wie sich diese Kosten zusammensetzen, ging aus dem Bericht jedoch nicht hervor.
Einige FDP-Politiker fürchten, dass außerdem noch Schadenersatzforderungen der Akw-Betreiber auf den Bund zukommen könnten. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hält jedoch den Atomkonsens nicht für rechtlich angreifbar. „Mit der flexiblen Übertragung der Reststrommengen sind die Eigentumsrechte der Kraftwerksbetreiber gewahrt“, sagte sie dem Münchner Merkur. „Das Bundesumweltministerium hat die fachliche Grundlage für die Energiewende entwickelt. Wir haben als Koalitionspartner auf eine verfassungsrechtlich vertretbare Ausgestaltung geachtet.“
Leutheusser-Schnarrenberger betonte, ungeachtet der jüngsten Äußerungen von Generalsekretär Christian Lindner stehe die FDP zum Atom-Kompromiss: „Wir verabschieden uns nicht vom Atomkonsens. Christian Lindner hat wichtige Fragen aufgeworfen. Im Ergebnis hat sich die Koalition für diesen Weg entschieden.“ (dapd/rtr)

13:11
Kein Bürger hat Eon gewählt!!!
09:53
#37
Ich hätte gerne am 27.08 2011 von 11:00 Uhr bis 22.00 Uhr konstant 200 MW Windstrom für eine Aluhütte. Können Sie mir diese Leistung garantieren.
19:21
Warum beklagt sich Herr Teyssen eigentlich???
Ganz einfach,
Frau Merkel hat dem Herrn Teyssen seine Gelddruckmaschine weggenommen...
Und das darf in D nicht sein...
18:27
@ 37 hannischatz
Guter Kommentar, bin da ziemlich bei Ihnen.
18:16
@38 von comptur
SIe haben das Prinzip der regenerativen Energien nicht verstanden. Natürlich kann man nicht mit Solarstrom alleine auskommen. Was soll der Unsinn mit vom Netz abtrennen?
Es geht darum, einen möglichst großen Teil des Bedarfs durch regenerative Energien abzudecken. Um das anzukurbeln, werden sie zur Zeit eben subventioniert. Da sist nichts außergewöhnliches und gerechtfertigt, da es um Zukunftstechnologie geht.
Immerhin kann man davon ausgehen, dass es noch Wind und Sonne geben wird, wenn die Menschheit längst alle Kohle- und Uran-Vorkommen verballert hat.
18:04
#34
Ein Mieter kann sich auch nicht mit Voltaikstrom auf Kosten der Allgemeinheit bereichern, da ihm nicht die Dächer zur Verfügung stehen. Der Mieter muß zahlen, zahlen. Deshalb sollte man die Besitzer von Voltaikanlagen vom Netz abtrennen.
Die wirtschaftlichen Chancen liegen darin wieder im Mittelalter anzufangen. Nicht einmal die Müller würden trotz der vielen gut erhalten Museums-Windmühlen wieder auf Windenergie zurückgreifen. Sie benötigen Energie, wenn das Korn angeliefert wird.
Aber vielleicht spendieren sie den Müllern einen Kompressor zur Windspeicherung.
17:57
Zu #25, 26 und 27
Auf dieses Trommelfeuer muss ich dann leider doch reagieren. Leider kommt meine Antwort etwas später, da ich aktiv an der Weiterentwicklung der regenerativen und alternativen Energien mitarbeiten musste und meine Mittagspause nicht so lang ist.
Die Mehrheit des deutschen Volkes ist also dumm. Interessant! Da haben wir ja richtig Glück, so selbstlose Aufklärer hier im Forum zu haben. Spaß beiseite!
Die überwältigende Mehrheit des deutschen Volkes will keine Kernkraft. Da wir Demokratie haben entscheidet die Mehrheit. Sie müssen sich entweder fügen, oder sich ein neues Land suchen. Da sie sich ja so sicher sind das Deutschland als Industrienation untergeht am besten in eine der „gesunden europäischen Nachbarstaaten“. Wegen des hohen Kernenergieanteils würde ich Frankreich empfehlen. Verzeihen sie mir meine Polemik, aber ich bin mir nicht klar über ihre Motive bzw. auf welchem „Kreuzzug“ sie sind. Über meine Motive gebe ich gerne Auskunft. Ich bin direkt Betroffener. Ich arbeite als Ingenieur im Produktmanagement eines im Ruhrgebiet ansässigen Herstellers für Photovoltaikmodule. Unsere Produktionsanlagen stehen mitten in der Stadt in direkter Nachbarschaft zur normalen Wohnbebauung. Und unsere Nachbarn haben uns gern als Nachbarn. Ich glaube bei einem Atomkraftwerk in der Nachbarschaft wären die gleichen Leute nicht positiv eingestellt. Ich weiß also wovon ich rede. Wir sind in direkter Konkurrenz zu chinesischen Herstellern und haben im Moment noch einen Innovationsvorsprung. Noch! Dieser Vorsprung wurde von der Bundesregierung durch die Laufzeitverlängerung in unverantwortlicher Weise gefährdet. Zum Glück hat sie sich eines Besseren belehren lassen. Obwohl ich dieser plötzlichen Wendung noch nicht ganz traue. Der Kostendruck in unserem Industriezweig ist enorm und wird dazu führen, dass in 3 oder 4 Jahren die sinkenden Anlagenpreise durch den Ertrag (ohne Subventionen) mehr als ausgeglichen werden. Dann wären Subventionen eigentlich nicht mehr nötig. Unser Industriezweig wäre dann allein überlebensfähig. Nicht schlecht was? Genau das war die Idee des EEG, dass übrigens viele unsere europäischen Nachbarn übernommen haben.
