Das aktuelle Wetter NRW 12°C
Wirtschaft

„Elena“ ist faktisch begraben – Von Stefan Schulte

19.11.2010 | 18:50 Uhr

Daten auf Vorrat speichern? Macht der Staat längst – seit Januar müssen sämtliche Arbeitgeber die Einkünfte ihrer Mitarbeiter der Rentenversicherung übermitteln. Dort werden die Daten für andere Behörden gesammelt. Das sollte Papierkram und damit Geld sparen. Nun wird „Elena“ gestoppt, weil es eher Geld kostet.

Ob das der wahre Grund ist, darf bezweifelt werden. Auch Liberale hatten wegen des Datenschutzes Bedenken. Das Bundesverfassungsgericht hat der Vorratsdatenspeicherung enge Grenzen gesetzt, 2011 will es über „Elena“ entscheiden. Und die Chancen auf eine Niederlage der Regierung stehen gut. Dass Behörden auf einen Klick das Einkommen sehen können, hätte Vorteile. Doch dass Daten über Löhne, Krankheitszeiten und Babypausen von Kriminellen kopiert und weiterverkauft werden könnten, ist keine schöne Vorstellung.

Offiziell hat die Koalition „Elena“ nur verschoben, faktisch hat sie sich davon verabschiedet. Das Jahr 2014 liegt nicht zufällig nach der kommenden Bundestagswahl. Und bis dahin Daten von 40 Millionen Bürgern zu speichern, sprengt die engen vom Karlsruher Bundesverfassungsgericht gezogenen Grenzen allemal.

Stefan Schulte

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3963642/create

Umfrage
Rot-Grün in NRW will den Sonntags-Verkauf auf Trödelmärkten ausbremsen. Der Verkauf von Neuware soll eingedämmt werden. Was sagen Sie dazu?

Rot-Grün in NRW will den Sonntags-Verkauf auf Trödelmärkten ausbremsen. Der Verkauf von Neuware soll eingedämmt werden. Was sagen Sie dazu?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Die wertvollsten Marken der Welt
Bildgalerie
Markenvergleich
"Lasst Opel nicht sterben"
Bildgalerie
Opel Bochum
Blockupy gegen Kapitalismus
Bildgalerie
Demonstration
Aus dem Ressort
Hochtief will mit ACS gemeinsam Milliardenumsätze machen
Baukonzern
Der Baukonzern Hochtief verspricht sich von gemeinsamen Projekten mit dem spanischen Bauunternehmen und Mehrheitseigner ACS zusätzliche Geschäfte in Milliardenhöhe. Solche Projekte könnten nach Unternehmensangaben etwa Verkehrsprojekte in Nordamerika und Australien oder Stromleitungen in Deutschland...
Ruhrbischof Overbeck rügt Umgang mit Opel-Belegschaft
Opel
Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck hat den Umgang mit der Belegschaft des Bochumer Opel-Werkes ungewohnt scharf attackiert. Die schon lange andauernden Unsicherheiten seien nicht mehr hinnehmbar, sagte Overbeck am Sonntag in seiner Pfingstpredigt im Essener Dom.
Foto 20 Kommentare 20