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Edelmetalle

Elektrofirmen verbauen 320 Tonnen Gold pro Jahr

08.07.2012 | 18:46 Uhr
Elektrofirmen verbauen 320 Tonnen Gold pro Jahr
Der Goldabbau schadet Mensch und Natur.

Accra/Bonn.   Nur 15 Prozent des Edelmetalls werden wiederverwertet – dabei wären 95 Prozent technisch möglich.

320 Tonnen Gold und mehr als 7500 Tonnen Silber verbauen Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten weltweit pro Jahr. Das ist im Fall des Goldes ein Anstieg von 62 Prozent gegenüber den 197 Tonnen im Jahr 2001, haben Experten auf einer Tagung in Accra, Ghana, mitgeteilt. Im gleichen Zeitraum verfünffachte sich der Goldpreis. Der Wert des jährlich verbauten Goldes und Silbers beträgt demnach 21 Milliarden Dollar (17 Milliarden Euro).

Trotz dieser immensen Werte werden weltweit bislang indes lediglich 15 Prozent der Rohstoffe aus Elektroschrott zurückgewonnen. Dabei ist schon heute der Anteil Gold mit 200 Gramm je Tonne im Elektroschrott 40 bis 50 Mal höher als beim Abbau aus Gestein. Doch selbst in Industrienationen erreichen nur 80 bis 90 Prozent der Geräte die Wiederverwertung. Ein Viertel der teuren Metalle geht dann beim Zerlegen verloren, in Entwicklungsländern ist es sogar die Hälfte. Dort wird sogar nur ein Fünftel der verbleibenden Rohstoffe tatsächlich wiederverwertet – eine moderne Recyclinganlage schafft dagegen 95 Prozent. Rüdiger Kühr von der Universität der Vereinten Nationen in Bonn mahnt daher: „Eines Tages – eher früher als später – werden die Leute zurückblicken auf solche kostspieligen Ineffizienzen und sich fragen, wie wir so kurzsichtig und verschwenderisch mit den natürlichen Ressourcen sein konnten.“

Elektroschrott gefährdet Gesundheit und Umwelt

Außerdem warnt Kühn: „Weggeworfene Unterhaltungselektronik, die auf Müllhalden landet oder in Entwicklungsländer exportiert wird, erzeugt potenzielle Risiken für Gesundheit und Umwelt.“

Ähnliches gilt für den Abbau der Metalle: Die gängigen Verfahren nutzen Quecksilber oder Cyanidlösungen. Beide Stoffe entweichen in zahlreichen Fördergebieten in die Umwelt und gefährden sowohl Arbeiter als auch die dort lebende Bevölkerung – von der Tier- und Pflanzenwelt ganz zu schweigen.

Und noch einen Kritikpunkt gibt es: In Konfliktregionen wie dem Kongo dient der Goldabbau dazu, Waffen zu finanzieren. Konsequentes Recycling würde auch dieses Problem verringern.

Björn Lohmann



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