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Energiepass: Nachfragen unerwünscht

09.02.2009 | 23:42 Uhr

Hagen. Seit Januar ist der Energieausweis zwar für alle Wohngebäude Pflicht, doch Mieter fragen nur selten danach. Das Dokument ist ein Papier-Tiger, fürchten Verbraucherschützer.

Im Dachstuhl blickt man auf blanke Ziegel. Von Wärmedämmung keine Spur. Und der Heizkessel im Keller ist noch aus den 70er Jahren. Die potenziellen Mieter jedoch scheint das nicht zu stören, nach dem Energieausweis fragt bei der Wohnungsbesichtigung zumindest keiner von ihnen.

Seit Januar dieses Jahres müssen Eigentümer diesen Energie-Pass vorlegen, wenn sie eine Wohnung vermieten oder verkaufen wollen. Für Altbauten, die vor 1966 errichtet worden sind, gilt die Regelung bereits seit Juli 2008. Der Ausweis soll Mieter und Käufer einerseits darüber aufklären, welche Energiekosten in dem Gebäude anfallen und Vermieter andererseits dazu anhalten, ihr Eigentum zu modernisieren.

Allerdings fragen Wohnungssuchende bislang nur selten danach, klagen Mieterbund und Verbraucherschützer in Nordrhein-Westfalen. Manchmal, weil sie schlicht nichts von dem Energiepass wissen. Oftmals aber auch aus Angst, dann die Wohnung nicht zu bekommen, berichtet Achim Fischer von der NRW-Verbraucherzentrale. Das bestätigt eine Erhebung des Berliner Mietervereins aus dem vergangenen Jahr: Bei neun Prozent der Bewerbungen bekam der Interessent, der nach einem Energiepass fragte, die Wohnung nicht, weil der Vermieter den rechtskundigen Mieter offenbar nicht wünschte. Der Mieterbund geht davon aus, dass diese Ergebnisse aus Berlin durchaus auf Nordrhein-Westfalen übertragbar sind.

Auf der anderen Seite haben Vermieter kaum Konsequenzen zu fürchten, wenn sie keinen Energieausweis vorlegen. Zwar können Verstöße mit einem Bußgeld von bis zu 15 000 Euro belegt werden. Doch wo sich kein Mieter beklagt, da kein Richter.

Und wo könnten sich Mieter beschweren? In Nordrhein-Westfalen sind dafür die unteren Baufsichtsbehörden zuständig, erklärt Achim Fischer. Bei einer Umfrage der Verbraucherzentrale im Januar dieses Jahres unter 22 Ämtern wussten jedoch mehr als die Hälfte davon selbst noch gar nichts. Keine guten Voraussetzungen für eine Beschwerde.

Bei der Verbraucherzentrale fordert man daher, dass Vermieter künftig ungefragt den Energiepass vorlegen müssen. Und zwar samt Modernisierungshinweisen, die die Aussteller im Anhang mitliefern müssen. Zudem sollten die Eigentümer eine Kopie des Passes aushändigen, damit sich der potenzielle Mieter in aller Ruhe damit befassen kann, fordert Achim Fischer.

Vermieter können die Energiepässe im Internet teils recht preiswert beantragen. Allerdings sind einem Test der Verbraucherschützer zufolge die meisten dieser Pässe ungültig, weil nicht alle erforderlichen Daten abgefragt werden. Es müsse die Pflicht geben, dass Architekten, Ingenieure oder Handwerker, die den Ausweis ausstellten, das Gebäude auch besichtigen müssen, fordert Fischer.

Von Nina Grunsky

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Kommentare
11.02.2009
14:56
Energiepass: Nachfragen unerwünscht
von rhr | #8

was ein doofes formular

11.02.2009
14:55
Energiepass: Nachfragen unerwünscht
von rhr | #7

Bessere Wärmedämmung = teurere Mieten,
so einfach ist das. Schliesslich vermiete ich nicht aus reiner Menschenliebe, sondern um damit ein paar Euro zu verdienen. Ich lasse mir aber gerne von der Politik mein Haus sanieren, wenn sie der meinung ist, das dies nötig wäre. Eine weitere Alternative wäre überhaupt nicht mehr zu vermieten. Dann möchte ich mal die Mieter, den Mieterbund und die Politik hören. Von einer Sanierung, die sich erst nach 30 Jahren amortisiert habe ich nichts

