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Einigung bei Opel auf Fahrplan für Sanierungsgespräche

28.10.2012 | 15:21 Uhr
Einigung bei Opel auf Fahrplan für Sanierungsgespräche
"Werksschließungen bei Opel sind noch nicht vom Tisch", sagte eine Gewerkschaftssprecherin.

Frankfurt/Bochum.  Der Fahrplan für die Sanierungsgespräche bei Opel steht. Der angeschlagene Autobauer und die Gewerkschaft haben sich auf eine Bestandssicherung für alle Werke bis 2016 verständigt. Das ist allerdings kein großer Durchbruch: Selbst das Werk in Bochum, das auf der Streichliste des Managements ganz oben steht, soll wohl nicht vor 2016 dichtgemacht werden.

Bei Opel haben sich Management und Betriebsrat auf einen Fahrplan für die Sanierungsgespräche geeinigt. Die Verhandlungen könnten zwei bis drei Monate dauern, sagte eine IG-Metall-Sprecherin am Sonntag. Eine Frist für einen Abschluss nannte sie allerdings nicht. Am Freitag hätten sich der angeschlagene Autobauer und die Gewerkschaft auch auf eine Bestandssicherung für alle Werke bis 2016 verständigt, sagte die Sprecherin weiter. Dieser Vertrag könne aber im Lichte der Ergebnisse der Sanierungsgespräche jederzeit gekündigt werden. "Werksschließungen sind damit noch nicht vom Tisch", sagte die Gewerkschaftssprecherin weiter. "Das Pokern um die Werke steht uns noch bevor."

Opel-Chef tritt zurück

IG Metall und Opel hätten sich zudem geeinigt, die von der Belegschaft gestundete Lohnerhöhung von 4,3 Prozent rückwirkend für Mai bis Oktober mit dem Novembergehalt auszuzahlen, sagte die Sprecherin. Danach werde die Erhöhung aber wieder auf unbestimmte Zeit gestundet. Die Einigung sei den Arbeitnehmern bei Betriebsversammlungen in allen Werken am Wochenende mitgeteilt worden.

Opel
Neuer Tarifvertrag und neue Hoffnung fürs Bochumer Opel-Werk

Lösungen ohne eine Werksschließung wollen Geschäftsleitung, Betriebsräte und IG Metall von Opel in kommenden weiteren gemeinsamen Verhandlungen erzielen. Das wurde am Freitag einvernehmlich in einem Tarifvertrag besiegelt, sagte der Bochumer Betriebsratsvorsitzender Rainer Einenkel der WAZ.

Ein großer Durchbruch ist die Sicherung bis 2016 nicht: Selbst das Werk in Bochum, das auf der Streichliste des Managements ganz oben steht, soll wohl nicht vor 2016 dichtgemacht werden. Dann läuft dort die Produktion des Zafira aus.

Seit Juni verhandeln IG Metall und Geschäftsleitung über ein Konzept für die vier Werke in Deutschland. Die Arbeitnehmer verlangen den Erhalt aller Standorte und wollen einen Kündigungsschutz über 2016 hinaus durchsetzen. Schon am Freitag hatte Opel-Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug zum Fortgang der Verhandlungen gesagt, "wir brauchen schlicht noch mehr Zeit und wollen eine gute Einigung nicht durch Zeitdruck gefährden". IG Metall und Betriebsrat hatten der GM-Tochter ein Ultimatum gestellt. Bis Freitag sollte eine Lösung in Sicht sein, andernfalls wollte die Gewerkschaft die bis Ende Oktober gestundete Lohnerhöhung fällig stellen.

Es geht auch um Obama

GM steht unter Zugzwang, nachdem Ford die Schließung von drei Werken in Belgien und Großbritannien mit 5700 Beschäftigten angekündigt hatte. Durch die Einschnitte will Ford bis 2015 in Europa wieder profitabel werden. Opel bricht der Absatz wegen der Schuldenkrise in Europa weg, die Werke haben kaum noch zu tun. Für mehr als 10.000 Beschäftigte, das ist fast die Hälfte der Belegschaft hierzulande, wurde bereits Kurzarbeit angeordnet. GM will nächste Woche seine Quartalszahlen bekanntgeben. Die hohen Verluste im Europageschäft sind ein Makel in der Zwischenbilanz - sie summierten sich im ersten Halbjahr auf 617 Millionen Dollar. Sie dürften angesichts der immer rasanteren Talfahrt am Pkw-Markt bis Jahresende auf über eine Milliarde Dollar steigen, erwarten Experten. In den vergangenen zehn Jahren hat GM in Europa - trotz mehrerer Sanierungsversuche - 14 Milliarden Dollar verbrannt.

"Lasst Opel nicht sterben"

Die GM-Eigner dringen daher immer ungeduldiger auf Einschnitte bei Opel. Der amerikanische Staat ist mit 27 Prozent Großaktionär bei GM. Der wahlkämpfende Präsident Barack Obama hatte sich als Retter der US-Autobauer profiliert und muss sich nun dafür rechtfertigen, dass die Aktie von GM wegen der Probleme in Europa vor sich hin dümpelt. (rtr)

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Kommentare
28.10.2012
16:15
Einigung bei Opel auf Fahrplan für Sanierungsgespräche
von schlimm | #1

Einen Kündigungsschutz oder eine Bestandssicherung für alle Werke bis 2016 gibt es nicht. Der neue T.-Vertrag hat keine feste Laufzeit. Also kann er täglich gekündigt werden. Alles eine "Verarsche" um die Mitarbeiter ruhig zu halten. Wenn die Gespräche zwischen GM (ohne Opel) und PSA mit Erfolg abgeschlossen sind, wird GM entscheiden,was mit Opel passiert. Bis eine Entscheidung getroffen wird, ist auch der letzte Opelkunde weg. Wieso schließt die IGM eine Tariferhöhung ab, die dann doch wieder gestundet wird.? Ihr lasst euch mittlerweile alles gefallen! Wieso waren nur cirka 200 Mitarbeiter von Opel bei der IGM Versammlung?. Verliert die Gewerkschaft auch noch die letzten Mitglieder bei Opel?

1 Antwort
Einigung bei Opel auf Fahrplan für Sanierungsgespräche
von opelaner63 | #1-1

es gibt soviele Gründe weswegen man nicht hingehen kann...... (Krankheit, Urlaub usw,)

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