Einkauf per Mausklick boomt
05.03.2009 | 17:13 Uhr 2009-03-05T17:13:00+0100Brüssel. Immer mehr Europäer kaufen per Mausklick ein. Eine neue EU-Studie belegt, dass 2008 schon durchschnittlich 33 Prozent aller EU-Verbraucher (2006: 27 %) wenigstens ein Produkt online erworben haben.
Der Einkauf per Mausklick boomt. Eine neue EU-Studie belegt, dass 2008 schon durchschnittlich 33 Prozent aller EU-Verbraucher (2006: 27 %) wenigstens ein Produkt online erworben haben. EU-Verbraucherkommissarin Meglena Kuneva machte gestern aber auch auf die Schattenseiten des „E-Commerce“ aufmerksam: Danach gibt der Internet-Shopper eindeutig Händlern aus seinem Heimatland den Vorzug – ein krasser Widerspruch zum hehren Prinzip des gemeinsamen Binnenmarktes.
Auffällig ist auch das eklatante West-Ost-Gefälle. Während allein die „Großen Drei“ (Deutschland, Großbritannien, Frankreich) in den Schlüsselbranchen 70 Prozent des E-Commerce-Umsatzes bestreiten, hinken die jüngsten Mitgliedsstaaten Bulgarien und Rumänien dramatisch hinterher. Hier kaufen nur 3 bzw. 4 Prozent der Verbraucher per Internet, aber auch Griechenland, Italien und Portugal (10 %) schneiden nicht viel besser ab.
130 Millionen Europäer sind inzwischen Internet-Shopper
„Der Verbraucher hat im Internet viel zu gewinnen“, sagt die Kommissarin. Es ermögliche rasche Produktinformationen und einen umfassenden Preisvergleich, schon nach wenigen Klicks erscheint das Schnäppchen auf dem Bildschirm. 130 Millionen Europäer sind inzwischen Internet-Shopper – aber nur 30 Millionen kaufen grenzüberschreitend ein. Trotz des gemeinsamen Binnenmarktes sind die Hürden oft hoch. So fühlen sich viele Verbraucher abgeschreckt durch Sprachbarrieren, 60 Prozent aller Händler bieten ihre Waren lediglich in einer Sprache an. Vor allem erschüttern aber unklare oder ungünstige Garantie-, Umtausch- und Lieferbedingungen das Verbrauchervertrauen ins weltweite Netz.
Oft werden Verbraucher insbesondere von großen Anbietern verprellt. So werden sie im Glauben gelassen werden, sie könnten über die ausländische Webseite preiswerter einkaufen, um dann doch wieder auf die teurere nationale Seite zurückgeleitet zu werden.
Die neue EU-Studie kommt zum Ergebnis, dass das Internet der am schnellsten wachsende Vertriebsweg des Einzelhandels ist. Am beliebtesten ist Internet-Shopping bei Reisen (42 %), dicht gefolgt von Kleidung und Sportartikel (41 %), Büchern (39 %) sowie Informations- und Unterhaltungselektronik.

10:09
Online-Shops, Online-Partnersuche, Online-Poker, Online-News .... das wird wohl die nächste Zeit weiterhin boomen.
10:06
zum Kommentar von merianson:
Ich betreibe selbst einen Shop (Schallplattenhandel) und lege den Focus ganz klar darauf, dass die potentiellen Kunden mich über Fachportale oder Google finden. Das kann jeder von zuhause machen; da braucht es keine Tante-Emma-Läden. Ich sehe das neben den vielen Vorteilen von E-Commerce auch als einen Nachteil, dass man das Haus nicht mehr zu verlassen braucht um z.B. eine seltene Platte zu finden.
Ich habe früher noch mühsam die Plattenläden abgeklappert, aber das bringt natürlich mehr Spass, als 3 mal mit der Maus zu klicken.
Der Trend zuhause sitzen und bestellen lässt sich m.E. nicht mehr aufhalten.
20:00
Obwohl das Folgende ein Kontrapunkt ist ... aber m.E. eine konsequente Entwicklung:
Der kleine Tante Emma Laden kommt bald wieder ... als ein Café Anlaufpunkt für Online-Bestellungen, die auch dort abgeholt werden können.
Blicken wir etwas zurück am Beispiel der Unterhaltungselektronik.
Es boomten die kleinen Fachgeschäfte in Ortsteilen und Stadtkernen. Diese wurden verdrängt durch Media Markt & Co. Media Markt & Co werden nun angegriffen durch Internet Discounter und Spezialisten, die sonst wo sitzen und keine teure Ladenmiete, kein Kassenpersonal und wenige Verkäufer entlohnen müssen. Das Gleiche gilt für viele andere Produktgruppen von einem Programm a lá Amazon & Co. Beliebt sind auch die vielen Kaufkritiken im Internet, die zwar keinen Verkäufer ersetzen können, aber doch irgendwie beraten können. Längst sind auch Produktangebote wie CD/DVD/BLUERAY´s in den Verkaufsmärkten längst nicht mehr aktuell - Wer einen bestimmten Film sucht, ist meistens mit einer Internetbestellung besser bedient.
Cafe´s existieren in den Innenstädten zahlreich; Internetterminals, Wlan sind im Kommen. Manch ein Zukunftscafé wird vielleicht auch ... ein Bestellinternetshop der Zukunft werden. Das Café verlangt lediglich einen kleinen Aufschlag und wird mit bei manchen Versendern gelistet. Gewifte Cafébetreiber beraten vielleicht auch ein wenig ... oder geben etwas Tips. Und schon ist der kleine Tante Emma Laden wieder eingekehrt ... wenngleich ohne Ware, Kapitalbindung etc. ... nur einfach mit einem netten Service. Kaufverpflichtungen geht der Käufer ein; das Café dient nur als Ausagbestelle und ggfs. als Ort, wo die Bestellung per Internet abgesetzt wurde.
Tante Emma Läden werden nicht in der Anzahl wiederkommen, in der sie verschwunden sind, aber einige werden hinzukommen. Vielleicht kann sogar die eine oder andere Posstelle (etliche sollen ja aufgelöst werden) gleich mit vereinzelt integriert werden. Warum nicht ? Wäre Deutschland etwas unternehmerisch frischer, wie die USA ... wäre es vielleicht schon eher passiert. Auch hier werden Jobs geschaffen.