11.02.2009
14:54
Energiepass: Nachfragen unerwünscht
von rhr | #6

Bessere Wärmedämmung = teurere Mieten,
so einfach ist das. Schliesslich vermiete ich nicht aus reiner Menschenliebe, sondern um damit ein paar Euro zu verdienen. Ich lasse mir aber gerne von der Politik mein Haus sanieren, wenn sie der meinung ist, das dies nötig wäre. Eine weitere Alternative wäre überhaupt nicht mehr zu vermieten. Dann möchte ich mal die Mieter, den Mieterbund und die Politik hören. Von einer Sanierung, die sich erst nach 30 Jahren amortisiert habe ich nichts, denn da bin ich längst unter der Erde. Over and out

11.02.2009
14:54
Energiepass: Nachfragen unerwünscht
von rhr | #5

so einfach ist das. Schliesslich vermiete ich nicht aus reiner Menschenliebe, sondern um damit ein paar Euro zu verdienen. Ich lasse mir aber gerne von der Politik mein Haus sanieren, wenn sie der meinung ist, das dies nötig wäre. Eine weitere Alternative wäre überhaupt nicht mehr zu vermieten. Dann möchte ich mal die Mieter, den Mieterbund und die Politik hören. Von einer Sanierung, die sich erst nach 30 Jahren amortisiert habe ich nichts, denn da bin ich längst unter der Erde. Over and out

11.02.2009
14:53
Energiepass: Nachfragen unerwünscht
von rhr | #4

luegen@baron.com

11.02.2009
12:36
Energiepass: Nachfragen unerwünscht
von D aus A | #3

Die Verbraucher werden zu Kontrolleuren! Wie soll denn das funktionieren? Die Staatsmacht, die das könnte zieht sich zurück - Lobby sei dank. Welche (Nicht)Macht der Verbraucher hat, sieht man an der ESL-Milch. Wir Verbraucher haben keine Lobby und werden dann auch noch in die Pflicht genommen! Politik redet sich selbst schön un den letzten beissen die Hunde!

11.02.2009
11:50
Energiepass: Nachfragen unerwünscht
von ein M. | #2

Ich hätte ja gerne den Energiepass vor Mietvertragsschluss gesehen - aber selbst bei einem landeseigenen Wohnungsbauunternehmen hatte ich schlicht Angst, die Wohnung nicht zu bekommen, und habe daher nicht danach gefragt. Wenn der Wohnungsmarkt so angespannt ist wie derzeit in den meisten Gegenden, hilft wirklich nur die Pflicht zur ungefragten Vorlage.

(Und wenn wir schon bei Pflichten sind - auch die Pflicht zur energetischen Sanierung und konsequenten verbrauchsabhängigen Abrechnung: Unser Vermieter will jetzt teure, totale Überwachung zulassende fernabfragbare Verbrauchserfassungsgeräte einführen. Dagegen ist eine Wärmedämmung - die auf uns Mieter umgelegt werden kann - nicht geplant, und selbst auf die Reparatur eines undichten Fensters muss man - im Winter! - Monate warten. Und nach Verbrauch wird nur so wenig abgerechnet, wie das Gesetz als absoluten Mindeststandard vorschreibt.)

11.02.2009
10:02
Energiepass: Nachfragen unerwünscht
von Frank aus Franken | #1

Nicht nur Mieter fragen nicht nach dem Gebäudeenergieausweis, auch Käufer interessieren sich nicht dafür. Im Dezember haben wir unser Haus verkauft. Keiner der Interessenten hat von sich aus nach dem (teuren Bedarfs-)Ausweis verlangt. Wir mussten den Kaufinteressenten die Unterlagen förmlich unter die Nase halten - die Antwort war stets: Ach, ich kann mir schon denken wie die Werte sind. So blöd scheint der durchschnittliche Kaufinteressent also gar nicht zu sein. Variablen wie Baujahr, Fassadendicke, Dachdämmung etc. kann auch der Laie offenbar zu einem realitätsnahen Urteil über den Energiehaushalt eines Gebäudes zusammenfügen. Es drängt sich daher der Verdacht auf, dass der Gebäudeenergieausweis im Wesentlichen eine grün motivierte Beschäftigungsmaßnahme für Bauingenieure etc. ist.

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