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Elektromobilität ist die Zukunft

16.01.2012 | 18:20 Uhr
Elektromobilität ist die Zukunft
Foto: Bernd Lauter / WAZ FotoPool

Bochum.   Die Zukunft ist elektrisch. Davon ist das Unternehmen „Scienlab – Electronic Systems“ überzeugt. Zumindest, wenn es um ­E-Mobilität geht. Scienlab ist einer der drei Preisträger des von WGZ Bank und ausgelobten Initiativpreises NRW 2011.

Die Zukunft ist elektrisch. Davon sind Roger Uhlenbrock, Michael Schugt, Peter Muß und Christoph Dörlemann nicht nur fest überzeugt. Ihr Unternehmen „Scienlab – Electronic Systems“ hat einen erheblichen Anteil daran, dass es so sein könnte. Mindestens, wenn es um ­E-Mobilität geht. Scienlab ist einer der drei Preisträger des von WGZ Bank und WAZ ausgelobten Initiativpreises NRW 2011.

Ursprünglich wollte Scienlab als Ingenieurbüro Dienstleister für die Automobilbranche sein. Credo: Für die kniffeligsten Ideen die besten Lösungen liefern. Der Einstieg gelang im Gründungsjahr 2001 mit Prüftechnik für den Umstieg von elektromagnetischer auf Einspritztechnik beim Verbrennungsmotor.

Festes Standbein

Das erste, feste Standbein des Unternehmens, mit dem die Bochumer schnell ans Laufen kamen. Ein heute gängiges Produkt in vielen Fahrzeugen, die Start-Stopp-Automatik, fußt auf Scienlab-Technologie. „Unser Geschäft funktioniert gut, wenn es einen Technologiewechsel gibt“, sagt Michael Schugt rückblickend. Steuerungselektronik der Bochumer findet sich im Formel-1-BMW. Die „Intelligenz“ der Hybridkomponente stammt aus Bochum-Querenburg. Die durch Bremsenergie aufgeladene Batterie unter dem Pilotensitz sorgt kurzfristig für mehr als 80 PS zusätzlich.

Langsamer als in der Automobilbranche geht es in der Industrie. „Im Bereich Industrie-Elektronik dauert es oft Jahre bis zur Serienreife“, sagt Roger Uhlenbrock, der am dritten und jüngsten Standbein, der E-Mobilität, größte Freude zu haben scheint. Als das Thema in Deutschland noch meilenweit weg schien, entwickelte Scienlab in Bochum innerhalb weniger Monate ein Testsystem für Energiespeicher, etwa Lithium-Ionen-Batterien. Statt einzelner Prüfkomponenten komponieren die Ingenieure aktuell noch in einer provisorischen Halle komplette Testräume. „Dass wir als Elektrotechniker überhaupt an den heiligen Strang der Antriebstechnik dürfen“ – das freut Uhlenbrock. Bislang war dies die absolute Domäne der Maschinenbauer. Scienlab ist es gelungen, mit ihren Testumgebungen alles zu simulieren, was einen Prüfstand ausmacht – ohne Dreck, ohne drehende Welle, rein elektrisch.

„Doppel-Minus-Geschäft“

Dabei war E-Mobilität anfangs ein „Doppel-Minus-Geschäft“. Die Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 machte sich auch für Scienlab, damals 26 Mann stark, bemerkbar. Erstmals gab es „negative Auftragseingänge“. Fertige Prüfstände im Wert von mehreren hunderttausend Euro wurden storniert. Das erste Minus. „In der Zeit wurde in Verbrennungsmotoren nichts mehr investiert, plötzlich hatten wir einige Monate Luft“, erinnert Schugt. Und diese „Luft“ haben die vier genutzt. Sie wurden aktiv und stellten antizyklisch zehn neue Ingenieure ein, um das Standbein Elektromobilität zu stärken. Zweites Minus: Aus Rücklagen und ohne eine Anfrage eines der großen Kunden wie VW, BMW, Siemens oder Bosch entwickelte Scienlab 2009 die Prüfstände, die heute weltweit gefragt sind.

Im März ist Spatenstich für den neuen Gebäudekomplex in Bochum-Querenburg. 1000 Quadratmeter Fertigungshalle und noch einmal so viel Bürofläche sind längst überfällig für die Zukunft mit E-Mobilität. „Das Einzige, was den Deutschen noch fehlt, ist das gute Gefühl für diese Technik“, versichern die Scienlab-Chefs. Und dass die Zukunft elektrisch sein wird – auch auf deutschen Straßen.

Jens Helmecke

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Kommentare
19.01.2012
12:29
Elektromobilität ist die Zukunft / Leserbrief Wolfgang Jahn
von enjott | #2

Es ist schon sehr interessant, daß die Gegner der E-Autos immer das gleiche subtile Argument vorbringen, solange der Strom aus herkömmlichen Kraftwerken stamme, seien sie nicht ökölogisch. Was für ein Unsinn ! Woher stammt der Strom für ihre TVs, Kühlschränke, Waschmaschinen und Computer ? Hier stellt niemand diese Frage, wobei nach seriösen wissenschaftlichen Berechnungen die komplette Umstellung aller Fahrzeuge weltweit auf Strom einen Mehrverbrauch von 8 Prozent der Stromproduktion bedeuten würde. Zudem würde der Großteil der Aufladung jeweils nachts erfolgen, wo die meisten Kraftwerke im Leerlauf höchst unproduktiv arbeiten. Ein wichtiges Argument gegen den Wasserstoff vergißt Herr Jahn geflissentlich. Mit dem Wasserstoff sind die Autofahrer wieder auf Tankstellen angewiesen und können nach Belieben von den Produzenten wie bisher ausgenommen werden. Mit einem Stromauto bin ich völlig unabhängig und kann "tanken" wo ich will, und genau das soll seitens der Gegner verhindert werden. Es gibt eine Dokumentation über das erste amerikanische E-Auto EV-1, das konsequent durch die amerikanische Autolobby bekämpft wurde und schließlich sterben mußte. Wer diese Fakten gesehen hat, weiß worum es in Wirklichkeit geht, nämlich den Verbraucher am Gängelband zu halten und auszunehmen wie die brühmte Weihnachtsgans !

17.01.2012
10:50
Elektromobilität ist die Zukunft
von Triturus | #1

Wie kann es denn sein, dass die erst 2001 gegründete Scienlab die Start-Stopp-Automatik erfunden haben soll, sie aber spätestens schon mit dem 1999er 3-Liter-Lupo eingeführt wurde? Schmückt sich da wer mit fremden Federn oder hat der Redakteur etwas missverstanden?

1 Antwort
Elektromobilität ist die Zukunft
von Neptunus | #1-1

Hallo Triturus, keine fremden Federn sondern ein doppeltes Missverständnis: Scienlab entwickelt Testsysteme (keine Seriensysteme!) für Hochenergiebordnetze und -systeme der Elektromobilität und dies erst seit 2005. Stopp-Start-Systeme gibt es sogar schon seit Anfang der 1980er Jahre (siehe z.B. Wikipedia, Suchphrase "Start-Stopp-System"). Es wurde auch nicht das Stopp-Start-System "erfunden", sondern Scienlab entwickelt Test- und Prüfsysteme für Komponenten solcher Systeme. Die zitierten Sequenzen wurden aus einem langen Interview generiert, in eine Zeile gebracht und sind aus Ingenieursicht entsprechend unscharf.

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