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Energiebranche gibt Impulse für den Stellenmarkt

03.08.2009 | 13:58 Uhr
Energiebranche gibt Impulse für den Stellenmarkt

Düsseldorf. Zwar ist der Stromverbrauch in Deutschland gesunken, auf die Zahl der Beschäftigten der Energiebranche haben solche konjunkturellen Schwankungen aber keinen nennenswerten Einfluss. Im Gegenteil: die Unternehmen suchen weiter qualifizierte Mitarbeiter.

Energie wird immer benötigt - Wirtschaftskrise hin oder her. Zwar sinken Strom- und Gasverbrauch in der Industrie derzeit deutlich. Der Verbrauch der Privathaushalte hänge aber kaum von der Konjunktur ab, heißt es in der Branche.

Neue Geschäftsmodelle

In den vergangenen 15 Jahren ist der Energieverbrauch im Jahresschnitt um 0,3% gesunken. Für 2009 wird mit einem deutlich höheren Rückgang gerechnet. Auf die Zahl der Beschäftigten der Energieunternehmen haben solche saisonalen und konjunkturellen Schwankungen aber keinen nennenswerten Einfluss. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) prognostiziert langfristig einen Rückgang der Beschäftigten im Jahresschnitt um 1%. Das liegt weniger an der aktuellen Entwicklung. Vielmehr sehen sich die Versorger seit Öffnung des Marktes für den Wettbewerb vor 10 Jahren zu effizienteren Geschäftsmodellen gezwungen.

Die dem BDEW angeschlossenen 1800 Unternehmen beschäftigten zuletzt 280.000 Mitarbeiter. Zwar setzen auch die großen Energiekonzerne Sparprogramme um, was zuletzt Beschäftigte des Eon-Konzerns zu Tausenden auf die Straße trieb. Da Eon, RWE und andere aber an ihrem Expansionskurs festhalten, werden weiter qualifizierte Leute gesucht. „Die Chancen für einen Berufseinstieg in der Energie- und Wasserwirtschaft sind trotz der gegenwärtigen Wirtschafts- und Finanzkrise gut”, sagt BDEW-Chefin Hildegard Müller.

RWE und Eon stellen ein

Welche Impulse der Arbeitsmarkt durch Bau und Betrieb neuer Kraftwerke bekommt, belegt eine Studie des EEFA-Instituts in Münster. Danach sorgen die derzeit in NRW gebauten fünf Braun- und Steinkohlekraftwerke für mehr als 18.000 Arbeitsplätze. Über NRW hinaus treibt Eon derzeit den Bau von 22 Kraftwerken in Europa voran. Der Konzern hat im vergangenen Jahr 13.000 neue Mitarbeiter eingestellt, davon 5000 in Deutschland. Extern sind zurzeit zahlreiche Jobs offen, und von August an sollen 800 Auszubildende für 2010 eingestellt werden.

Eon-Konkurrent RWE hat die Zahl seiner Mitarbeiter im vergangenen Jahr um 2500 auf 66.000 gesteigert. Der Trend setzte sich dieses Jahr fort. Von Januar bis Ende März wurden 900 neue Stellen geschaffen, davon fast 500 in Deutschland. „Wir suchen weiter kompetente Leute, vor allem Ingenieure”, wird Konzernchef Jürgen Großmann zitiert. Der wachsende Strom- und Gaswettbewerb treibt auch kleinere Versorger dazu, ihre Geschäfte auszuweiten.

Hans-Willy Bein

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