Die Kernkraft dagegen ist bis in alle Ewigkeit auf Subventionen durch den Steuerzahler angewiesen. Ich sehe im Moment nur eines bedroht. Die fetten Gewinninteressen der mächtigen Energiemonopolisten die weiterhin ihren Strom zu Mondpreisen dem hilflos ausgelieferten Stromkunden aufzwingen wollen. Denn eins ist sicher, egal ob wir aus der Kernenergie aussteigen oder nicht, diese Herren werden die Strompreise weiter in die Höhe klettern lassen. Dabei soll der Staat, Bürger und Stromkunden auch noch alle Risiken tragen. Damit muss Schluss sein. Dass es diesen Herren nur um Geld geht und nicht um eine sichere Energieversorgung kann man schön indem oberen Zeitungsartikel nachlesen. Da ist nämlich nur von entgangenen Gewinn und Interessen der Aktionäre die Rede und nicht vom Auftrag einer sicheren Stromversorgung des deutschen Volkes.
Übrigens, mit 2% Anteil der sogenannten regenerativen Energien (Wasserkraft, Biomasse, Wind- und Sonnenenergie) am deutschen Stromverbrauch untertreiben sie aber maßlos. Ich habe da während des Moratoriums zur Kernenergie eine Zahl von z.Zt. ca.14%, mit Tendenz nach oben, im Ohr. Die angestrebten 20% werden wir weit vor dem angepeilten Jahr 2020 überaschreiten. Um eine sichere Stromversorgung ohne Kernenergie brauchen sie sich keine Sorgen zu machen. Das ist eine Frage des Wollens und nicht des Könnens. Auch wenn Eigenlob stinkt, da können sie sich auf die Schaffenskraft der deutsche Ingenieure verlassen. Wenn man sich auf so Herren wie Theissen und Großmann verlässt ist man verlassen.
17:51
#34 comptur
Das ist doch alles Unfug. Ein Mieter kann sich nicht selbst versorgen. Und soweit ich weiss, nagt auch die Telekom nicht am Hungertuch. Ihnen ist aber auch wirklich nichts zu abenteuerlich in Ihrer Argumentation.
Ausserdem ist derjenige, der teures Geld für seinen Strom bezahlt, kein Schmarotzer. Einfach mal bei Wikipedia unter Schmarotzer nachschauen, man lernt dabei.
Ich glaube, Sie sind noch weit entfernt davon zu begreifen, welche wirtschaftliche Chancen die erneuerbaren Energien unserem Land bescheren, zumal wir die Vorreiter sind. In dieser Hinsicht sind Sie eins mit den AKW-Betreibern, die schlichtweg ihr sicheres Geld ohne weiteren Einsatz gern gesehen hätten. Gut, dass dem ein Riegel vorgeschoben wurde. Nun können auch diese Unternehmen beweisen, dass sie mehr können, als zu Lasten des Steuerzahlers Geld zu scheffeln, nämlich mal planen und etwas auf die Beine stellen. Und hoffentlich kommen ihnen da viele, ganz viele kluge Unternehmen zuvor, damit sie endlich von ihrem Sockel fallen und die Verbraucher nicht weiter ausnehmen können wie die Weihnachtsgänse.
17:30
Wenn man mich zwingen würde ein teures Elektroauto mit gerade mal 100 km Reichweite zu kaufen und im Gegenzug mein Tüv geprüftes gut erhaltenes, bezahltes Benzinauto zu verschrotten wäre ich auch sauer.
17:07
#33
Es hat auch Niemand Jemanden daran gehindert seinen Strom mittels Fotovoltaik selbst zu produzieren.
Es besteht keine Anschlußpflicht für die Verbraucher aber eine Versorgungspflicht der EVUs. Dafür müssen sie auch ähnlich der Telekom Kunden versorgen, bei denen der Ertrag auf Grund des technischen Aufwandes im negativen Bereich liegt.
Sich vom Netz abklemmen und nicht auf Kosten der Allgemeinheit schmarotzen ist angesagt.
Wenn Speicher für Sonnen- und Windflauten erforderlich sind, sollen die Sonnen- und Windanbeter sie gefällig selbst bauen und bezahlen und nicht verlangen, daß die auf eine sichere Stromversorgung angewiesenen Verbraucher dieses bezahlen.